Expo-Kritik: Aserbaidschans schwarzes Gold - DER SPIEGEL
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Expo-Kritik Aserbaidschans schwarzes Gold

Die Expo-Präsentation Aserbaidschans dreht sich nahezu ausschließlich um das Öl - die Industrie des Landes steht und fällt mit dem Rohstoff. Gleichzeitig stellt sich das Land am Kaukasus als Brücke zwischen Europa und Asien vor.
Von Thorsten Pifan
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hannover - Dem Betrachter fällt beim Anblick des aserbaidschanischen Pavillon-Standes in Halle 16 sofort das überdimensionale Modell der Erdölplattform "Chirag I" ins Auge - der größten des Landes, die ihre Bohrer in 120 Meter Tiefe in den Meeresboden treibt.

Das schwarze Gold, das dort aus der Erde gewonnen wird, schmiert die aserbaidschanische Wirtschaft ganz ordentlich. Obwohl sich viel um das Öl dreht, hat Aserbaidschan mehr zu bieten - und der Besucher kann es erleben.

"Durch unser Land führt die Grenze zwischen Europa und Asien", erklärt ein Pavillon-Vertreter. Kulturell zählt das Land eher zu den asiatischen Nachbarn der arabischen Welt. "Fußball spielen wir aber in Europa", erklären die Aserbaidschaner. Die Grenze ist nicht nur geographisch.

Doch zurück zum Öl: Mit Hilfe des Rohstoffs hat Aserbaidschan eine starke petrochemische Industrie aufgebaut. Da ist der Sprung zu großen Chemiefabriken, die ebenfalls mit heimischem Öl geschmiert werden, nicht weit.

Dieser Industriezweig hat in dem Land eine fast ebenso dominante Position. Gleichzeitig spielt am Kaukasus die Tradition eine bedeutende Rolle. Brückenschläge sind täglich nötig. Symbolisiert wird das durch ein entsprechendes Bauwerk auf dem Stand.

Wer auf die Empore steigt, gelangt zunächst in das gemütliche Café. Hier atmet der Besucher arabisches Flair ein. Gäste sollten unbedingt den schmackhaften Tee versuchen.

Nach ein paar Minuten Kraft tanken kann es weiter gehen - über die Brücke: Der Besucher gelangt in den zweiten Teil der Ausstellung.

Überdimensional präsentiert sich die Hauptstadt des "Land of Fire", Baku, auf einem riesigen Bild. Die Silhouette der Stadt überstrahlt auf dieser Seite den gesamten Pavillon.

Optischer Blickfang ist jedoch weniger das Bild. Mehr Aufmerksamkeit erregt ein Fliegender Teppich, auf dem ein Junge und ein Mädchen sitzen - wie im Märchen aus 1001 Nacht.

Die Treppe hinunter und wieder festen Boden unter den Füßen, taucht der Gast in die Vergangenheit ein. In kleinen Schaukästen finden sich historische Stücke: ein uralter Krummdolch und edle Schmuckstücke - Relikte einer prachtvollen Geschichte.

Zurück, unter der Brücke hindurch, geht es mit dem Lauf der Jahre voran in die Gegenwart. Zunächst erzählen vergrößerte schwarz-weiß Fotos von der Pionierzeit der Ölgewinnung. Doch schon steht der Brennpunkt Kaukasus im Visier des Betrachters.

Wichtige Pipelines, in denen das Öl Richtung Schwarzes Meer gepumpt wird, laufen über russisches Territorium - oder solches, das die Russen für sich beanspruchen. Für Aserbaidschan ein Unsicherheitsfaktor.

Dem will das Land künftig im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Weg gehen. Eine neue Pipeline ist geplant.

Sie soll um die instabilen Regionen herum führen und den Aserbaidschanern einen sicheren Absatz ihres wertvollsten Schatzes gewährleisten.

Bewertung: Note: 3 Prädikat: ölig Verweildauer: 15 Minuten Erholungswert:

Bewertung:
Note: 3
Prädikat: ölig
Verweildauer: 15 Minuten
Erholungswert: Im kleinen Café haben Besucher die Gelegenheit, sich bei einer Tasse Tee für wenige Augenblicke vom Expo-Stress zu erholen.


Expo-Porträt: Aserbaidschan
Auf einen Blick: Von A bis Z - Die Expo-Teilnehmer

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