Jubel bei der CDU.
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kam es nach den ersten Prognosen zu einem überraschend starken Ergebnis der Christdemokraten – entsprechend erleichtert die Reaktion des Spitzenkandidaten und Ministerpräsidenten:
Reiner Haseloff, Ministerpräsident Sachsen-Anhalt
»Ja, meine sehr geehrten Damen und Herren, ich bin überglücklich, dass ich in diesem Moment mit der ersten Prognose, die wir haben, auch vor Ihnen stehen kann.«
Christopher Piltz, DER SPIEGEL
»Das Ergebnis in dieser Deutlichkeit war, glaube ich, für alle hier überraschend, nicht nur für uns Beobachter, sondern auch für die CDU Politikerinnen und Politiker. Man hört es ja immer wieder in Gesprächen. Sie haben gehofft, dass sie um die 30 Prozent schaffen. Sie hatten auch die Angst, dass sie drunter landen, dass sie bei 500k 617 landen könnten. Damit hat keiner gerechnet. Und ich auch nicht. Es war ja die letzten Umfragen. Es war dann doch irgendwie klar, dass es einen Abstand geben wird zwischen CDU und AfD. Das ist nichts. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen durchweg sein würde. Aber das ist dann doch ein so klares und fast schon altes Volkspartei. Ergebnis ist, wie man es schon gar nicht mehr kennt. War nicht zu erwarten.«
Das vorläufige Endergebnis: Die CDU kommt auf gut 37 Prozent, die AfD auf knapp 21. Die Linke verlor mehr als fünf Prozentpunkte und kam auf 11 Prozent der Stimmen.
SPD, Grüne und FDP lagen relativ gleich auf. Die Liberalen schafften diesmal den Einzug in den Landtag. Die Grünen hatten ein deutlich schwächeres Ergebnis als in Umfragen prognostiziert. Die Grünen-Kanzlerkandidatin sah darin keinen Stimmungstest für die Bundestagswahl.
Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin der Grünen
»Klar, wir haben uns mehr erhofft bei dieser Landtagswahl. Für uns ist klar: Die Ausgangslage bei der Bundestagswahl ist eine komplett andere. Nach dieser Pandemie geht es darum, dieses Land gemeinsam zu erneuern. Dafür treten wir als Bündnis 90/Die Grünen an.«
Christopher Piltz, DER SPIEGEL
»Für die Grünen wird es ein ähnliches Wahlergebnis sein wie beim letzten Mal. Sie haben jetzt nicht groß profitiert. Ich glaube aber, man muss da einfach sehen, dass es in einem ländlichen Raum, in einem ländlichen Land wie Sachsen-Anhalt deutlich schwerer ist, für die Grünen überhaupt zu punkten.«
In Sachsen-Anhalt regieren seit 2016 die CDU, SPD und Grüne zusammen als Deutschlands erste sogenannte Kenia-Koalition. Darauf könnte es auch diesmal wieder hinauslaufen. Doch es gibt auch andere, plausible Möglichkeiten.
Christopher Piltz, DER SPIEGEL
»Wenn man sich das jetzt anschaut, könnte alles wieder hinauslaufen auf die Kenia-Koalition. Könnte vielleicht auf eine Koalition zwischen CDU, SPD und FDP hinauslaufen. Man muss sie sich angucken. Man hat immer wieder gemerkt die Sticheleien zwischen der CDU und den Grünen. Da ist die Frage natürlich, ob das nochmal eine weitere Koalition münden sollte. Sie haben sich oft, wenn es zu Streitereien kam und die Koalition fast vom Ende war, lag es meistens an diesen beiden Parteien, die sich gekuppelt haben. Und da ist jetzt die Frage, ob das wirklich konstruktiv ist für weitere fünf Jahre oder ob es dort zu einer anderen Konstellation kommt. «