»LIEBEN SIE MEHR« Zehn Jahre nach Konrad Adenauer erhält »Schlitzohr« Hermann Höcherl -- wie Adenauer zu sagen pflegte -- am 1. Februar den Orden »Wider den tierischen Ernst« dos Aachener Karneval-Vereins. Seine »gewisse pfiffige Schläue« ("Zeit"), seine »nuschelnde Beredsamkeit und seinen grantig-verschmitzten Charme« ("Stern") stellte der Ex-Innen- und heutige Landwirtschaftsminister so unter Beweis: Hermann Höcherl über Klerus und Religion: 2 Min Zur Merkliste hinzufügen
»ZWEI GEMÜSE, EIN PRIESTERFLEISCH« Deutsche Nonnen wollen nicht länger »unmodern wirken«. Sie sind »mit Eifer dabei«, ihre »Leibfeindlichkeit und Sündenängstlichkeit« zu überwinden. Und Priester sollen nicht mehr »über Einfältigkeiten von uns Schwestern« lachen -- so stand es in einem »Offenen Brief an die Priester«. Zum erstenmal seit es Klöster gibt, wagten sich Ordensfrauen im letzten Februar in dieser Form mit Vorschlägen an die Öffentlichkeit. Das Münchner »Klerusblatt« druckte das Schreiben der »Schwestern aus verschiedenen Orden und Kongregationen« und veröffentlichte jetzt eine Entgegnung von Priestern »aus verschiedenen Pfarrgemeinden im Bistum Hildesheim« -- denn, so begründeten die geistlichen Herren ihre Antwort, »ein bißchen Höflichkeit sollte man der Damenwelt gegenüber walten lassen Nachstehend Auszüge aus den beiden Briefen: 3 Min Zur Merkliste hinzufügen
»WAREN DENN DIE LEUTE SO BLIND?« Die SPD sah in den Arbeiter- und Soldatenräten die Keimzellen der bolschewistischen Revolution. Ihre Furcht vor russischen Zuständen ließ sie vor sozialistischen Experimenten zurückschrecken. Die Sozialdemokraten entschieden sich für die Nationalversammlung und gegen die Rötebewegung. Und selbst die Delegierten des Berliner Rätekongresses stimmten dem zu. Die Rätebewegung beging Selbstmord und verzichtete auf die Revolution. 1 Min Zur Merkliste hinzufügen
»WIE KANN JOZEF SO GRAUSAM SEIN?« Im Auftrag Lenins reiste Karl Radek im Dezember 1918 von Moskau noch Berlin, um die deutschen Spartakisten zu beraten. Am 19. Dezember traf er Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht zu einem ersten Gespräch: 1 Min Zur Merkliste hinzufügen
»DIES BLUT IST UNS ZU TEUER« Die revolutionäre Tradition zu verteidigen, fand sich in der Sozialdemokratie nur eine schwindende Minorität. Ihre temperamentvollste Sprecherin war Rosa Luxemburg. Die Mehrheit vertraute auf einen evolutionären, naturnotwendigen Übergang zum Sozialismus. Allen voran der Parteivorsitzende August Bebel. 2 Min Zur Merkliste hinzufügen
»BEI DEN RUSSEN MUSS MAN ZWEIMAL ZAHLEN« Weil Amerikas Führer es für sinnlos hielten, »das Leben amerikanischer Soldaten für einen weiteren Vormarsch zu opfern«, kannten die Sowjets 1945 bis an die Elbe vorstoßen. Und weil es »für uns besser war, die ersten Meinungsverschiedenheiten mit der Sowjet-Union über Osteuropa statt über Westeuropa zu haben«, ließen die Amerikaner die Russen später in Polen und in der CSR gewähren. Der Diplomat, der diesen Einblick in amerikanische Überlegungen jener Tage vermittelt, war damals Moskau-Botschafter der Vereinigten Staaten und ist nach heute einer der einflußreichsten US-Politiker: Averell Harriman, gegenwärtig als Unterhändler in Paris mitverantwortlich für den Frieden in Vietnam. In einem Interview mit dem französischen Journalisten Paul Winkler das der SPIEGEL im folgenden gekürzt wiedergibt -- schildert Harriman seine Erfahrungen mit Stalin. 7 Min Zur Merkliste hinzufügen
Georg Wolff über den vierten Band der Adenauer-Erinnerungen GESPENSTISCHE GESPRÄCHE 8 Min Zur Merkliste hinzufügen
SCHALLPLATTEN / NEU IN DEUTSCHLAND Naive Elemente »Gunter Hampel Group Jeanne Lee ». Gunter Hampel (Vibraphon, Flöte, Baßklarinette>, Willem Breuker (Baßklarinette, Klarinette, Saxophon), Arjon Gorter (Kontraball, Harmonium). Pierre Courbois (Schlagzeug), Jeanne Lee (Gesang). WER 80001; 19 Mark. 1 Min Zur Merkliste hinzufügen
SCHALLPLATTEN / NEU IN DEUTSCHLAND Keusches Lamentoso Lili Baulanger: »Du Fond de lAbinie«, »Psalm 24«, »Psalm 129«, »Vieille Prière Bouddhique«, »Ple Jesu«. Solisten, Chor Elisabeth Brasseur, Lamoureux-Orchester Paris, Dirigent: gar Markevitch; Electrola ASD CVA 919; 25 Mark. »Clairières dans le Ciel«. Eric Tappy, Tenor; Jean Francaix, Klavier, »Trais Pièces pour Violon et Piano«, Yehudi Menuhin, Violine; Clifford Curzon, Klavier. Electrolo ASD CVC 2077: 25 Mark. 1 Min Zur Merkliste hinzufügen
»DIE LINKE WÜHLT NIEMALS HERUM« Der Wiener Pianist Friedrich Gulda, 38, als »Beethoven-Intimus« gepriesen, hat -- für die österreichische Firma »Amadeo« -- die 32 Klavier-Sonaten von Ludwig van Beethoven eingespielt. Der Münchner Musik-Kritiker und Gulda-Exeget Joachim Kaiser, 39, Autor des Buches »Große Pianisten in unserer Zeit«, rezensierte für den SPIEGEL diese Gesamtausgabe. 5 Min Zur Merkliste hinzufügen
PERSONALIEN Max Reimann, Erich Mende, Franz Burda, Paul VI., Mohammed Resa Pahlewi, Barbara Streisand, Walter Ulbricht 3 Min Zur Merkliste hinzufügen