Georg Klein: Stiller Abschied für Kunduz-Kommandeur - DER SPIEGEL
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Militär Stiller Abschied für Kunduz-Kommandeur Klein

• aus DER SPIEGEL 36/2026
Infanteristen der Bundeswehr im Feldlager in Kunduz, Afghanistan
Infanteristen der Bundeswehr im Feldlager in Kunduz, Afghanistan

Infanteristen der Bundeswehr im Feldlager in Kunduz, Afghanistan

Foto: Michael Kappeler/ dpa

Die Bundeswehr hat Generalmajor Georg Klein, der im September 2009 die fatale Bombardierung von zwei Tanklastern bei Kunduz in Nordafghanistan befohlen hatte, geräuschlos in den Ruhestand verabschiedet. Bei einem kurzen internen Termin in einem Nebenraum des Casinos dankte Staatssekretär Nils Hilmer dem 65-Jährigen am Dienstag im Wehrressort für seine lange Dienstzeit. Klein war 46 Jahre bei der Truppe.

DER SPIEGEL 36/2026

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Weder Hilmer noch Klein sprachen die Geschehnisse in Kunduz an. Klein, damals Oberst, war im Spätsommer 2009 Kommandeur des deutschen Feldlagers in Kunduz. Nachdem Talibankämpfer am 3. September in der Umgebung des Camps mittags zwei mit Treibstoff beladene Tanklaster entführt hatten, nahm Klein an, dass diese als rollende Bomben gegen sein Lager eingesetzt werden könnten. Er forderte Luftunterstützung durch zwei US-Kampfjets an und ließ die Laster nachts bombardieren.

Bei den Luftschlägen starben mindestens 142 Menschen, ein großer Teil waren aber keine Talibankämpfer, sondern Zivilisten, die Benzin aus den festgefahrenen Tankern abzapften. Der Vorfall gilt einer der schwersten Fehlschläge der Bundeswehr in Afghanistan.

Bei einer Vernehmung durch einen Untersuchungsausschuss des Bundestags entschuldigte sich Klein im Jahr 2010 zwar nicht für den Befehl, sagte aber, als gläubiger Christ habe er Gott nach der Bombardierung in der Kapelle des Camps um Vergebung gebeten.

Bei der Bundeswehr wurde Klein in den Jahren nach dem Luftangriff noch zweimal befördert. Zuletzt diente er als Vizechef bei einem Nato-Kommando im französischen Lille.

MGB
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