»ALS EHRENMANN ENTLARVT« Erbittert warf Eugen Gerstenmaier in der vorletzten Woche deutschen Journalisten »Hinterhältigkeit« in Berichten und Kommentaren über seine Wiedergutmachung vor. Dann lud er am vorletzten Mittwoch eine Gruppe konservativer Journalisten, unter ihnen der »Welt am Sonntag«. Kolumnist William S. Schlamm, in den Bierkeller seiner Dienstvilla. Vier Tage später schrieb Schlamm, der laut Gerichtsbeschluß als »Demagoge« bezeichnet werden darf, in Axel Springers Sonntagsblatt: 1 Min Zur Merkliste hinzufügen
RECHT UND BILLIG Der schwäbische Publizist Klaus Harpprecht, von 1948 bis 1954 Redakteur der von Eugen Gerstenmaier mit herausgegebenen Wochenzeitung »Christ und Welt« und seit Jahren seinem Landsmann freundschaftlich verbunden, ist einer der wenigen, die »Ruhm und Ruf« des zurückgetretenen Bundestagspräsidenten gegen die »publizistischen Pächter öffentlicher Moral« zu verteidigen suchen: 3 Min Zur Merkliste hinzufügen
»NIE ETWAS DAVON GEHORT« Professor Dr.-Ing. Willi Willing, 62. war von 1934 bis 1944 Gaudozentenbundesführer ín Berlin. Willing lebt heute in Braunschweig. In einem Brief an den Generalsekretär der EDV, Bruno Heck, schrieb Willing am Montag letzter Woche unter anderem: 2 Min Zur Merkliste hinzufügen
Fabian v. Schlabrendorff über Bodo Scheurig: "Ewald von Kleist-Schmenzin" DEM UNTERGANG GEWEIHT Dr. Fabian von Schlabrendorff, 61, ehemaliger 20.-Juli-Widerstandskämpfer, Autor des Buches »Offiziere gegen Hitler« und Rechtsanwalt, ist seit 1967 Richter am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. -- Der Berliner Historiker Dr. Bodo Scheurig, 40, wurde durch eine Studie über das »Nationalkomitee Freies Deutschland« und eine Stauffenberg-Biographie bekannt. 5 Min Zur Merkliste hinzufügen
Musik »REISST DIE BARRIEREN NIEDER!« »Diese Musik«, sagt der amerikanische Jazzkritiker Ralph Gleason, dessen Kolumnen von mehr als 50 US-Tageszeitungen nachgedruckt werden, »besitzt die Respektlosigkeit und die Aggressivität des Jazz sowie jene Spontaneität, die man seit je mit dem Jazz verbindet« -- er meint die Beatmusik. Seit englische und amerikanische Beatmusiker authentischen Blues spielen und wie ihre Jazz-Kollegen improvisieren, ist die Grenze zwischen Jazz und populärer Musik verwischt: Jazzmusiker nehmen Popmusik-Platten auf, Popmusiker werden in Publikumsumfragen unter die führenden Jazzsolisten gewählt. Deutsche Jazzexperten jedoch wollen die partielle Fusion von Jazz und Pop, die in der internationalen Fachpresse kaum noch bezweifelt wird, nicht dulden. Auf einer Tagung in Hechingen haben neun Musiker und Musikjournalisten, die »wissenschaftlich und praktisch mit dem Jazz zu tun haben« -- darunter der Präsident der Deutschen Jazz-Föderation (DJF), Wolfram Röhrig -, einen offenen Brief verfaßt« mit dem sie »diesen Tendenzen entschieden entgegentreten«. Die Hechinger Neun meinen, daß eine »Verschmelzung musikphänomenologisch nicht gegeben« sei und die »Propagierung« einer Fusion »mit den Tatsachen nicht übereinstimmt«. 5 Min Zur Merkliste hinzufügen
PERSONALIEN Wilhelmine Lübke, Theodor Schulz, Heinz Kühn, Karl Josef Partsch, John Steinbeck, Willi Weyer, Gustav Bosselmann 3 Min Zur Merkliste hinzufügen