96,5 Prozent Zustimmung: Die Delegierten feiern Robert Habeck als ihren neuen Kanzlerkandidaten.
Helen Zoe Frey, Delegierte aus Freiburg:
»Das ist halt irgendwie so ein cooler Vibe, wo man Leute wirklich so mitnehmen kann, wegen der Energy, so Aufbruchstimmung, wir können jetzt was schaffen, wir sind motiviert.«
Moritz Böll, Delegierter aus Köln:
»Das hat hier viel Energie gegeben, das Wochenende, und wir haben jetzt anstrengende Wochen vor uns, aber ich bin optimistisch und wir werden alles geben.«
Robert Habeck, Grünen-Kanzlerkandidat:
»Ich bewerbe mich mit dieser Rede darum, euch im Wahlkampf anführen zu dürfen. Und wenn es uns ganz weit trägt, dann auch ins Kanzleramt.«»
Die Grünen nennen ihren Spitzenmann offiziell dabei etwas sperrig: »Kandidat für die Menschen in Deutschland«.
Reporterin:
»Warum nicht Kanzlerkandidat?«
Constantin Meyer Zu Allendorf, Delegierter aus Leipzig
»Klingt besser, naja mein Gott, Robert ist für alle da.«
Harald Feurig, Grünenmitglied aus dem Rheingau-Taunuskreis:
»Selbstbewusst. Und er kann's. Warum macht er's? Weil er's kann.«
Reporter:
»Aber er wird's wahrscheinlich nicht.«
Harald Feurig, Grünenmitglied Rheingau-Taunuskreis:
»Nein, nein, nein! Aber vielleicht einen guten Posten, wenn sie in eine Koalition eingehen, ne?«
Erst ist aber offensives Zuhören angesagt. »Gespräche am Küchentisch« hatte Habeck bereits per Werbevideo angekündigt, beim Parteitag gibt's die erste Runde, wenn auch ohne Tisch. Habeck darf sich in Demut üben, so die Strategie. Schließlich hat man aus Fehlern gelernt.
Gerhard Härer, Kreisverband Esslingen:
»Klar, Heizungsgesetz schlecht kommuniziert.«
Mirja Cordes, Delegierte aus Düsseldorf:
»Ja, ich finde es auch immer so'n bisschen von oben herab: Wir müssen es euch nur besser erklären, und dann versteht ihr es schon, dass wir doch immer recht hatten. Nein, wir müssen erst mal zuhören.«
Katrin Göring-Eckardt, ehem. Vorsitzende Bundestagsfraktion:
»Und ich glaube, dass ich auch ein Job, den wir noch zu Ende machen müssen, dass es bei uns niemanden mehr gibt, der sagt: Ich hätte da mal einen Vorschlag, wie dein Leben am besten wäre.«
Reinhard Bütikofer, ehem. Bundesvorsitzender:
»Oh, ein bissle Selbstkritik hat er, glaube ich, schon verkündet, und allzu viel Selbstkritik sollte man jetzt auch nicht haben.«
Delegierte aus Brandenburg:
»Wir haben Habeck for Kanzler.«
Melani Pelaez Jara, Delegierte aus Mainz:
»Ich hab Brandmauer. Das ist gar nicht so einfach, das zu basteln. Und natürlich auch Kanzler-Era.«
Freundschaftsbändchen à la Taylor Swift dürften allein aber auch nicht reichen, um die – aktuell – Zehn-Prozent-Partei aus ihrem Umfragetief herauszuholen.
Gabi Heidt, Delegierte aus Thüringen:
»Es ist schwierig, es sind schwierige Zeiten, aber wir haben auch viele Lösungen, und ich hoffe, dass wir da gut durchkommen.«
Lena Krause, Delegierte aus Wolfenbüttel:
»Ich glaub, das größte Problem, das wir Grünen hatten, war tatsächlich, dass wir in der Ampel unsere Themen nicht mehr so durchbekommen haben.«
Jim Martens, Delegierter aus Hamburg:
»Wir haben ja auch bei der letzten Bundestagswahl gesehen, dass es einige Wochen vor der Wahl auch nicht so aussah, dass Scholz hätte gewinnen können. Und dann hat sich's doch noch mal gedreht, insofern – am Ende ist alles drin.«
Und wie viel wird's sein, mit dem neuen »Kandidaten für die Menschen in Deutschland«? Die Parteibasis wagt eine Prognose für die baldige Bundestagswahl:
Delegierte:
»Oh!«
»Von mir aus gerne 22 Prozent, nein, bleiben wir realistisch.«
»Auf jeden Fall weit über 10 %.«
»15.«
»15 Plus.«
»18.«
»Also dass wir auf jeden Fall Gewicht haben, was die nächste Regierungsbildung angeht.«
»Also die Hoffnung stirbt zuletzt.«