News: Ungarn, Demokratie, FDP, Wolfgang Kubicki, Buckelwal, Ostsee - DER SPIEGEL
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Felix Dachsel

Die Lage am Morgen Die Hoffnung trinkt Weißwein, ist 74 Jahre alt und heißt Wolfgang Kubicki

Heute geht es um die spektakuläre Orbán-Dämmerung in Ungarn, die Führungsfrage der FDP und um Buckelwal Timmy.

Putins Zittern

Wladimir Putin ist so mächtig – er kann sogar Wahlen verlieren, bei denen er gar nicht antritt. Ungarn startet heute in die vorletzte Woche vor der Parlamentswahl. Und einer der treuesten Freunde, die Russland in der Europäischen Union hat, steht vor dem Aus (mehr dazu hier ).

Orbán-Herausforderer Péter Magyar: In den Umfragen liegt er vorn

Orbán-Herausforderer Péter Magyar: In den Umfragen liegt er vorn

Foto: Zoltan Mathe / EPA

Aktuell sieht es so aus, als ob Viktor Orbán, der seit 16 Jahren autokratisch regiert, mit seiner Partei Fidesz spektakulär verlieren könnte. Er liegt in Umfragen weiterhin hinter seinem Herausforderer, Oppositionsführer Péter Magyar.

Der Oppositionsführer wirft dem Regierungschef vor, sich Hilfe vom großen Bruder aus Moskau zu holen: »Orbán hat die fähigsten russischen Agenten in unser Land eingeladen, damit sie die Wahlen beeinflussen.« Und Orbán rastet bei einer Wahlkampfrede aus, als ihn Demonstranten ausbuhen. Die Ungarnwahl hat den Stempel »Krimi« tatsächlich verdient.

Die nächsten zwei Wochen dürften spannend werden. Es stehen nicht nur zwei Kandidaten und zwei Parteien zur Wahl, sondern zwei Systeme. Die liberale Demokratie in der einen Ecke und die antiliberale in der anderen. Das ist kein ungarischer Kampf, es ist ein europäischer.


Die Qualen der Liberalen

Es ist genau zwei Jahre her, da wollte der damalige Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) viele Millionen Euro in Flugtaxis investieren (mehr dazu hier ). Heute ist Volker Wissing nicht mehr Mitglied bei den Liberalen, Taxis stehen noch immer im Feierabendverkehr und das Einzige, was verlässlich fliegt, ist die FDP aus Parlamenten. Entschuldigen Sie diese billige Kabarettpointe.

FDP-Chef Christian Dürr: Er will weitermachen

FDP-Chef Christian Dürr: Er will weitermachen

Foto: Steinsiek.ch / IMAGO

Eigentlich muss jedem, dem etwas an der Demokratie liegt, Sorgen bereiten, was aktuell in der FDP abgeht. Nach den katastrophalen Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wackelt der noch recht neue FDP-Chef Christian Dürr, dessen Gesicht man sich gerade gemerkt hatte. Dürr will weitermachen – doch wird aus NRW herausgefordert.

Der dortige Fraktions- und Landesvorsitzende Henning Höne (mehr zu ihm hier ) wolle sich den Vorsitz »antun«, wie SPIEGEL-Kollege Florian Gathmann es formuliert. Und im Hintergrund macht sich ein dritter Mann warm, die Hoffnung vieler Liberaler mit Sinn für klare Kante: Wolfgang Kubicki. Die Hoffnung der FDP ist also 74 Jahre alt.

Der entscheidende Parteitag ist eigentlich erst im Mai, aber die Dominosteine wackeln schon bedenklich. Es könnte also in den nächsten Tagen etwas passieren. Zur Vorbereitung sollten Sie das ganze Drama bei Gathmann nachlesen, er hat den Überblick. Und hier noch, als Denkanstoß, drei sehr subjektive Gründe, warum es in Deutschland starke Liberale braucht. Widerspruch willkommen.

1. In einem Land der Staatsgläubigkeit sollte es eine demokratische Partei geben, die staatlichen Eingriffen misstraut.

2. Rechts der Mitte (und abseits der AfD) muss es weiterhin Koalitionsmöglichkeiten geben.

3. Das deutsche Kabarett gerät ohne die FDP in eine Existenzkrise.


Walbeobachtung

Vor Wismar, in den Fluten der Ostsee, irrt noch immer Buckelwal Timmy umher. Timmy steckt fest, befreit sich, verfängt sich wieder im flachen Wasser. Ein Schauspiel, das nicht nur Tierfreunden an den Nerven zerrt (mehr im Video). Die nächsten Stunden könnten entscheidend sein, sagen Experten.

Buckelwal Timmy: Ab in die Freiheit!

Buckelwal Timmy: Ab in die Freiheit!

Foto: Philip Dulian / dpa

Timmy sei sehr geschwächt, sagt der Direktor des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, Burkhard Baschek. Während der zuständige Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) ankündigt, dass man den Wal jetzt in Ruhe lassen wolle – in der Hoffnung, dass er Kraft tankt, sich selbst befreit und den Weg aus der Ostsee findet. Die »Bild«-Zeitung fordert unterdessen Erlösung durch Einschläferung.

Was auch immer Timmy da gerade macht in den Fluten der Ostsee, schon jetzt beschreibt er das Vor und Zurück der Gegenwart besser als wir Journalisten es jemals könnten. Und jetzt schwimm raus in die Freiheit, Timmy. Du hattest deine Sendezeit!


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Gewinner des Tages…

Eintracht-Verteidiger Rasmus Kristensen: Starke Offenheit!

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Foto:

Soeren Stache / dpa

...ist der Fußballer Rasmus Kristensen von Eintracht Frankfurt. Der kantige Verteidiger aus Dänemark, 28 Jahre alt, wirkt auf dem Platz nicht wie einer, der gern seine Gefühle offenbart. Jetzt hat er in einem Vereins-Podcast über seine »Fußballdepressionen« gesprochen. Erst bei der Eintracht, zu der er 2024 wechselte, habe er wieder Spaß an seinem Job gefunden. Starke Offenheit!

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Heute bei SPIEGEL Extra: Warum so viele Arbeitssuchende in teuren und nutzlosen Kursen sitzen

[M] DER SPIEGEL; Fotos: Maskot / Getty Images, Peter Dazeley / The Image Bank / Getty Images

Der Staat steckt Milliarden in Weiterbildungen für Arbeitslose. Doch viele Maßnahmen verpuffen: Teilnehmer und Insider berichten von überflüssigen Trainings mit dünnem Inhalt – und Privatanbietern, die abkassieren .

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag.

Ihr Felix Dachsel, Ressortleiter des Reporter-Ressorts