»Die Tat zielstrebig vorbereitet« Der Berliner Kommunarde Karl. Heinz Pawla, 24, der am 4. September als Angeklagter vor einem Berliner Schöffengericht seine Notdurft verrichtet und Gerichtsakten beschmutzt hatte, wurde zwei Tage später von einem anderen Schöffengericht zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt, in der Urteilsbegründung des Amtsgerichtsrats Käppen heißt es: 2 Min Zur Merkliste hinzufügen
»VERSCHWÖRUNG AM WENDEKREIS DES STEINBOCKS« Seit Kriegsende ist ungewiß, ob Martin Bormann, Reichsleiter der NSDAP und Sekretär Adolf Hitlers, in der Schlußphase des Kampfes um Berlin in der Invalidenstraße umgekommen ist oder aus der alten Reichshauptstadt flüchten und irgendwo untertauchen konnte. Der ehemalige Reichsjugendführer Axmann will am 2. Mai 1945 Bormanns Leiche gesehen haben, der NS-Verfolger Simon Wiesenthal wähnte Bormann noch im März 1968 als »Vizekönig des Nationalsozialismus« in Brasilien. Auf einen Tip des pensionierten Briefträgers Albert Krumnow hin, der Bormann 1945 in Berlin bestattet haben will, hoben Polizisten im Juli 1965 auf dem Gelände Invalidenstraße 63/68 die Erde aus. Aber es wurden nicht einmal Knochenteile gefunden. 23 Jahre suchten Agenten, Staatsanwälte und Reporter nach schlüssigen Beweisen für Tod oder Überleben Bormanns -- ohne sie zu finden. Der Amerikaner James McGovern, der einst für den US-Geheimdienst CIA in Berlin tätig war, bereichert die Bormann-Forschung in seinem jetzt veröffentlichten Buch »Martin Bormann« um die Version, die Sowjets hätten Bormanns Leiche 1945 gefunden, identifiziert und an einem unbekannten Ort vergraben. Mehr Aufschluß gibt McGoverns Bericht -- erschienen im Verlag Arthur Barker, London -- über die Fahndungs-Praktiken der CIA. 6 Min Zur Merkliste hinzufügen
Berlin »WEGTAUCHEN SOZUSAGEN« Am 16. Oktober beschloß der West-Berliner Landesverband der NPD, sich selbst aufzulösen. Mit dem Beschluß kam der Parteivorstand einem auf Berlin begrenzten NPD-Verbot zuvor, das der Senat bei den Schutzmächten angeregt hatte. 2 Min Zur Merkliste hinzufügen
»UNBEWUSSTE VERKETTUNG ALLES DEUTSCHEN« Das »Wirken und Sichverflechten autoritärer Strukturen« in Deutschland und bei den Deutschen untersucht der Kolumnist Wilhelm Backhaus in seinem jüngst erschienenen Buch »Sind die Deutschen verrückt?« (Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach, 18 Mark). »Geradezu beispielhaft« für sein Thema erschien dem Autor die Persönlichkeit Eugen Gerstenmaiers; das Psychogramm, das Backhaus von dem Christdemokraten entwarf, wurde in SPIEGEL 38/1968 abgedruckt und veranlaßte den Pressereferenten des Bundestagspräsidenten« Kurt Homfeld, zu einem Brief, in dem er dem Publizisten Unredlichkeit vorwarf. Diese Replik wiederum bot Buchautor Backhaus »willkommene Gelegenheit, das Gerstenmaier-Porträt um einige nicht unwichtige Züge zu bereichern«. Den Brief des Gerstenmaier-Referenten und die Erwiderung von Backhaus druckt der SPIEGEL nachstehend ab. 5 Min Zur Merkliste hinzufügen
»WENN ER STUR BLEIBT - EINFACH GEHEN« Die Expertise eines Psychiaters half dem US-Präsidenten John F. Kennedy beim Wiener Gipfeltreffen 1961 und während der Kuba-Krise, seinen Gegenspieler Nikita Chruschtschow richtig einzuschätzen. Im Auftrage des US-Geheimdienstes CIA hatte der amerikanische Psychiater Dr. Bryant Wedge, zusammen mit anderen Wissenschaftlern, ein detailliertes Psychogramm des damaligen Sowjet-Premiers entworfen. Kurz vor der Wiener Konferenz, der ersten und einzigen persönlichen Begegnung zwischen den damals Mächtigsten der Welt, empfahl er Kennedy in einem Memorandum bestimmte Gesprächstaktiken, die Chruschtschows Persönlichkeit, aufgrund der Analyse, am besten gerecht würden, Pychiater Wedge, Direktor eines völkerpsychologischen Instituts der Tufts University in Bedford (US-Staat Massachusetts), veröffentlichte das bislang geheimgehaltene Dokument in der Oktober-Ausgabe des amerikanischen Soziologie-Fachblattes »Trans-action«. Dem Beitrag ist der folgende Auszug entnommen. 9 Min Zur Merkliste hinzufügen
Reinhard Lettau über Hubert Selby: "Letzte Ausfahrt Brooklyn" EINE AMERIKANISCHE HÖLLE Reinhard Lettau, 39, ist durch die Erzählungsbände »Schwierigkeiten beim Häuserbauen« und »Auftritt Manigs bekannt geworden. in diesem Herbst veröffentlichte der Autor, der die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt und derzeit im kalifornischen San Diego lebt, einen neuen Prosabond: »Feinde«. -- »Last Exit to Brooklyn«, der erste Roman des Amerikaners Hubert Selby, 39, war 1961 in England wegen »Obszönität« verboten worden; das Verdikt wurde von einem Berufungsgericht im August dieses Jahres aufgehoben. 3 Min Zur Merkliste hinzufügen
BÜCHER / NEU IN DEUTSCHLAND V. Thomas Pynchon: »V.« Rauch; 528 Seiten; 25 Mark. 1 Min Zur Merkliste hinzufügen
BÜCHER Z. Vassilis Vassilikos: »Z«. Blanvalet; 260 Seiten; 22 Mark (kartoniert: 14,80). 1 Min Zur Merkliste hinzufügen
BÜCHER Z.Z. Albert Drach: »Z.Z., das ist die Zwischenzeit«. Claassen; 300 Seiten; 20 Mark. 1 Min Zur Merkliste hinzufügen
SCHALLPLATTEN / NEU IN DEUTSCHLAND Zeiten auf Grund Bernd-Alois Zimmermann: »Die Befristeten«; »Improvisationen« aus der Oper »Die Soldaten« (Manfred-Schoof-Quintell); »Tratto«; Wergo 60 031; 25,25 Mark. 1 Min Zur Merkliste hinzufügen
SCHALLPLATTEN Spiel ohne Tricks Wolfgang Amadeus Mozart: »Die Hochzeit des Figaro«. Hermann Prey, Edith Mathis, Gundula Janowitz, Dietrich Fischer-Dieskau, Tatiana Troyanos; Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin; Dirigent: Karl Böhm. Deutsche Grammophon 104 962/65; 68 Mark. 1 Min Zur Merkliste hinzufügen
PERSONALIEN Karl Schiller, Herbert Wehner, Edward Nixon, Georg Leber, Carlo Schmid, Hermann Höcherl, Adolf von Thadden, Swetlana Allilujewa 3 Min Zur Merkliste hinzufügen