Spionage: Ehemaliger BND-Vize von Cyberangriff betroffen - DER SPIEGEL
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Spionage Cyberangriff gegen ehemaligen BND-Vize

Die Angriffswelle gegen Nutzerkonten bei Signal und WhatsApp betrifft sensible Ziele. In Deutschland gehörten nach SPIEGEL-Informationen Beamte in Sicherheitsbehörden und hochrangige Politiker zu den Betroffenen.
• aus DER SPIEGEL 12/2026
Ex-Geheimdienstler Loringhoven: Alle Kontakte gewarnt
Ex-Geheimdienstler Loringhoven: Alle Kontakte gewarnt

Ex-Geheimdienstler Loringhoven: Alle Kontakte gewarnt

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Sean Kilpatrick / empics / picture alliance

Ex-BND-Vizepräsident Arndt Freytag von Loringhoven zählt zu den Opfern eines Cyberangriffs auf Nutzer der Messenger-App Signal. Der 69-Jährige sagte dem SPIEGEL, bei ihm habe sich ein angeblicher Signal-»Support« gemeldet und die Eingabe der PIN gefordert. Der gelernte Diplomat, bis 2019 bei der Nato für nachrichtendienstliche Zusammenarbeit zuständig, gab die Daten demnach ein.

Er ist bei Weitem nicht der einzige prominente Betroffene der globalen Angriffswelle gegen Nutzerkonten bei Signal und WhatsApp. Nach SPIEGEL-Informationen meldeten sich hochrangige deutsche Politiker als Betroffene bei Behörden, auch aktive Beamte in Sicherheitsbehörden wurden angegriffen.

DER SPIEGEL 12/2026

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Bereits im Februar hatten das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) den Angriff als »sicherheitsrelevant« eingestuft  und Betroffene aufgefordert, sich zu melden. Diese Warnung sei auf »hohe Resonanz« gestoßen, heißt es beim BfV, man gehe davon aus, damit noch Schlimmeres verhindert zu haben.

In dieser Woche hatten niederländische Geheimdienste die Angriffe erstmals öffentlich  den mutmaßlichen Urhebern zugeschrieben: Sie machen »russische Staatsakteure« verantwortlich. »Chat-Anwendungen wie Signal und WhatsApp sind trotz ihrer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung keine Kanäle für eingestufte, vertrauliche oder sensible Informationen«, erklärte Vizeadmiral Peter Reesink, Direktor des niederländischen Militärnachrichtendienstes MIVD in Den Haag.

Der Messenger-Anbieter Signal selbst betonte , es handle sich um »gezielte Phishingattacken«, die zur feindlichen Übernahme von Nutzerkonten von Regierungsvertretern und Journalisten geführt habe: »Wir nehmen das sehr ernst«. Weder die Verschlüsselung noch die Infrastruktur seien von den Angriffen betroffen, diese seien weiterhin »robust«.

Die deutschen Behörden hatten in ihrem gemeinsamen Sicherheitshinweis potenziell Betroffene bereits auf Warnzeichen hingewiesen. So könne man innerhalb der Signal-App unter »gekoppelte Geräte« nach neu hinzugefügten, unbekannten Endgeräten suchen. Verdächtig sei auch, wenn Nutzer ohne erkennbaren Grund zur Neuregistrierung Ihres Kontos aufgefordert würden.

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Im Fall des Ex-Geheimdienstlers Loringhoven erhielten dessen Signal-Kontakte über sein Konto einen Einladungslink auf eine externe Website. Er habe alle Kontakte gewarnt, dieser Einladung zu folgen und sein Signal-Konto gelöscht, sagte er dem SPIEGEL. Der Fall zeige, dass »russische Staatsakteure ihre offensiven hybriden Kampagnen unvermindert fortsetzen«.

Aus Sicht der Angreifer dürfte es sich bei Loringhoven um ein Hochwertziel handeln. Nach seinem letzten Botschafter-Posten in Warschau, den er bis 2022 ausführte, beschäftigte er sich intensiv mit der hybriden Kriegsführung Russlands, über die er zwei Jahre später das Buch »Putins Angriff auf Deutschland« veröffentlichte.

Darin geht es neben Desinformations-Kampagnen auch um russische Cyberbedrohungen.

rom, wow
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