Luisa Neubauer, »Fridays for Future«
»Shame on you, schämen Sie sich, Friedrich Merz!«
Applaus in Hamburg. Neben »Fridays for Future« hatte ein breites Bündnis zur Demonstration gegen den wachsenden Einfluss rechtspopulistischer Parteien aufgerufen. Unter dem Motto: Hamburg steht zusammen: Wer mit Faschisten paktiert, hat nichts kapiert« ging es hier für Jung und Alt vor allem um den Unions-Kanzlerkandidaten – und seinen jüngsten Stimmenfang bei der AfD im Bundestag.
Kim Höbel, DER SPIEGEL:
»Wie steht's nach dieser Woche mit der Brandmauer, Ihrer Meinung nach?«
Demonstrantin:
»Ja, Scheiße fand ich das von Merz. Richtig scheiße, deswegen sind wir ja auch hier.«
Demonstrantin:
»Ich glaub man kann schon länger beobachten, was die CDU abzieht. Und das jetzt einfach, das sie offen gezeigt haben, dass sie es auch öffentlich gemacht haben, dass sie da für eine Zusammenarbeit offen sind und bereit sind.«
Demonstrant:
»Leider muss ich sagen, was Friedrich Merz da gemacht hatte, hat mich sehr erschüttert, weil er Anfang November noch genau das Gegenteil gesagt hat. Also das und das fand ich staatsbürgerlich wichtig und gut und ich finde das ein Umkippen und das hat mich sehr erschüttert. Und für mich ist er als Kanzler eigentlich nicht mehr wählbar, muss ich sagen.«
Kim Höbel, DER SPIEGEL:
»Was halten Sie von Friedrich Merz als potenziellen nächsten Bundeskanzler? «
Demonstrantin:
»Schrecklich, für mich schrecklich, weil der ist ja im Moment dabei, die AfD rechts zu überholen. Und das ist ja schrecklich.«
Demonstrantin:
»Ja, Horror. Horror, aber ich glaube leider, dass das passieren wird.«
Trotz nebligen Wetters kamen laut Polizei rund 65.000 Menschen am Samstag in die Hamburger Innenstadt, noch mehr als bereits am Vortag.