Ostern in der Arche in Berlin-Hellersdorf. Viele der hier betreuten Kinder kommen aus Elternhäusern, die ihnen keine üppige Schokoladeneiersuche bieten können. Von Ferien außerhalb des Plattenbauviertels ganz zu schweigen. Das geht nur dank des christlichen Kinder- und Jugendwerks.
Kind:
»Ich freue mich aufs Ostercamp an der Ostsee«:
Harmonische Feiertage und Urlaub im schon behaglich warmen Mittelmeerraum oder noch weiter weg – alles für viele Kinder und Jugendliche hier nicht drin. Immerhin können hier essen, soviel sie wollen. Ohne das Portemonnaie ihrer Eltern zu belasten, für die es vorne und hinten nicht mehr reicht.
Wolfgang Büscher, Sprecher der Arche
»Viele Mütter sagen: Ich habe nicht genügend Geld, um für meine Kinder zu sorgen. Viele Mütter essen mittags nichts mehr, damit ihre Kinder abends etwas zu essen haben. Wir hatten bei der letzten Lebensmittelausgabe, - das machen wir normalerweise nur für wenige Arche-Familien, über 1000 Familien allein in der Arche in Berlin Hellersdorf. Also die Inflation frisst die Menschen, frisst ihre Kinder, kann man im Moment sagen.«
Die Startklappe für die schnelle Einführung der Kindergrundsicherung hat Finanzminister Christian Lindner vor ein paar Tagen erst mal wieder einkassiert. So vergehen vermutlich Wochen oder Monate bis zu einer Lösung– während die Inflation alles nur noch schlimmer macht. Jeden Tag, bei jedem Einkauf.
Wolfgang Büscher, Sprecher der Arche:
»Vor allen Dingen und das ist ganz entscheidend sind die preiswerten Lebensmittel, die sind massiv teurer geworden. Mir hat mal ein Politiker gesagt, na ja, es sind sieben, acht Prozent Inflation. Aber bei den Grundnahrungsmitteln, bei den, bei den Lebensmitteln, die preiswert waren, ist die Preissteigerungsrate um 50, bis zu 50 Prozent gestiegen. Hier fordern wir eine Preisbremse, entweder Mehrwertsteuer runter, aber dass man sagt bis zu einem bestimmten Punkt, und das wird nicht mehr teurer.«
Lieber Bildung fördern oder direkt Geld in Form von Kindergrundsicherung an die bedürftigen Familien geben – diese scheinbaren Gegensätze diskutiert die Bundesregierung. Dabei fehlt es den Betroffenen an beidem.