News des Tages: Wie fit ist Jamal Musiala? Und wie hat sich Wolodymyr Selenskyj einen neuen Feind geschaffen? - DER SPIEGEL
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Oliver Trenkamp

Die Lage am Abend Wie fit ist Jamal Musiala?


1. Kampfansagen und Festnahmen

Fedorow bei seinem umstrittenen Videoauftritt vom 18. August: »Wie soll der Staat funktionieren, wenn der Krieg noch Jahre dauert?«

Fedorow bei seinem umstrittenen Videoauftritt vom 18. August: »Wie soll der Staat funktionieren, wenn der Krieg noch Jahre dauert?«

Foto:

Mykhailo Fedorov / REUTERS

Zwei Wolodymyrs machen heute Schlagzeilen. Da ist Wolodymyr Sch., den europäischen Fahnder festgenommen haben. Er soll 2022 an der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee beteiligt gewesen sein, wie mein Kollege Fidelius Schmid berichtet. Den Ermittlern ging Sch. demnach im kroatischen Urlaubsort Pula ins Netz (hier mehr dazu ).

Und da ist natürlich Wolodymyr Selenskyj, dessen neuer Verteidigungsminister heute vom ukrainischen Parlament bestätigt wurde. Sorgen macht ihm allerdings sein ehemaliger Verteidigungsminister: Sieben Jahre lang war Mychajlo Fedorow ein treuer Verbündeter des Präsidenten gewesen, jetzt ruft er zu Neuwahlen auf, mitten im Krieg. »Eine überraschend klare Kampfansage«, findet meine Kollegin Ann-Dorit Boy.

Hintergrund: Im Juli hatte Selenskyj den populären Verteidigungsminister nach nur einem halben Jahr im Amt entlassen. Offenbar gab es einen unlösbaren Konflikt zwischen Fedorow und dem inzwischen ebenfalls entlassenen Armeechef, bei dem es unter anderem um die Rekrutierung neuer Soldaten gegangen sein soll. »Fedorow gilt als erfolgreicher Modernisierer, der vor allem auf den Drohnenkrieg setzte, der noch zu Sowjetzeiten ausgebildete Armeechef setzte eher konventionell auf Artillerie und Panzer«, sagt Ann-Dorit. »Selenskyj hatte versucht, den talentierten Fedorow in seiner Entourage zu halten.« Offensichtlich erfolglos.


2. Die Blackouts des Bayern-Stars

Jamal Musiala mit dem Münchner Mannschaftsarzt Peter Ueblacker

Jamal Musiala mit dem Münchner Mannschaftsarzt Peter Ueblacker

Foto:

Frank Hoermann / Sven Simon / ddp

»Sprachlos« sei er, sagt Uli Hoeneß, was selten genug vorkomme. Der Ehrenpräsident des FC Bayern äußerte sich heute zu dem Spieler, dessen Anfälle Fußball-Deutschland seit gestern Abend in Atem halten: Jamal Musiala ist zum zweiten Mal auf dem Platz weggeklappt. Auf Musialas Social-Media-Accounts hieß es: »Es wurden bei mir temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen festgestellt, welche auf eine neurologische Dysfunktion zurückzuführen sind.« (hier mehr dazu)

Jetzt ist die Sorge um Deutschlands wohl liebsten Fußballer verständlicherweise groß. Was sind das für Anfälle? Verschwinden sie wieder? Wie geht es Musiala? Und wie geht es für ihn weiter?

Meine Kollegin Eva Saß und meine Kollegen Danial Montazeri und Tobias Scharnagl haben sich umgehört. Bei mit dem Fall vertrauten Personen sei herauszuhören, dass nicht mit dem sportlichen Worst Case, einem Karriereende Musialas, zu rechnen sei. Es gebe »eine sehr gute Prognose«. Danial sagt: »Das klingt erst mal positiv, zeigt allerdings auch, dass es darüber keine Gewissheit gibt.«


3. Die Zug-Wut

Die Deutsche Bahn setzt mobile Handwerkerteams an Bahnhöfen ein

Die Deutsche Bahn setzt mobile Handwerkerteams an Bahnhöfen ein

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Oft schimpfen die Deutschen über ihre Bahn. Heute schimpft die Bahn: Der Staatskonzern beklagt Vandalismusschäden in Höhe von über 30 Millionen Euro – Graffiti, gestohlene Kabel, zerkratzte Scheiben, alles ziemlich teuer (hier mehr dazu).

Haben Sie Fragen zur Bahn? Wollen Sie wissen, warum viele Züge oft unpünktlich ankommen? Und dann auch noch in umgekehrter Wagenreihung? Warum dauert es so lange, Strecken zu sanieren? Und warum wird es meist teurer als gedacht? Meine Kollegen David Böcking und Gerald Traufetter recherchieren seit Jahren zur Bahn. Sie sprechen regelmäßig mit Leuten aus der Branche, die erklären können, wo es im deutschen Zugverkehr hakt – und was sich unter der neuen Bahn-Chefin ändern könnte.

Morgen, ab 15 Uhr, sind die beiden auf Reddit für Ihre Fragen da. Sie können gern schon vorab Fragen stellen – wir versuchen, so viele wie möglich zu beantworten. Sitzplatzreservierung nicht nötig.


Was heute sonst noch wichtig ist

  • Merz verurteilt Aussagen von Israels Sicherheitsminister Ben-Gvir scharf: Israels Sicherheitsminister Ben-Gvir hatte die gezielte Tötung von Palästinensern gefordert. Nun tritt Kanzler Merz den Äußerungen entschieden entgegen. Auf die Bundesregierung wächst der Druck zu handeln.

  • So viel verdienen die Vorstände öffentlicher Unternehmen: Sparkassenvorstände gehören zu den bestbezahlten Managern im öffentlichen Sektor. Eine neue Studie zeigt, wie stark die Gehälter auseinandergehen – und warum viele Unternehmen ihre Vergütung weiterhin nicht offenlegen.

  • Produktionsfirma Constantin Film stoppt »Die Päpstin«-Serie kurz vor Drehbeginn: Die Serie galt als eines der größten deutschen Film- und Fernsehvorhaben des Jahres: Die Arbeiten an »Die Päpstin« sollten im Oktober starten. Daraus wird nichts, wie Constantin Film bestätigt.


Mein Lieblingskanon heute: Das sind die besten Videospiele

Foto:

[M] Elsa Hundertmark / DER SPIEGEL; Premiere Pro  / Larian Studios; Mojang; Nintendo; Rockstar Games

Mein Kollege Michail Hengstenberg beschäftigt sich seit mehr als 25 Jahren mit Videospielen, beruflich, aber auch privat. In dieser Zeit erlebte er, wie Games vom Nischenmedium zu einem Teil der Alltagskultur wurden. Die Spielebranche setzt mehr um als Film- und Musikindustrie zusammen, doch in der Kulturberichterstattung wurden ihre Werke bislang nicht mit derselben Aufmerksamkeit behandelt. Jetzt hat der SPIEGEL einen Kanon der 50 besten Games vorgelegt (hier die Übersicht ).

Michail und sieben weitere Kolleginnen und Kollegen haben ihn in den vergangenen Monaten erarbeitet. Die Juroren diskutierten kontrovers, manche legten Wert auf emotionale Tiefe, andere erfreuten sich an möglichst klaren, eleganten Designs. So entstand eine Liste, die die subjektiven Geschmäcker ihrer Jury widerspiegelt. Zugleich ist sie ein optimaler Einstieg für alle, in deren Leben Games bislang nicht vorkamen. »Millionen Menschen in Deutschland spielen«, sagt Michail. »Es wird Zeit, dass sie auch darüber sprechen.«


Was heute weniger wichtig ist

Foto: Alexander Raemy / Geisler-Fotopress / picture alliance

Aus dem Jenseits des guten Geschmacks: Schlagersänger Vincent Gross, 29, hat seine Fans via Instagram vor betrügerischen Falschmeldungen über seinen Tod gewarnt. »Ich wollte euch einfach mitteilen, dass ich letzte Woche wieder mal gestorben bin«, schrieb er und verwies auf ein YouTube-Video, in dem es hieß, er habe Krebs im Endstadium. »Die Betrüger werden immer perfider. Die posten solche Fake News, dass ich tot bin, die Leute klicken drauf und dann schalten die Werbung vor die Videos und dadurch machen die ihr Geld.«


Mini-Hohlspiegel

Aus einer Meldung in den »Cuxhavener Nachrichten«: »Der beteiligte Ford Focus eines 73-jährigen Geestländers übersah beim Befahren eines Parkplatzes im Bereich einer Einmündung das Fahrrad der 65-Jährigen.«

Hier finden Sie den ganzen Hohlspiegel.

Cartoon des Tages

Entdecken Sie hier noch mehr Cartoons.

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Klaus Stuttmann


Und heute Abend?

Drei Vorschläge: Sie könnten...

  • ... etwas lesen, vielleicht den Coming-of-Age-Roman »Herz König« von Bestsellerautorin Lily King. »Wer Sex, Tränen und Größenwahn sucht, ist hier richtig«, findet meine Kollegin Katharina Stegelmann. »Herzschmerz und Beziehungspsychologie auf hohem Niveau« (hier die Rezension ).

  • ... etwas kochen, vielleicht schwedischen Kartoffelauflauf. Unsere Kolumnistin Verena Lugert verspricht eine »wohlige Antwort auf graue Tage. Einfach, cremig, unwiderstehlich« (hier das Rezept ).

  • ... etwas spielen, vielleicht »The Legend of Zelda: Breath of the Wild«, den ersten Platz aus unserem Games-Kanon, siehe oben. Mein Kollege Anton Rainer findet: »Wenn Sie in Ihrem Leben nur ein Spiel erleben, sollte es dieses sein.« (Hier seine Rezension)

Ich wünsche Ihnen einen unterhaltsamen Abend. Herzlich

Ihr Oliver Trenkamp, Blattmacher in der Chefredaktion