Rudolf Augstein HERRN RUDI DUTSCHKES UMWÄLZUNG DER WISSENSCHAFT Von Rudolf Augstein 12 Min Zur Merkliste hinzufügen
»BÜCHSENLICHT WAR NICHT MEHR« In der Nacht zum 16. Januar 1919 brachen die Kommunistenführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht unter den Kolbenhieben und Schüssen van Offizieren und Soldaten der Garde-Kavallerie-Schützen-Division zusammen. Auf dem Wege vom Berliner Hotel »Eden«, dem Stabsquartier der Gardeschützen, zum Moabiter Untersuchungsgefängnis wurden sie ermordet. Es war das erste große politische Verbrechen in der jungen deutschen Republik. Fast 50 Jahre später haben jetzt der Bremer Rechtsanwalt Heinrich Hannover und seine Ehefrau, die Historikerin Elisabeth Hannover-Drück, in einer Dokumentation* Protokolle des Mordprozesses vor dem Feldkriegsgericht veröffentlicht: ein politisches Psychogramm der Nachkriegszeit und zugleich ein frühes Wörterbuch des Unmenschen. Der SPIEGEL hat Aussagen von Angeklagten und Zeugen zusammengestellt, die den Hergang der Tat schildern. 8 Min Zur Merkliste hinzufügen
»JA, ICH BEWUNDERE DE GAULLE« »Diesen Namen muß man sich merken«, schrieb die Pariser Tageszeitung »Parispresse« über Robert Grossmann, 27, den Präsidenten der gaullistischen Jugendorganisation »Union des jeunes pour le progrès« (UJP). Ende November setzten Grossmanns UJP-Delegierte auf dem Gaullisten-Parteitag in Lilie eine Verjüngung der gaullistischen Parteispitze durch 2 Min Zur Merkliste hinzufügen
Marie Luise Kaschnitz über Franz Kafka: "Briefe an Felice" EINER VON UNS IST ZUVIEL Marie Luise Kaschnitz, 66, Büchner-Preisträgerin von 1955, schrieb Lyrik, Hörspiele, Essays und Erzählungen ("Ferngespräche"). -- Der Band mit den zum erstenmal veröffentlichten Liebes- und Leidensbriefen des Dichters Franz Kafka (1883 bis 1924) an Felice Bauer, die Tochter eines aus Wien stammenden Berliner Versicherungsagenten, gehört zu den gewichtigsten literarischen Neuerscheinungen dieses Herbstes. -- Felice Bauer, vier Jahre jünger als Kafka, starb 1960 in Amerika. 6 Min Zur Merkliste hinzufügen
»DASS SICH ENDLICH EINMAL ETWAS RÜHRT« Die »Opernwelt«, die einzige deutsche Opernzeitschrift, hat das SPIEGEL-Gespräch (40/1967), in dem der französische Komponist und Dirigent Pierre Boulez mit provozierenden Formulierungen ("Sprengt die Opernhäuser in die Luft") sowohl Intendanten als auch Komponisten schmähte und die Opernepoche seit Alban Bergs »Lulu« (1935) zur Null-Periode erklärte, zu einem »Vorfall« und zum »Thema des Monats« Dezember gemacht. Die »Opernwelt« befragte dazu die Regisseure und Intendanten Günther Rennert, Oscar Fritz Schuh und Rolf Liebermann, der auch schon in der »Welt« und in »Melos« Gegendarstellungen gab. Die »Opernwelt«-Interviews veröffentlicht der SPIEGEL auszugsweise. Eine weitere Entgegnung telegraphierte der Komponist Hans Werner Henze (Boulez: »Ich denke bei ihm immer an einen lackierten Friseur") dem »Münchner Merkur« aus Rom. Henze: »Der calvinistische Einzelkämpfer, Geschmackspächter und petit bourgeois Boulez interessiert mich nicht. Seine Bierkutscherpolemik hilft nicht weiter, es helfen nur Antifaschismus und geschichtliches Denken, also Bescheidenheit und Entwicklung von Kunstverstand« Studium von Befreiungstaktiken und, wenn möglich, das Schreiben neuer Werke.« 7 Min Zur Merkliste hinzufügen
PERSONALIEN Charles de Gaulle, Jean Genet, Gunter Sachs, Lyndon Baines Johnson 3 Min Zur Merkliste hinzufügen