News: Stade, Angela Merkel, WM-Niederlage der Nationalmannschaft gegen Paraguay - DER SPIEGEL
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Maria Fiedler

Die Lage am Morgen Sechs Menschen sterben. Es bleibt die Frage: Warum?

Heute geht es um die Amoktat in Stade. Um Angela Merkels Kanzlerinnenporträt. Und um die schmerzhafte Niederlage der deutschen Nationalmannschaft.

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Fassungslosigkeit in Stade

Nach grausamen Verbrechen steht oft die bohrende Frage nach dem Warum im Mittelpunkt. Warum mussten gestern bei einer Amoktat in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade sechs Menschen sterben?

Tatverdächtig ist ein 45-Jähriger, der in Deutschland geboren wurde und die türkische Staatsbürgerschaft hat. Nachdem die Polizei ein terroristisches oder politisches Motiv schnell ausgeschlossen hatte, kamen gestern Abend weitere Details ans Licht. Hintergrund ist womöglich der Streit um das Sorgerecht für ein drei Monate altes Mädchen (mehr hier).

Rettungs- und Polizeifahrzeuge in der Nähe des Tatorts in Stade

Rettungs- und Polizeifahrzeuge in der Nähe des Tatorts in Stade

Foto: Jonas Walzberg / REUTERS

Das Kind und die Mutter waren laut Polizei in der Jugendhilfeeinrichtung untergebracht, in einem Mutter-Kind-Heim. Der Tatverdächtige, der Vater des Kindes, hatte dort offenbar einen Termin wegen des Sorgerechts. Getötet wurden wohl ausschließlich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Jugendhilfe und Jugendamt. Mutter und Tochter blieben unverletzt. Die Polizei spricht von einer »extrem kaltblütigen Gewalttat«.

Doch was genau wollte der mutmaßliche Täter erreichen? Hätte man den polizeibekannten Mann womöglich aufhalten können? Woher hatte er die Waffe? All das bleibt vorerst im Dunkeln. In Stade herrscht Fassungslosigkeit.


Enthüllung für Merkel

Wer im Kanzleramt unterwegs ist, dem fällt es oft sofort ins Auge: Die Ahnengalerie mit den früheren Kanzlern ist noch immer unvollständig. Der Letzte, der in der Porträtreihe hängt, ist Gerhard Schröder.

Angela Merkel hat sich mit der Wahl eines Künstlers für ihr Porträt lange Zeit gelassen (mehr dazu hier ). Dass sie sich schließlich für den jungen Maler Jérémie Queyras entschied, ist erst seit vergangener Woche bekannt.

Altkanzlerin Merkel (am 18. Juni in Chicago)

Altkanzlerin Merkel (am 18. Juni in Chicago)

Foto: Kent Nishimura / AFP

Heute wird Merkels Bild nun enthüllt. Für die Altkanzlerin war es ein Wagnis, nicht auf einen bekannten Namen zu setzen. Mit Queyras, so berichtete die »Zeit«, besuchte Merkel ihre Heimat in der Uckermark. Verbrachte etliche Stunden an einem Ort, der geheim bleiben musste.

Vielleicht wird es heute ein emotionaler Moment für Merkel. Einer der letzten großen Meilensteine nach dem Ende ihrer Amtszeit: dieses Bild, auf dem die ikonische Raute fehlt, der typische Merkel-Blazer aber nicht. »Es ist komisch, wenn man langsam Geschichte wird«, sagte sie der »Zeit«. So wie man Angela Merkel kennt, dürfte sie damit aber ganz gut leben können.


Schutzlos in der Hitze

Die Extremhitze zieht ab, doch als politisches Thema könnten uns die gefährlichen Temperaturen noch etwas länger beschäftigen. Notwendig wäre das. Wenn Menschen sterben, Schulen schließen und Patienten in Krankenhäusern der Hitze ausgeliefert sind, zeigt sich nicht nur, wie brutal der Klimawandel sein kann (mehr hier ). Sondern auch, wie schlecht Deutschland darauf vorbereitet ist.

Erfrischung an einem Trinkbrunnen in Offenbach

Erfrischung an einem Trinkbrunnen in Offenbach

Foto: Andreas Arnold / dpa

Nach dem Extrem-Wochenende nahm die Debatte Fahrt auf. Die Grünen schlugen Solar-Klimaanlagen für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Kitas vor. Umweltminister Carsten Schneider sprach über Begrünung in Städten und Trinkbrunnen. Zwischen Bund, Ländern und Kommunen begann eine Diskussion darüber, wer das bezahlen soll.

Zu befürchten ist, dass es mit der Debatte jetzt auch schon wieder vorbei ist. Weil der Wetterumschwung kurzfristig Linderung bringt. Weil man mit Klimaschutz und Anpassung keine Wahlen gewinnt. Und weil in Zeiten von Trump, Ukrainekrieg und Wirtschaftskrise Klimapolitik schon länger als »nice to have« gilt.

Nur: Die nächste Hitzewelle kommt bestimmt.


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Verlierer des Tages…

…ist Deutschland. Bis zum Schluss hat die Nationalmannschaft alles gegeben im Spiel gegen Paraguay, doch es hat nicht gereicht. Nachdem es lange Zeit 1:1 stand, schaffte Jonathan Tah in der Verlängerung sogar noch ein Tor. Doch der Schiedsrichter erkannte es wieder ab. Dass viele Experten das für eine Fehlentscheidung halten, ändert am Ergebnis nichts. Im Elfmeterschießen bewies die Mannschaft aus Paraguay die stärkeren Nerven (hier zum Nachlesen im Liveblog ).

Deutsche Mannschaft am Spielfeldrand

Deutsche Mannschaft am Spielfeldrand

Foto: Tom Weller / dpa

Nachdem die Nationalmannschaft zuletzt zweimal in Folge in der Vorrunde bei einer WM gescheitert ist, ist sie nun also im Sechzehntelfinale rausgeflogen. Dabei hätte das Land eine erfolgreiche WM gut gebrauchen können. In einer Zeit, in der der größte deutsche Autobauer massiv Stellen abbaut und Deutschlands Stellung in der Welt erodiert – da hätte ein Erfolg bei der WM zumindest die Stimmung im Land heben können.

Doch mittlerweile ist es eine bittere Wahrheit, dass beim deutschen Fußball Anspruch und Wirklichkeit weit auseinanderklaffen (mehr zur Niederlage gegen Paraguay erfahren Sie in dieser Spielanalyse ).

Kapitän Joshua Kimmich will seine DFB-Karriere übrigens trotz WM-Aus fortsetzen. Und: Paraguays Präsident ruft nach dem Sieg über Deutschland einen Nationalfeiertag aus. Alles Wichtige zum aktuellen WM-Tag können Sie hier im Newsblog verfolgen .


Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

  • Iran will Minen in Straße von Hormus allein räumen – Libanon meldet neue Angriffe Israels: Teheran weist eine internationale Aktion zur Minenräumung in der Straße von Hormus zurück. Trotz Rahmenabkommen soll Israel Ziele im Südlibanon attackiert haben. Und: Die USA wollen in Katar mit Iran verhandeln. Der Überblick.

  • Drei Verletzte nach Explosion in Monaco: Ein Rucksack, eine Detonation und drei Verletzte: Das Fürstentum Monaco wurde am späten Montagabend von einer Explosion erschüttert. Einer der Verletzten soll ein ukrainischer Geschäftsmann sein.

  • Großbritannien will Asylsuchende für Unterbringung zur Kasse bitten: Kost und Logis gratis soll es für Asylsuchende auf der Insel bald nicht mehr geben. Die britische Regierung plant, bis zu 10.000 Pfund pro Person zurückzufordern – sonst wird es nichts mit der Aufenthaltsgenehmigung.


Heute bei SPIEGEL Extra: Kalt erwischt – was die Wissenschaft über Eistonnen weiß

Foto: Edgar Barragan Juarez / Moment / Getty Images

LeBron James und Lady Gaga schwören auf Eisbäder, Per Mertesacker sowieso. Die Forschung dazu ist erstaunlich wackelig: Was Kälte zur Regeneration wirklich bringt. Und wann man darauf besser verzichtet .

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag.

Ihre Maria Fiedler, stellvertretende Leiterin des SPIEGEL-Hauptstadtbüros

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