Prozess Ex-Terrorist Boock schildert Einstieg bei RAF
Peter-Jürgen Boock: "Der Zusammenschluss war das Ziel"
Foto: MICHAEL DALDER/ REUTERSStuttgart - Welchen Anteil hatte , 58, am RAF-Attentat auf Generalbundesanwalt am 7. April 1977? Diese Frage soll der Prozess vor dem Oberlandesgericht in Stuttgart-Stammheim klären. Am Donnerstag wurde der frühere RAF-Terrorist als Zeuge vernommen.
Boock schilderte dabei seinen Weg in den Untergrund. Wie andere Jugendliche habe er sich von den RAF-Terroristen der ersten Generation aufgefangen gefühlt. Nach deren Inhaftierung hätten sie das Ziel gehabt, die Vorbilder mit Anschlägen zu befreien, zu denen auch das Attentat auf Buback gehörte. Boock, der heute in Freiburg lebt, gilt als ein Hauptzeuge der Anklage.
Der Vorsitzende Richter Hermann Wieland ermahnte Boock, mit sich und seiner Vergangenheit ins Reine zu kommen: "Sie sollten die historische Chance nutzen, vor der deutschen Bevölkerung und Geschichte das zu sagen, was der Wahrheit entspricht - und zwar in vollständiger Form."
Boock schilderte anschließend ausführlich, wie sie damals von den sogenannten "Brandstiftern" aus Heimen eingesammelt worden seien. Zunächst hätten sie nicht gewusst, dass es gleichgesinnte Gruppen in anderen Städten gab. Doch bald wurde klar: "Der Zusammenschluss war das Ziel." Die Ausbildung im Camp in Aden (Jemen) sei der Weg dahin gewesen. Boock berichtete zudem, Buback hätte eigentlich durch eine Haftmine sterben sollen. "Das erwies sich jedoch nicht als gängig und wurde verworfen."
Die Bundesanwaltschaft wirft Becker vor, maßgeblich an der Entscheidung für den Anschlag, an dessen Planung und Vorbereitung sowie der Verbreitung der Bekennerschreiben mitgewirkt zu haben. Buback und zwei seiner Begleiter waren am 7. April 1977 in Karlsruhe erschossen worden, wobei die tödlichen Schüsse vom Soziussitz eines Motorrads abgefeuert wurden. Welches RAF-Mitglied die Schüsse abgab, ist bis heute ungeklärt.