Pränataldiagnostik: Bundestag stimmt für Beobachtung von Bluttests bei Schwangeren - DER SPIEGEL
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Pränataldiagnostik Bundestag stimmt für Beobachtung von Bluttests bei Schwangeren

Eine große Mehrheit der Abgeordneten fordert Daten über die Auswirkungen nicht invasiver Bluttests auf Trisomie als Kassenleistung. Ein Gremium soll die rechtliche, ethische und gesundheitspolitische Grundlage prüfen.
Plenarsaal des Bundestags
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Foto: dts Nachrichtenagentur / IMAGO

Der Bundestag hat mit großer Mehrheit für eine Datenerhebung zu den Folgen der Kassenzulassung nicht invasiver Bluttests gestimmt. Mit solchen Tests können Schwangere ihr Kind etwa auf ein Downsyndrom untersuchen.

Das Parlament nahm einen Antrag einer fraktionsübergreifenden Abgeordnetengruppe an, der die Bundesregierung dazu drängen soll, ein Monitoring einzuführen. Ein Expertengremium soll dann die rechtliche, ethische und gesundheitspolitische Grundlage prüfen, nach der Krankenkassen den nicht invasiven Pränataltest bezahlen.

Im Antrag heißt es jedoch auch: Es werde dabei sichergestellt, dass Schwangeren der Zugang zum kassenfinanzierten Bluttest »bei einer gerechtfertigten medizinischen Indikation nicht erschwert wird«. Auf diese Änderung verständigten sich die Initiatoren kurz vor der Debatte mit anderen Abgeordneten. Für den Antrag stimmten 529 Abgeordnete, es gab 18 Neinstimmen und 23 Enthaltungen.

Die Bluttests können seit 2022 unter bestimmten Voraussetzungen von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Das hatte der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Kassen beschlossen. Schwangeren wird dabei Blut abgenommen und genetisch analysiert. Es ist risikoloser als Untersuchungen, bei denen Fruchtwasser durch die Bauchdecke der Frau entnommen wird.

Die Initiative für einen genaueren Blick auf die Umsetzung der Bluttests war schon 2024 in der vergangenen Wahlperiode eingebracht worden. Wegen des Bruchs der Ampelkoalition kam es dann aber nicht mehr zu einer Abstimmung. Befürworter fürchten, dass Pränataltests als Kassenleistung zu einer stillschweigenden Selektion führen könnten und fragen: Wie perfekt muss ein Baby sein, um geboren werden zu dürfen?  Bei einem Downsyndrom haben Menschen in jeder Zelle ein Chromosom mehr. Das Chromosom 21 ist dreifach vorhanden, daher auch die Bezeichnung Trisomie 21. Folgen sind körperliche Auffälligkeiten und eine verlangsamte motorische, geistige und sprachliche Entwicklung. Ausprägungen können aber sehr unterschiedlich sein.

Andererseits fürchten andere einen Rückschritt für die Gesundheitsversorgung von Frauen , sollten nicht-invasive Pränataltests künftig nicht mehr von Krankenkassen bezahlt werden. Selbstbestimmung und Inklusion dürften in der Debatte nicht gegeneinander ausgespielt werden.

jml/dpa