DIE SPUR FÜHRT ZU WALDNER 555 Im Mai 1945 verschwand während der letzten Kämpfe um Berlin der Reichsleiter Martin Bormann, Chef der Parteikanzlei und nach Hitler der mächtigste Mann der NSDAP. Er wurde 1946 vom Nürnberger alliierten Militärgericht in Abwesenheit zum Tode verurteilt, später von einem bayrischen Amtsgericht für tot erklärt. Von Anfang an glaubten jedoch viele Experten, daß Bormann die Flucht ins Ausland gelungen sei. 1960 erklärte Bormanns Schwiegermutter Hildegard Buch, er habe »1949 noch gelebt«. Der britische Journalist Antony Terry, Korrespondent der »Sunday Times« in Bonn, hat jetzt einen ehemaligen SS-Mann aufgespürt, der behauptet, Bormann aus dem eingeschlossenen Berlin geschmuggelt und ihm bis vor einem halben Jahr als Leibwächter gedient zu haben. Terry berichtet: 10 Min Zur Merkliste hinzufügen
»ICH HABE NOCH DREI MONATE ZU LEBEN« Seit vierzehn Wochen ist Dr. Werner Kising, 50, bettlägerig. Nach medizinischem Ermessen ist seine Krankheit -- Krebsgeschwülste im rechten Bein und in der linken Lunge -- unheilbar. Anfang Juli vorigen Jahres hegte der Patient selber erstmals den Verdacht, es könne sich bei der Veränderung am Fußknöchel um Krebs handeln. Eine grotesk anmutende Kette von falschen Diagnosen und Fehlbehandlungen führte jedoch dazu, daß die Chance, seine Krebskrankheit nach einzudämmen, vertan wurde. Dr. Kising, Oberregierungsrat und Experte für Landwirtschaft in Staufen im Breisgau, Vater von sechs Kindern, schrieb die Geschichte seiner Krankheit nieder und übersandte das Tagebuch dem SPIEGEL zur Veröffentlichung. In einem Begleitbrief bezeichnete er sich als »Opfer leichtfertig gestellter Diagnosen« und teilte mit, daß ihm »die Ärzte nur nach drei bis fünf Monate Zeit geben«. Gegen den Bericht van Krebspatient Kising könnte der Einwand erhoben werden, es handle sich um einen nicht typischen Einzelfall. Demgegenüber glaubt Kising in seiner eigenen Krankengeschichte typische Mängel ärztlicher Wachsamkeit für Krebssymptome zu erkennen. Er äußerte die Hoffnung, daß die Veröffentlichung seines Berichts die Aufmerksamkeit nicht nur von Patienten, sondern auch der Ärzte für frühe Alarmzeichen einer drohenden Krebserkrankung schärfen könne. Der SPIEGEL veröffentlicht das von Dr. Kising eingesandte Dokument im Wortlaut. 7 Min Zur Merkliste hinzufügen
»Ich werde Deutschland wiedervereinigen, ob Sie es glauben oder nicht« 18 Min Zur Merkliste hinzufügen
»ICH HALTE DAS NICHT FÜR UNMORALISCH« Neun Tage vor seinem zweiten Versuch, ein lebendes Menschenherz zu überpflanzen, am 24. Dezember, erörterte der Kapstadter Herzchirurg Professor Christian Barnard öffentlich die medizinischen und moralischen Probleme solcher Operationen. In einer einstündigen Fernsehsendung, die von der amerikanischen TV-Gesellschaft CBS unter dem Serientitel »Face the Nation« veranstaltet wurde, diskutierte Barnard mit Amerikas führenden Herzchirurgen, Dr. Michael DeBakey und Dr. Adrian Kantrowitz. Die Leitung des Gesprächs hatte CBS-Redakteur Martin Agronsky, assistiert von dem Wissenschafts-Journalisten Earl Übell. Der Diskussion ist folgender Auszug entnommen. 8 Min Zur Merkliste hinzufügen
Gerhard Szczesny über Mitscherlich: "Die Unfähigkeit zu trauern" GUTER RAT FÜR DUTSCHKE? Dr. Gerhard Szczesny, 49, ist Publizist ("Die Zukunft des Unglaubens"), Vorsitzender der »Humanistischen Union und Chef des Münchner Szczesny Verlags. in dem er unter anderem Werke von Bertrand Russell. Ludwig Marcuse und Margoret Mead verlegte und ein »Jahrbuch für kritische Aufklärung« unter dem Titel »Club Voltaire« herausgibt. -- Professor Alexander Mitscherlich, 59, ist Ordinarius an der Universität Frankfurt und Direktor des Frankfurter Sigmund-Freud-Instituts. Seine Frau und Mitautorin Margarete Mitscherlich wirkt als Ärztin und Psychoanalytikerin in Frankfurt. 5 Min Zur Merkliste hinzufügen
ZOOLOGIE / MENSCH Durchaus animalisch Einst hoben die Kerls auf den Bäumen gehackt, behaart und mit böser Visage. Dann hat man sie aus dem Urwald gelackt und die Wett asphaltiert und aufgestockt, bis zur dreißigsten Etage. Erich Kästner 6 Min Zur Merkliste hinzufügen
PERSONALIEN Willy Brandt, Wolter Scheel, Erich Duensing, Heinrich Albertz, Heinrich Barth, Theo Burauen, George Romney, Josip Broz Tito 3 Min Zur Merkliste hinzufügen