Bildband über die Hauptstadt Dit is ooch Berlin!
Man liegt nicht falsch, wenn man Andreas Gehrke als Porträtfotografen bezeichnet. Allerdings ist er das nicht im herkömmlichen Sinn. Menschen sind auf seinen Bildern so gut wie nie zu sehen, dafür Gebäude und Landschaften, deren Charakter er mit der Kamera hervorhebt. Oft sind es funktionale Gebäude am Ende ihres ursprünglichen Daseinszwecks, zum Beispiel das frühere Quelle-Versand-Haus in Nürnberg, die alte Landeszentralbank im thüringischen Meiningen oder das ehemalige SPIEGEL-Haus in Hamburg . Die gradlinige, ungekünstelte Formensprache der Architektur ist auch Gehrkes Bildsprache.
Diesmal hat sich Gehrke, Jahrgang 1975, eine ganze Stadt vorgenommen, Berlin, seine Heimat. »Ich bin hier aufgewachsen. Mich hat schon als Kind vor allem meine direkte Umgebung interessiert: Straßen, Ecken, Mauern, verfallene Räume und so weiter«, sagt er einmal in einem Interview . Gehrke zeigt die Ecken und Kanten einer Großstadt, die zu viele Umbrüche erlebt hat (und immer noch erlebt), um eine blanke Schönheit zu sein. Sechs Jahre lang hat er fotografiert, gesammelt und gesichtet. Herausgekommen ist kein Must-see-Touristenführer, sondern ein Blickschärfer für die anderen Seiten der Metropole. Oder auch: ein Berlin-Porträt.
Berlin – Bilder einer Stadt