Titel, Holocaust, Libanon, Zivilschutz - DER SPIEGEL
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Hausmitteilung Titel, Holocaust, Libanon, Zivilschutz

• aus DER SPIEGEL 14/2026

Titel

Seit knapp vier Wochen tobt der Irankrieg nun schon, und immer klarer wird, dass sich US-Präsident Donald Trump planlos in die Schlacht gestürzt hat. Sicher ist einstweilen nur, dass die Weltwirtschaft nach Pandemie, Ukrainekrieg und Trumps Zollorgie den nächsten brutalen Schock hinnehmen muss, vor allem in Form höherer Energiepreise. Titelautor Tim Bartz beschreibt, welche schweren Folgen der Feldzug global hat, wie Korrespondent Serafin Reiber zum Beispiel aus Bangladesch berichtet. Die Redakteure Martin Hesse und Michael Brächer sprachen mit dem renommierten Ökonomen Mohamed El-Erian über die Gefahr einer neuen Finanzkrise; Reporterin Juliane von Mittelstaedt ordnet das Desaster politisch ein. Autor Navid Kermani schildert in einem Gastbeitrag, wie der Krieg in der Heimat seiner Familie die Hoffnung auf Freiheit zerstört. »Trump findet keinen Ausweg aus dem Desaster «, sagt Bartz.


Holocaust

Foto:

Stephen Ross Goldstein / DER SPIEGEL

Die SPIEGEL-Redakteurin Susanne Beyer (r.) war vier Monate lang Fellow im Thomas-Mann-Haus in Los Angeles. Dieses Haus hatte der Schriftsteller für seine Familie bauen lassen, als er auf der Flucht vor den Nazis im Exil in den USA lebte. Heute ist es eine transatlantische Begegnungsstätte. Bei ihren Gesprächen in Los Angeles hörte Beyer von US-amerikanischen Jüdinnen und Juden, dass sie überlegten, einen deutschen Pass zu beantragen oder sogar nach Deutschland zu ziehen. Beyer hat das überrascht: »Ich fragte mich: Ausgerechnet Deutschland? Das Land der Täter?« Sie begab sich auf die Suche nach Gründen und lud dann eine Familie zum Interview ins Thomas-Mann-Haus ein: Margot Behringer, geborene Mendelsohn, mit ihrer Tochter und ihrem Enkel Ryan Kalember. Behringer, 99, lebt in Los Angeles, sie ist als Kind vor den Nazis aus Hamburg geflohen – und hat seit Oktober ihren ersten deutschen Pass.


Libanon

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Emin Ozmen / DER SPIEGEL

Im Südlibanon zu recherchieren, ist ohnehin heikel, seitdem Israel seine Bombenwarnungen eher für komplette Landstriche als für einzelne Gebäude kommuniziert. Was die Arbeit aber noch komplizierter macht, ist die Kontrollbesessenheit der Islamistenmiliz Hisbollah, wie sie SPIEGEL-Reporter Christoph Reuter und Fotograf Emin Özmen in der Hafenstadt Tyros erlebten: »Wir standen noch keine zehn Minuten an der Küstenpromenade, als ein Moped mit zwei Männern hielt«, so Reuter. »Sie verlangten zu wissen, wer wir seien und warum an diesem Ort.« Man solle ihnen zum örtlichen Medienbüro folgen. »Auf dem Weg mit den beiden durch die Stadt blieb uns nur übrig, immer möglichst viel Sicherheitsabstand zu ihrem Moped zu halten«, so Reuter, falls es zum Angriff aus der Luft auf die Begleiter am Boden käme. Nach einiger Zeit konnte das SPIEGEL-Team die Hisbollah-Aufpasser aber wieder abschütteln.


Zivilschutz

Foto:

Marlena Waldthausen / DER SPIEGEL

Als Heyo Kroemer, Chef der Berliner Charité, vor einiger Zeit Besuch von internationalen Kollegen bekam, hatten die ihm vorher einen Fragebogen geschickt. Die erste Frage lautete: Durch welches Flugabwehrsystem wird Ihr Krankenhaus geschützt? »Damals war ich davon überrascht «, erklärte Kroemer den Redakteurinnen Antje Windmann (r.) und Katja Thimm im SPIEGEL-Gespräch. Aber heute sei »die Frage absolut verständlich«. Im Fall großer Krisen oder gar eines Kriegs sei die Gesundheitsversorgung in Deutschland nicht gesichert, warnt der Verantwortliche des größten Uniklinikums in Deutschland. Es fehle an verbindlichen Regeln, Zuständigkeiten und Training für Ernstfälle: »Wir haben in Deutschland vor vielem die Augen verschlossen. « Dennoch scheint Kroemer seinen Optimismus zu behalten. »Er setzt auf Netzwerke und Kommunikation «, so Windmann.

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