FRANKREICH VOLKSENTSCHEID Besonders feierlich Eure Rede aber sei ja, Ja, nein. nein; was darüber Ist. Ist vom übel. Matthäus 5,37 6 Min Zur Merkliste hinzufügen
DAS MOSKAUER DIKTAT Sowjet-KP-Chef Leonid Breschnew und der tschechoslowakische Staatspräsident Svoboda brüllten sich im Kreml an, Svoboda drohte, sich zu erschießen. Vier Tage lang versuchten die Kreml-Herren, die nach Moskau zitierte Prager Führung durch Drohungen und Versprechungen gefügig zu machen; vier Tage lang leisteten die Tschechoslowaken Widerstand. Dann, in der Nacht zum 27. August 1968, mußten die Prager Reformkommunisten nachgeben: Sie unterschrieben einen Vertrag, der die Besetzung ihres Landes am 21. August durch Truppen der Sowjet-Union, der DDR, Polens, Ungarns und Bulgariens nachträglich sanktionierte. Der Wortlaut des Moskauer Diktats, offiziell nie bekanntgegeben -- die Unterzeichner verpflichteten sich zum Schweigen -, erschien jetzt in der von Pavel Tigrid in Paris, Wien und New York herausgegebenen tschechoslowakischen Zeitschrift »Svedectvi« (Zeugnis). Der SPIEGEL veröffentlicht als erste deutsche Zeitschrift das bisher bestgehütete Geheimdokument der jüngsten Zeitgeschichte. 6 Min Zur Merkliste hinzufügen
Hartmut von Hentig über Ulshöfer/Rebel: "Gymnasium und Sozialwissenschaften" NICKEN UND LÄCHELN Hartmut von Hentig, 43, lehrt als Pädagogik. Professor in Göttingen (demnächst an der neuen Universität Bielefeld). Der entschiedene Kritiker des bundesdeutschen Schulsystems und progressive Theoretiker der Bildungsreform ("Systemzwang und Selbstbestimmung«, SPIEGEL 50/1968) wurde kürzlich mit dem Mannheimer Schiller-Preis ausgezeichnet. -- Dr. Robert Ulshöfer ist Direktor am Seminar für Studienreferendare in Tübingen, Karlheinz Rebei Oberstudiendirektor am Deutschen Institut für Fernstudien an der Untversität Tübingen. 8 Min Zur Merkliste hinzufügen
VORBILD MAO TSE-TUNG Auf zartem, braunem Packpapier beschwört der West-Berliner Kritiker Peter Schneider, 28, einmal mehr den Tod der »bürgerlichen« Literatur. In einer »Rede an die deutschen Leser und ihre Schriftsteller«, die als »Kursbogen zu Kursbuch 16« der Suhrkamp-Zeitschrift beiliegt, polemisiert Schneider gegen Realisten ("Sie hoffen stillschweigend darauf, daß der Leser durch die Darstellung seiner Misere zu der politischen Wut erzogen würde, die sie selbst lieber in die üppige Darstellung des Elends investierten"> und gegen Avantgardisten, »die ... alle ihre Energien auf die Darstellung ihrer Darstellungsmittel verwenden«. Der in der Apo tätige Schneider, der kürzlich im Rahmen einer kleinen Keilerei mit einem Berliner Kunstpreis für Literatur ausgezeichnet wurde (SPIEGEL 13/ 19691, proklamiert zugleich eine neue Literatur, deren Vorbild er bei Mao Tse-tung gefunden hat. Das chinesische Modell auf bundesrepublikanische Verhältnisse zu übertragen, macht Schneider keine Schwierigkeiten: denn »unsere Arbeiter und Bauern sind nicht besser daran als die chinesischen Bauern, sondern schlechter«. 3 Min Zur Merkliste hinzufügen
PERSONALIEN Harriet West, Walter Scheel, Gustav Heinemann, Daniel Rudisha, Willy Brandt 3 Min Zur Merkliste hinzufügen