Kuba-Tourismus: Jagd auf die Dollars - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Tourismus in Kuba Jagd auf die Dollars

Kuba inszeniert erfolgreich seinen Ruf als traumhaftes, exotisches Land voller Sinnlichkeit - das Land von Salsa, Zigarren, schönen Menschen. Doch der Tourismus hat die Insel verändert, nicht nur zum Guten.
Straßenszene in Havanna
Straßenszene in Havanna

Straßenszene in Havanna

Foto: Alejandro Ernesto/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

An der Calle Obispo, der belebtesten Straße in der Altstadt von Havanna, lässt sich vieles von dem besichtigen, was Kuba so kompliziert macht. Als ich La Habana Vieja, die Altstadt, vor 17 Jahren zum ersten Mal besuchte, war die Calle Obispo eine etwas staubige Gasse zwischen baufälligen Kolonialbauten. In den nicht asphaltierten Nebenstraßen standen damals Autogerippe, und Menschen lebten hier unter ärmlichsten Bedingungen.

Inzwischen ist La Habana Vieja zu einem kolonialen Disneyland geworden, voller Gruppenreisender aus Deutschland, Backpacker aus Italien, und neuerdings trifft man auch immer häufiger Touristen aus den USA. Während die Band in Hemingways Lieblingsbar zum 20. Mal an diesem Tag die Heldentaten des "Comandante Che Guevara" besingt, bestellen die Urlauber ihren dritten Mojito.

Nur nachts sollte man sich hier manchmal vorsehen mit teuren Smartphones und Kameras, denn der neue Reichtum hat auch Verlierer geschaffen. Unweit der frisch gestrichenen Kulisse wohnen immer noch einige der ärmsten Kubaner. Sie leben von staatlichen Zuteilungen und beziehen ein lächerliches Gehalt in kubanischen Pesos. Vorn, auf der Calle Obispo, lebt man von Touristen und kassiert in Devisen. Dazwischen verläuft weiterhin die Grenze zwischen Sozialismus und Kapitalismus, und auch wenn die Zone des Kapitalismus sich ausdehnt, gibt es viele, die nicht von ihm profitieren. Deshalb wird die unsichtbare Grenze, die zwischen beiden Welten verläuft, von Spezialpolizisten in blauer Uniform bewacht.

Im Zentrum von Havanna

Im Zentrum von Havanna

Foto: epa efe/ picture alliance / dpa

Kuba ist ein Land, das in Schizophrenie lebt, und auch dieser Zustand hat sich in den vergangenen Jahren immer nur ausgeweitet.

Rund um die Calle Obispo wird überall renoviert und saniert, es entstehen seit Jahren neue Fünfsternehotels, Kleiderboutiquen und stimmungsvolle Restaurants, von denen noch immer die meisten dem kubanischen Staat gehören, die schönsten aber privaten Besitzern. Die Zahl der Touristen, die zwischen frisch gestrichenen Kolonialpalästen flanieren, steigt Jahr für Jahr.

Mehr als dreieinhalb Millionen Besucher fahren inzwischen jedes Jahr nach Kuba. Anfang der Neunziger, als das Regime den Tourismus zu fördern begann, waren es noch um die 400.000. Die Zahlen sind explodiert, seit Charterflieger wöchentlich Pauschalurlauber in die Hotelburgen von Varadero befördern und die Kubaner ihre Häuser an Individualtouristen vermieten. Selbst Airbnb ist jetzt auf der Insel angekommen, viele Privatvermieter sind per E-Mail erreichbar.

Ich hätte mir damals, bei meinem ersten Besuch vor 17 Jahren, nicht vorstellen können, dass ich dereinst auf einer kitschigen, rosa erleuchteten Dachterrassenbar im Miami-Style sitzen würde, wie sie das Restaurant La Guarida im vergangenen Jahr eröffnet hat. Das Kulturzentrum Fabrica de Arte Cubano, in einer ehemaligen Fabrik im Stadtteil Vedado errichtet, erinnert mit seinen Bars, Ausstellungsräumen, dem Konzertsaal an Berlin oder London. Die neuen privaten Restaurants, die in den besseren Stadtteilen entstehen, sind geschmackvoll designte Läden, nicht zu vergleichen mit den allerersten "paladares", die nicht viel mehr waren als ein Wohnzimmer und ein paar Stühle.

Viele Kubaner haben ihre staatliche Anstellung gegen einen Schwarzmarktjob getauscht.

Ich kann mich noch an 2008 erinnern, als der Staat den Kubanern den privaten Handybesitz erlaubte; damals war Kommunikation nur per SMS möglich. Internet gab es für Touristen, zu zehn Dollar die Stunde, und irgendwann wurde den Kubanern erlaubt, bei der Post eine E-Mail-Adresse einzurichten. Lange war Kuba ein guter Ort für Europäer, die der dauernden Erreichbarkeit entrinnen wollten. Heute sitzt die vermögende Jugend der Stadt mit Smartphones an öffentlichen Plätzen, wo es WLAN gibt, und checkt ihre Nachrichten auf Facebook. Das Internet ist die jüngste Revolution auf dieser Insel der Revolutionen.

Es waren die Widersprüche, die mich an Kuba bei meinem ersten Besuch im Jahr 1999 am meisten faszinierten, mehr noch als die Strände, die Kolonialbauten oder die Musik. Das Land hatte damals gerade die "Sonderperiode" hinter sich gebracht, die Rationierungen und die Wirtschaftskrise nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion.

Es war der Beginn des Tourismusbooms, der das Land tiefgreifend verändern sollte.

Die alten Männer vom Buena Vista Social Club hatten Kuba zum begehrten Reiseziel gemacht.

Der Mangel war noch allgegenwärtig, der Staat hatte vor Kurzem begonnen, private Zimmervermietung und Restaurants zu erlauben. Er legte den Vermietern Steine in den Weg, wo es nur ging. Zu essen gab es oft nur Reis, Bohnen, Hühnchen und Früchte. Wer bei der Einreise angab, in einer "casa particular", einem Privathaus, nächtigen zu wollen, wurde gezwungen, eine Nacht in einem staatlichen Hotel zu buchen.

Auch bei meinen weiteren Besuchen faszinierte mich an Kuba vor allem das, was in diesem Land nicht so richtig zusammenpasst. Denn als Tourist ist man hier nie einfach nur Beobachter des Wandels, man ist Teil davon. Und es gibt wenige Länder auf der Welt, in denen das Verhältnis zwischen Touristen und Einwohnern so kompliziert ist wie auf Kuba.

Denn der Tourismus hat, erstens, das Land aus seiner Abschottung befreit, und er hat harte Devisen ins Land gebracht, ohne die das sozialistische Wirtschaftssystem längst zusammengebrochen wäre. Zweitens hat er dieses System ad absurdum geführt. Es existiert nur noch als Hülle. Hinter der Kulisse des Sozialismus herrscht ein darwinistischer Kleinkapitalismus: die Jagd auf die Dollars der Touristen.

Geldumtausch

Geldumtausch

Foto: Jorge Rey/ Getty Images

Kuba inszeniert für die Touristen erfolgreich seinen Ruf als traumhaftes, exotisches Land voller Sinnlichkeit - das Land von Salsa, Zigarren und schönen Menschen. Kuba hat alles, was Touristen lieben: karibische Strände, koloniale Architektur, eine faszinierende Geschichte. Die Touristen wiederum sind für viele Kubaner Botschafter aus einer anderen, wohlhabenden Welt: die einzige Hoffnung, mit ihnen das Land je selbst verlassen zu können oder wenigstens an Geld zu kommen.

Dass die Touristen reich sind und die Einwohner arm, ist nichts Außergewöhnliches. Doch die Lage in Kuba ist anders, abgründiger.

Schon 1999 zeichnete sich ab, dass der Tourismus die Gesellschaft umwälzen würde. Es existieren seither nebeneinander her: das sozialistische Kuba, in dem ein Arbeiter umgerechnet 15 bis 20 Euro pro Monat verdient, ob er nun Arzt oder Mechaniker ist - und zwar in einer Währung namens Peso Cubano, mit der sich außer den rationierten Grundnahrungsmitteln kaum etwas kaufen lässt. Daneben entwickelte sich ein kapitalistisches Kuba, in dem Importgüter so teuer sind wie in Europa und ein Hotelzimmer 200 Euro kostet.

Ungelernte Taxifahrer, Barkeeper und Straßenmusiker, die von den Touristen leben, zählen seither zu den wohlhabenden Kubanern, mit Einkünften von Hunderten Euro pro Monat.

Die Zweiklassengesellschaft, die Fidel Castro ausrotten wollte, ist wiederauferstanden. Es ist kein Wunder, dass viele Kubaner ihre staatliche Anstellung gegen einen Job auf dem Schwarzmarkt eingetauscht haben - oder zumindest nebenbei versuchen, vom Tourismus zu profitieren. Das ist auch der Grund dafür, dass der Staat in den vergangenen Jahren freies Unternehmertum zugelassen hat, zumindest in Maßen.

Und seit die Touristen nach Kuba kommen, gibt es auch die Touristenfänger, die lange erfolgreichsten Geschäftsleute der Insel. Die Männer heißen jineteros, die Frauen jineteras. Das heißt übersetzt "Jockey", und es bedeutet so viel wie: auf dem Rücken der Touristen reiten.

Da sind die Zigarrenverkäufer, die an den Häuserecken stehen, "Tabacos? Tabacos?" zischen, bei Bedarf auch Unterkünfte, Taxifahrten und Mädchen vermitteln können. Da sind die Prostituierten, die am Straßenstrich stehen, und dann sind da auch die jungen Frauen, die Hand in Hand mit älteren Touristen von Schuhgeschäft zu Kleidergeschäft ziehen und ihre Novios, ihre Freunde aus Milano oder München, verliebt küssen, während sie auf die Dinge zeigen, die gekauft werden sollten, damit die Verliebtheit anhält.

Zigarrenfabrik in Havanna

Zigarrenfabrik in Havanna

Foto: Jose Goitia/ dpa

Schon einmal hatte der Tourismus eine große Rolle gespielt auf Kuba - in einer anderen Epoche, vor der Revolution von 1959. Die meisten Besucher kamen damals aus den USA, Kuba hatte den Ruf eines sündigen Paradieses, es galt als Las Vegas der Karibik, berühmt für Kasinos und käufliche Liebe, berüchtigt für seine Verbindungen zum organisierten Verbrechen. Schon damals verband sich mit Kuba die Vorstellung von Versuchung und Sinnlichkeit. Dafür stand das "Tropicana", der größte Freiluft-Nachtklub der Welt, in dem Mulattinnen, mit wenig mehr als Federboas bekleidet, tanzten. Wenn amerikanische Seeleute in Santiago de Cuba ankamen, wurden sie von Bargirls begrüßt.

Es waren auch solche Bilder, die Fidel Castro mit seiner Revolution verbannen wollte - sie waren für ihn Auswüchse jenes Neokolonialismus, von dem im Museum der Revolution heute immer noch so viel die Rede ist.

Das neue Regime stand dem Tourismus misstrauisch gegenüber. Es investierte nicht mehr in die Hotelanlagen, schickte Prostituierte in Umerziehungslager und machte einstige Privatstrände allen Kubanern zugänglich. Die Touristen blieben weg, es kamen fast nur noch Besucher aus sozialistischen Bruderländern. Das Land war bald vollkommen abgeschottet von der Welt und blieb es bis Mitte der Siebzigerjahre.

Erst da begann das Regime, den internationalen Tourismus wieder ins Land zu holen, ganz vorsichtig - 1974 reisten 8400 Besucher aus kapitalistischen Ländern nach Kuba, zwei Jahre später gründete Castro das Nationale Institut für Tourismus, das eine Infrastruktur entwickeln und Daten über die Touristen sammeln sollte.

Castro interessierte sich schon damals nur aus einem einzigen Grund für die Touristen: Er brauchte Devisen.

Seiner Insel ging es wirtschaftlich schlecht, sie war vollständig vom Zuckerpreis abhängig, und der war gesunken. Die überlebensnotwendigen Importe aus dem Westen aber stiegen, das Handelsdefizit auch. Im August 1982 gab die Nationalbank bekannt, dass sie nicht mehr allen Schuldenverpflichtungen nachkommen könne. Im gleichen Jahr erlaubte Kuba zum ersten Mal seit dem Sieg der Revolution wieder fremdes Kapital auf der Insel - für Joint Ventures, zum Beispiel im Tourismus.

Castro war durchaus bewusst, dass die Touristen die kubanische Ordnung mit ihren westlichen Ideen und ihren Dollars durcheinanderbringen könnten. Aber er hatte keine Wahl. Das Regime begann mit dem Bau großer Hotels in Varadero, einem Strand, der gut zwei Autostunden östlich von Havanna liegt. Es war der Anfang von der Rückkehr des Tourismus.

Mitten im Kommunismus entstanden kapitalistische Inseln für die westlichen Touristen. Dort sollten sie unter sich bleiben und mit ihren wertvollen Devisen bezahlen. Kubaner sollten diese Orte nicht betreten. Die Idee war, Touristen und Kubaner voneinander fernzuhalten. Das klappte nie so richtig, und spätestens nach dem Kollaps der Sowjetunion war es damit vorbei. Das Land stürzte in eine Wirtschaftskrise, Castro reagierte mit Rationierungen einerseits und einer Tourismusoffensive andererseits: Überall auf der Insel, vor allem aber in Varadero und an der Küste bei Holguín, entstanden neue Resorts.

Hotelanlage in Havanna

Hotelanlage in Havanna

Foto: Alejandro Ernesto/ picture alliance / dpa

Mitte der Neunzigerjahre kam in Europa Kuba als Urlaubsziel in Mode. Zu dieser Zeit, kurz bevor auch ich meine erste Reise unternahm, lösten erstmals die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr den Zuckerexport als nationale Haupteinkommensquelle ab.

Kaum einer weiß, dass die größte Profiteurin des Tourismus bis heute die kubanische Armee ist - ihr gehören die meisten staatlichen Tourismusunternehmen, etwa Cubanacán oder Gaviota. Sie betreibt auch einige der Ladenketten, die Importgüter gegen Devisen anbieten, wie einst die Intershops in der DDR. Und luxuriöse Kliniken, in denen Ausländer sich behandeln lassen können.

Doch auch viele Kubaner haben es durch den Tourismus geschafft, in jene Klasse der kubanischen Gesellschaft aufzusteigen, die sich Importgüter leisten kann. Dazu gehören jene, die etwa ihr Haus erfolgreich vermieten.

Ein besonders absurdes Beispiel war der plastische Chirurg, bei dem ich einst in der Nähe von Trinidad wohnte. Er hatte in der DDR promoviert und saugte nun europäischen Touristen Fett in einer staatlichen Klinik ab - für die Hälfte des Preises, den sie zu Hause zahlen würden. Das Gehalt, das ihm der kubanische Staat zahlte, betrug trotzdem nur 35 Euro. Sein Haus zu vermieten war für ihn eine wirtschaftliche Notwendigkeit.

Einmal wohnte ich bei einer alleinerziehenden Mutter, deren Haus in einem Badeort steht. Sie zog mit ihrem Sohn in die Garage, während sie ihre Räume Touristen überließ.

Fahrradtaxi in Havanna

Fahrradtaxi in Havanna

Foto: Alejandro Ernesto/ picture alliance / dpa

Viele Vermieter sind in den vergangenen Jahren immer professioneller geworden. Am erfolgreichsten sind oft jene, die Verwandte in den Vereinigten Staaten haben und in Betten, Inneneinrichtung und Klimaanlagen investieren können.

Lange gab es nur wenige legale Möglichkeiten für Kubaner, von den Besuchern zu profitieren, illegale dagegen viele. Die deprimierendste Auswirkung des Tourismus auf die kubanische Gesellschaft ist deshalb der Jineterismo. Damit sind die Touristenfänger gemeint, die selbst in der kleinsten Stadt aufdringlich ihre Dienste anbieten, und vor allem der allgegenwärtige Sextourismus: Man sieht sie überall, die mittelalten bis älteren Männer mit den 20-jährigen Mulattinnen.

Jede Studentin kann von einer Freundin berichten, die Jinetera ist, das heißt: gegen Geld oder Geschenke mit Touristen ins Bett geht. Jineteras werden in den Reggaeton-Liedern besungen, zu denen die Jugend nachts in den Diskotheken tanzt, und sie kommen in Filmen vor, sie sind in die Popkultur eingegangen, und auch wenn ihr Ruf schlecht ist, so gehören sie doch zum Alltag.

Aber man sieht daneben auch viele deutsche Frauen mit Kubanern im Arm, und ich habe mir Geschichten angehört wie die jenes traurigen Kerls aus Bayamo, der mir von Elisabeth erzählte, einer Mittvierzigerin aus der Schweiz, die nach zwei Wochen voller Liebesschwüre zurückflog, sich nie mehr meldete. Damit platzte auch sein Traum vom neuen Leben in Europa.

Foto von Fidel Castro in einem Büro

Foto von Fidel Castro in einem Büro

Foto: Greg Kahn/ Getty Images

Als ich vergangenes Jahr auf Kuba war, gab es diese traurigen Seiten des Wandels nach wie vor. Und was mich mindestens genauso fasziniert wie der stetige Wandel des Landes, ist die ungeheure Langsamkeit, in der er sich vollzieht. Denn so vieles sich von Mal zu Mal verändert, so vieles bleibt auch immer gleich.

Und dennoch erscheint mir Kuba so hoffnungsvoll wie nie zuvor. Mit wem man auch spricht, mit Vermietern, mit Taxifahrern, viele Menschen sind voller Optimismus. Der Grund heißt Amerika, es ist die Hoffnung, die sich mit der Öffnung des Landes verbindet.

Die Älteren erzählten mir von der Fähre, die einst Havanna mit Miami verbunden hatte, sie erinnerten sich, wie sie damals morgens losfuhren, in Miami zu Mittag aßen und abends wieder zurück waren. Dass es diese Fähre bald wieder geben soll, erfüllt viele Menschen mit Hoffnung. Auch die Sorge, dass die Amerikaner die Insel nun wieder vereinnahmen können, ist zu hören, doch viele versprechen sich mehr Touristen, mehr Einnahmen, ein besseres Leben.

Es gibt in Havanna bereits eine Art Immobilienboom, ausländische Investoren sind bereit, viel Geld auszugeben für Wohnungen in bester Lage - und das, obwohl die offiziell eigentlich gar nicht zu verkaufen sind. Die alten Straßenkreuzer, die einst rostig waren und als Sammeltaxis dienten, sind nun meist aufwendig renoviert und werden für teure touristische Touren durch die Stadt eingesetzt.

Der Kapitalismus hat die Insel verändert, er hat eine Aufbruchstimmung erzeugt, aber auch eine große Ungeduld. Es sind vor allem die Jungen, die kaum erwarten können, dass sich das System verändert. Viele von ihnen können sich die schicken neuen Klubs nicht leisten, die Zigarrenbars und die einfallsreichen neuen Restaurants. Aber trotzdem haben mittlerweile selbst viele der Ärmsten ein Smartphone, wie überall auf der Welt.

"Wir haben Internet, wir sind nicht dumm, uns kann man nicht mehr erzählen, dass es uns besser gehe als den Menschen anderswo auf der Welt", sagte mir ein Familienvater, der sein Geld mit Taxifahrten zum Flughafen verdient. "Wir lassen uns nicht mehr länger verarschen."