»WO SIND DIE ELTERN DER NIEDERLAGE?« Warum gelang den deutschen Truppen im Jahre 1941 der rasche Vorstoß bis vor Moskau, die Eroberung des Baltikums, Westrußlands und der Ukraine, die Gefangennahme von Millionen sowjetischer Soldaten? Diese Frage wird gegenwärtig noch in der sowjetischen Bevölkerung lebhaft diskutiert -- die Parteipropaganda gibt bis heute darauf keine überzeugende Antwort. Der sowjetische Generalmajor Pjotr Grigorenko, früher Professor für militärische Kybernetik an der Moskauer Frunse-Militärakademie, hat in einer Studie die Ursachen der sowjetischen Niederlagen im ersten Jahr des deutschen Angriffs untersucht. Mit bisher noch unbekannten Fakten belegt Grigorenko seine These von einem an Verrat grenzenden Versagen der politischen Führung. Die Studie, deren Veröffentlichung von der sowjetischen Zeitschrift »Woprossy istorii« abgelehnt wurde, konnte in den Westen geschmuggelt werden und erscheint jetzt in der Bundesrepublik*. Grigorenko wurde außerhalb der UdSSR bisher nur durch seine Opposition gegen das herrschende Regime bekannt: Er nahm an Demonstrationen in Moskau teil, unterzeichnete Protestschreiben gegen die Zensur und die CSSR-Okkupation. Der aus dem Dienst entlassene Generalmajor wurde im März wegen einer Sympathie-Erklärung für die in Taschkent vor Gericht gestellten Krim-Tataren verhaftet. Aus seiner Studie über den sowjetischen Zusammenbruch im Sommer 1941 veröffentlicht der SPIEGEL einen Auszug. 14 Min Zur Merkliste hinzufügen
»MERKT EUCH DIE GESICHTER!« Mit einem Photo, das sowjetische Soldaten beim Prager Stadtbummel zeigt, veröffentlichte die Belgrader Literaturzeitung »Knischevne novine« am 30. August unter dem Titel »Fünf Variationen über des Thema des heißen Prager Frühlings 68« eine scharfe Polemik gegen Moskau. »Laßt euch nicht photographieren ... Jede Einzelheit dieses Bildes könnte vor dem Gericht der Geschichte gegen euch verwendet werden«, warnte Chefredakteur Zaran Gluscevic die Soldaten in einem Essay, den der SPIEGEL in Auszügen veröffentlicht. Tito ließ das Blatt verbieten -- am gleichen Tag, an dem der Sowjet-Außenminister Gromyko auf Goodwill-Tour nach Belgrad kam. Den inzwischen zurückgetretenen Chefredakteur erwartet ein Prozeß wegen »Verletzung der Achtung eines befreundeten Landes«. 3 Min Zur Merkliste hinzufügen
»JAGDPARTIEN UND JAGERPARTYS« Harald Szeemonn, 36, als bisheriger Direktor der Kunsthalle Bern der progressivste europäische Kunstaussteller, eröffnete den Düsseldorfer »Prospect 69«, dessen Auswahlkomitee er angehörte, mit selbstkritischen Meditationen. Der SPIEGEL druckt einen Auszug aus der Rede. 2 Min Zur Merkliste hinzufügen
Rolf Becker über: "Bericht über eine Messe" RES FACTAE, RES FICTAE Mit einem Jährlichen Umsatz von knapp zwei Milliarden DM ist der Buchhandel ein bescheidener Faktor im wirtschaftlichen Leben der Bundesrepublik. Börsenverein des Deutschen Buchhandels 3 Min Zur Merkliste hinzufügen
PERSONALIEN Hans Richarts, Franz Vollenhals, Hans-Roderich Schneider, Robert B. Rheault, Karl Blessing, Bernardo Suárez 3 Min Zur Merkliste hinzufügen