DER SPIEGEL 9/1967 - Inhaltsverzeichnis
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Die Wissenschaft vom Zweiten Gesicht

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Nr. 9 / 19.02.1967 • Alle Ausgaben •
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Deutschland

»WIR REDEN CHINESISCH UND HANDELN RUSSISCH«

Zweimal seit Gründung der DDR war der Sturz Walter Ulbrichts für die Sowjets beschlossene Sache: 1953, als die Stalin-Nachfolger Malenkow und Berija für ein Arrangement mit den Westmächten die DDR opfern wollten, und 1956, als Chruschtschow nach der Stalin-Verdammung auf dem XX. Parteitag der KPdSU der Absetzung des Stalinisten Ulbricht bereits zugestimmt hatte. Doch beide Male retteten die Sowjets den SED-Chef. Denn nach dem DDR-Volksaufstand vom Juni 1953 wie nach der ungarischen Revolution vom Oktober 1956 erschien Moskau die Fortführung des Ulbricht-Regimes als einzige Garantie gegen katastrophale Entwicklungen im westlichen Vorfeld des Sowjet-Imperiums. Ober die dramatischen Ereignisse; die sich damals in Ost-Berlin abspielten, berichtet der Frankfurter Journalist Heinz Brandt, 57, in seinem Buch »Ein Traum, der nicht entführbar ist« (Paul List Verlag, München; 367 Seiten; 25 Mark), das Anfang März erscheint. Marxist Heinz Brandt -- einst KPD-Funktionar, elf Jahre lang Häftling in Hitlers Konzentrationslagern, dann SED-Funktionar, 1958 in den Westen geflüchtet, 1961 in den Osten verschleppt und nach dreijähriger Haft in den Westen abgeschoben -- schildert in diesem Buch seinen »Weg zwischen Ost und West«. Als Augenzeuge jener Krisenjahre beschreibt er, mit bislang unbekannten Einzelheiten, unter anderem die Reaktion der im Ostseebad Ahrenshoop sonnenden DDR-Prominenz auf den 17. Juni und den Versuch des inzwischen aus dem Politbüro ausgestoßenen Ulbricht-Kronprinzen Karl Schirdewan, sich mit dem Einverständnis Chruschtschows an die Spitze der SED zu setzen. Die folgenden. Auszüge sind diesen beiden Kapiteln entnommen.
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