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Titel, Cyberkriminalität, Ukraine, SPIEGEL GESCHICHTE

• aus DER SPIEGEL 39/2026

Maschine gegen Mensch?

Das kalifornische Unistädtchen Berkeley liegt an der Bucht von San Francisco. Hier lebt nicht nur Titelautor Simon Book – Berkeley gilt auch als Hochburg der Warner vor künstlicher Intelligenz. An der Universität lehren Größen wie der KI-Pionier Stuart Russell und weitere Kritiker einer unkontrollierten KI-Entwicklung. Forschende in Organisationen wie »The Machine Intelligence Research Institute« oder am »AI Futures Project« sehen existenzielle Risiken und entwerfen Worst-Case-Szenarien für den Untergang der Menschheit. Die Berkeley-Clique galt vielen bisher als »Doomer-Camp«: ewige Pessimisten, Untergangspropheten. Das ändert sich gerade. Sicherheitsvorfälle in den KI-Laboren von Anthropic und OpenAI werfen Fragen auf, ob die Entwickler ihre Maschinen noch beherrschen. Deren Chefs warnten jetzt in seltener Einigkeit vor den Gefahren ihrer mächtigen Superintelligenz, erste Rufe nach staatlicher Regulierung kamen auf. Nur: Wie soll das gehen mit einem US-Präsidenten, der die heimische KI-Entwicklung nicht bremsen will? Wird der bevorstehende USA-China-Gipfel Antworten liefern? Diesen Fragen ist ein SPIEGEL-Team mit Angela Gruber, Bernhard Zand und Marcel Rosenbach rund um den Globus nachgegangen. »KI ist viel zu gefährlich, um die Kontrolle den KI-Konzernen zu überlassen«, sagt Book. »Es kommt auf Donald Trump und Xi Jinping an, die Technologie wirksam einzuhegen.«


Ukraine

Foto:

Emile Ducke / DER SPIEGEL

Über den Dnipro wollte SPIEGEL-Reporter Christian Esch schon lange schreiben. Er kennt und liebt den Fluss aus Kyjiw, wo er regelmäßig in ihm badet, von einem Saunafloß aus. Zusammen mit dem Fotografen Emile Ducke reiste er an den Ufern des Dnipro entlang. Mit dabei: der ehemalige SPIEGEL-Mitarbeiter Fedir Petrov, der den Fluss als Angler ebenfalls gut kennt. Es wurde eine Reise durch Geschichte und Kriegsalltag zugleich. Die drei sprachen mit Fischern und Stahlarbeitern, Bürgermeistern und Badenden. Sie besuchten alte und frische Gräber. Die Recherche endet in der Hafenstadt Cherson, wo der Fluss Frontlinie ist und russische Drohnen Jagd auf Zivilisten machen. Ex-Bürgermeister Wolodymyr Mykolajenko, der von den Russen entführt und misshandelt worden war und am Ende freikam, zeigte ihnen die leere Stadt. »Den Dnipro konnten wir nur noch von Weitem sehen«, sagt Esch. »Es war zu gefährlich, sich dem Fluss zu nähern.« Für Esch war die Fahrt auch ein Abschied, nach Jahren der Berichterstattung aus der Ukraine.


Cyberkriminalität

Jedes Jahr werden Anleger von seriös wirkenden Cybertrading-Plattformen um Milliarden betrogen. Mit falschen Namen, falschen Nummern, falscher Freundlichkeit bringen angebliche Callcenter-Mitarbeiter ihre Opfer dazu, große Summen zu investieren. Statt an der Börse landet das Geld dann aber in den Taschen von Verbrechern. Ein Team um SPIEGEL-Redakteurin Sara Wess recherchierte nun zur Industrie hinter dem Onlineanlagebetrug. Im Mittelpunkt steht das israelische Technologieunternehmen Airsoft, dessen früherer Chef jüngst in Bamberg verurteilt wurde. Die Recherchen sind Teil des internationalen Projekts »Fake Trade«, koordiniert vom Verbund European Investigative Collaborations. »Ohne Firmen wie Airsoft würde diese Art des Betrugs nicht funktionieren«, sagt Wess, die für die Recherche auch nach Kanada reiste. »Erst die Software ermöglicht es, den Opfern mithilfe manipulierter Fantasiecharts das Geld aus der Tasche zu ziehen.«


SPIEGEL GESCHICHTE

Im März 2026 wurde bekannt, dass das US-Nationalarchiv alle in seinem Besitz befindlichen NSDAP-Mitgliedskarten frei online gestellt hatte. Der Schritt löste in vielen Familien eine neue Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus aus und brachte Geschichten zutage, die oft jahrzehntelang verschwiegen worden waren. Nachfahren berichten in der neuen Ausgabe von SPIEGEL GESCHICHTE, welche Geheimnisse sie dadurch entdeckt haben. Der SPIEGEL und andere Medienhäuser entwickelten Datenbanken, die den Zugang zu den Karteien erleichtern. SPIEGEL-Autorinnen fragen nach Tätern, Mitläufern und dem Grund ihrer Begeisterung für Hitler und seine NSDAP. Im hinteren Teil des Hefts gibt es einen ausführlichen Serviceteil, in dem wir Sie über weiterführende Recherchemöglichkeiten in einschlägigen Archiven und Datenbanken informieren. Über einen QR-Code finden Sie dort einen kostenlosen Zugang zur »Nazi-Kartei« des SPIEGEL. Das Heft mit dem Titel »Hitler und wir« erscheint am Freitag.

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