Sachsen-Anhalt: BSW lehnt Koalition mit AfD trotz Corona-Sondierungen ab - DER SPIEGEL
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Sondierungen in Sachsen-Anhalt Beim »Corona-Unrecht« sind sich AfD und BSW offenbar schon mal einig

Ein Untersuchungsausschuss zur Coronapandemie könnte AfD und BSW in Sachsen-Anhalt verbinden. Bei einer geplanten Reformierung des Rundfunks hingegen gehen ihre Vorstellungen laut einem Bericht auseinander.
Claudia Wittig, Co-Spitzenkandidatin des BSW in Sachsen-Anhalt, und der AfD-Fraktionsvorsitzende Ulrich Siegmund
Claudia Wittig, Co-Spitzenkandidatin des BSW in Sachsen-Anhalt, und der AfD-Fraktionsvorsitzende Ulrich Siegmund

Claudia Wittig, Co-Spitzenkandidatin des BSW in Sachsen-Anhalt, und der AfD-Fraktionsvorsitzende Ulrich Siegmund

Foto: Christian Schroedter / IMAGO

AfD und BSW sprechen bei ihren Sondierungen in Sachsen-Anhalt einem Medienbericht zufolge unter anderem über den künftigen Umgang mit dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) und einen Corona-Untersuchungsausschuss. Wie die »Mitteldeutsche Zeitung« berichtet, wollen beide Parteien in den kommenden Wochen insbesondere ausloten, wie ihre jeweiligen Vorstellungen zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk zusammenpassen.

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hatte angekündigt, die Rundfunkstaatsverträge zügig kündigen und ein neues Sendeangebot aufbauen zu wollen. Das BSW will der »Mitteldeutschen Zeitung« zufolge zunächst durch eine Kommission prüfen lassen, ob und in welcher Form der MDR nach seinen Vorstellungen reformiert werden kann.

Dem Bericht zufolge besteht hingegen Einigkeit zwischen AfD und BSW bei der Forderung nach einem Untersuchungsausschuss zum Behördenhandeln während der Coronapandemie. Die AfD hatte im Wahlkampf angekündigt, Verantwortliche für aus ihrer Sicht begangenes »Unrecht« zur Rechenschaft ziehen zu wollen. Auch die neue BSW-Landtagsfraktion hat sich für einen solchen Ausschuss ausgesprochen.

Die AfD hatte die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt als stärkste Kraft gewonnen und stellt 39 Abgeordnete, das BSW fünf. Zusammen verfügen beide Fraktionen damit über 44 der 83 Sitze. Das BSW hatte eine Koalition mit der vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuften AfD bislang ausgeschlossen.

tgk/AFP