Ramadan in Gaza Glaube, Hunger, Hoffnung
Das Fasten und das Fastenbrechen sind im Ramadan für muslimische Menschen von großer Bedeutung. Nach Sonnenuntergang wird gegessen und getrunken. Aber wie soll man sein Fasten brechen, wenn der Hunger längst Alltag geworden ist?
Die meisten der mehr als zwei Millionen Menschen in Gaza sind muslimisch und begehen Anfang März den Beginn dieses heiligen Monats, der eine Zeit des Gebets, der Besinnung und festlichen Zusammenkünfte ist. Für die Palästinenser im Küstenstreifen jedoch ist der Fastenmonat in Kriegszeiten nicht nur durch die Rituale des Glaubens und der Hingabe geprägt. Er bedeutet auch eine ständige Erinnerung an ihre Ausdauer angesichts überwältigender Not. Im zweiten Ramadan seit Kriegsbeginn weiß niemand, was die nächsten Tage bringen werden. Die Lage ist kritisch, und Nahrung ist sehr knapp. Eine humanitäre Katastrophe.
Trotz der Umstände, oder gerade deshalb, zelebrieren die Palästinenser in Gaza den Ramadan bei gemeinsamen Mahlzeiten, wie hier am 1. März. Mit Matten und Plastikstühlen schaffen sie in zerstörten Städten und Dörfern Räume zum Feiern, einige schmücken die Ruinen mit Lichterketten und Bannern. Inmitten einer Trümmerlandschaft setzen sich hunderte Palästinenserinnen und Palästinenser in Rafah zum gemeinsamen Iftar, der Mahlzeit zum Fastenbrechen, an die Tafel.
In diesem Jahr reicht eine im Januar vereinbarte Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas in den islamischen Fastenmonat hinein. In Kairo wird darüber verhandelt, wie es weitergehen soll. Vom 2. März an blockiert Israel alle Hilfslieferungen in das Küstengebiet. Der Hintergrund: Die Hamas hat eine von den USA vorgeschlagene Verlängerung der ersten Phase der Waffenruhe abgelehnt, in der weitere Geiseln freigelassen werden sollen. Israel wiederum hat sich deshalb geweigert, in die zweite Phase der Vereinbarung einzutreten, die einen Rückzug aus dem Gazastreifen vorsehen würde.