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Sind dies etwa die »illegal aliens«, von denen der US-Präsident ständig spricht? In Portland, Oregon, tanzen immer wieder Menschen in aufblasbaren Froschkostümen vor dem Gebäude der amerikanischen Einwanderungsbehörde ICE. Dazu gesellten sich ein Hai, ein Panda, ein Einhorn, ein Eisbär – und diese Dinosaurier. In tapsigen Tierverkleidungen veräppeln Demonstranten das martialische Auftreten der Behörde, die ihnen maskiert und bewaffnet gegenübersteht und brutal Immigranten verfolgt. Das Kalkül: Wo gut gelaunter Unernst herrscht, kann keine gefährliche Rebellion sein, deretwegen Donald Trump zuletzt die Nationalgarde schicken wollte. Solch friedfertiger Protest hat Vorbilder. 1974 beendete Portugal 40 Jahre Diktatur auch damit, dass Frauen den Militärs rote Nelken in die Gewehrläufe steckten. ded
Was war diese Woche gut, was war schlecht für die Demokratie?
Arne Bellstorf / DER SPIEGEL
Gut: Der Kandidat der AfD hat die Stichwahl für den Posten des Oberbürgermeisters in Frankfurt (Oder) verloren. Damit wird auch künftig nur eine größere Stadt von einem Kandidaten dieser Partei regiert. Gut für die liberale Demokratie.
Schlecht: Das US-Verteidigungsministerium will Medien dazu verpflichten, nur noch genehmigte Informationen zu verbreiten. Das wäre das Ende der Pressefreiheit im militärischen Bereich, der besonderer Kontrolle bedarf. Viele Medien wehren sich, ein Plus im Minus. dk
Gegenstand der Politik
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Die gelbe Schleife
Sie steckte an Jacken und Kleidern, wurde in sozialen Medien verbreitet und prangte auch mal am Kanzleramt. Weltweit ist die gelbe Schleife zum Symbol der Solidarität mit den Hamas-Geiseln im Gazastreifen geworden: »Bring Them Home Now«. Nun endlich sind die letzten lebenden Geiseln frei, und viele legen feierlich ihre »Hostage-Pins« ab, so wie Amir Ohana, Präsident des israelischen Parlaments Knesset, unter den Augen von US-Präsident Donald Trump.
Was aber geschieht mit einem Zeichen, das seine Bestimmung erfüllt hat? Womöglich steht der Schleife nur die nächste Transformation in ihrer langen Geschichte bevor. Das Band könnte womöglich zum universellen Symbol des Gedenkens werden. Eine Ermahnung an die Weltöffentlichkeit, dem brutalen Judenhass die Stirn zu bieten.
Zur Chiffre für Hoffnung auf Heimkehr machte das Band 1979 die Amerikanerin Penelope Laingen : Für ihren in Teheran als Geisel genommenen Mann schlang sie, inspiriert vom Lied »Tie a Yellow Ribbon Round the Ole Oak Tree«, bis zu seiner Freilassung eine gelbe Schleife um eine Eiche.
Entfernt man seinen Anstecker, hinterlässt er ein winziges Loch im Stoff, bemerkte eine jüdische Influencerin diese Woche passend. Selbst wenn die Schleife von der Kleidung ihrer Träger verschwinden mag: Eine Wunde bleibt. gru
Hieroglyphe unserer Zeit
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Fahrradfahrerinnen wie der Schauspielerin Wanda Perlewitz, die am 6. Oktober nach der Kollision mit einer geöffneten Autotür ihren Verletzungen erlegen ist, hätte dieses ungelenke Piktogramm vielleicht das Leben retten können. Es soll Autofahrer animieren, den »Dutch Reach« oder »Holländer-Griff« anzuwenden, also die Tür mit der entfernteren Hand zu öffnen – was einen Schulterblick geradezu erzwingt. Die Bundesregierung prüft noch, ob sie diese Praxis empfehlen will. fra
Aufgezeichnet
Wehrpflichtdebatte
Soll der Zufall entscheiden, welche jungen Männer zur Musterung eingeladen werden?
Gras-Gefälle: Seit anderthalb Jahren ist Cannabis in Deutschland teilweise legal, inzwischen gibt es 343 genehmigte Vereine, die Gras an ihre Mitglieder abgeben dürfen. Sie sind ungleich über die Republik verteilt: Nordrhein-Westfalen liegt mit 96 Vereinen an der Spitze; in Bayern, dem Land mit der zweitgrößten Einwohnerzahl, gibt es nur 8. CDU-Chef Friedrich Merz versprach im Bundestagswahlkampf, das Cannabisgesetz rückabzuwickeln. »Ich möchte meine Kinder und Enkelkinder davor schützen, dass sie legal solche Drogen nehmen«, sagte er. Und jetzt? Die Bundesregierung lässt das Gesetz bis 2028 evaluieren. Dass sie es abschafft, gilt als unwahrscheinlich. le
Die Insel Gyodong gehört zu Südkorea, doch Nordkorea liegt nur 2,3 Kilometer entfernt. So konnten während des Koreakriegs (1950–1953) Tausende Nordkoreaner dorthin flüchten, einige bestiegen kleine Boote, andere schwammen gar hinüber. Heute hindern Grenzbefestigungen die Menschen daran, die nordkoreanische Diktatur zu verlassen. Für die geflohenen Nordkoreaner ist Gyodong zu einer neuen Heimat geworden. Hier feiert eine Gruppe Geflüchteter das koreanische Erntedankfest Chuseok – sie singen alte Volkslieder und essen Mandu, gefüllte Teigtaschen. npa
Ziele werden vom Flughafen Frankfurt am Main erreicht. In einem aktuellen Ranking konnte er sich vom globalen Rang zehn auf vier der am besten vernetzten Hubs vorarbeiten und liegt vor New York (JFK), Chicago und Tokio.
Die Zukunft des Kochens ist autonom, sagt das Start-up Circus. Zwei Arme des Roboters CA-1 verrühren und kochen alles, was in einen Topf passt. Kritiker bemängeln, dass Zutaten noch von Hand geschnitten werden müssten. Kürzlich debütierte CA-1 in der Münchner Meta-Kantine. Stets bemüht, Mitarbeiter zu ersetzen, unterstützt der US-Techkonzern das Start-up mit Geld und seinem Sprachmodell. Kochroboter anderer Hersteller stehen bereits in Restaurants und Uni-Mensen. Circus geht noch einen Schritt weiter und bewirbt seinen Roboter in Camouflage für die Verpflegung von Soldaten. Bevor es für Küchenroboter an die Front geht, testet sie Rewe ab Ende Oktober in Filialen in Düsseldorf, Köln und Bonn. abu
Minuten brauchte eine Abendsegler-Fledermaus, um ein Rotkehlchen zu verspeisen – und das im Flug. Forschende hatten Europas größte Fledermaus in Spanien studiert und dabei beobachtet, dass sie auch Singvögel in über einem Kilometer Höhe jagt, tötet und verzehrt, ohne währenddessen zu landen.
Ein kleiner Junge aus dem nordpakistanischen Peshawar zeigt seine blau markierte Fingerkuppe, das Zeichen, dass er gerade gegen Polio geimpft wurde. Seit Mitte Oktober läuft dort eine landesweite Kampagne, im Zuge derer mehr als 45 Millionen Kinder unter fünf Jahren gegen das Virus immunisiert werden sollen. Über 400.000 Helferinnen und Helfer ziehen dafür von Tür zu Tür. Pakistan zählt neben Afghanistan zu den beiden Ländern weltweit, in denen die Kinderlähmung noch dauerhaft zirkuliert. Im vergangenen Jahr wurden in Pakistan 74 neue Fälle gemeldet. KK
Spielerin der Einradhockey-Jugend des Baukauer TC beim Training im Juni 2019 in Herne
Foto:
Kerstin Buchwieser / FUNKE Foto Services / IMAGO
Die Geburtsstunde des Einradhockeys soll in Deutschland geschlagen haben. 1925 spielten in einem Berliner Varieté zwei Künstler mit Hockeyschläger, Spazierstock und einem Tuchknäuel Einradhockey auf der Bühne – ein Stummfilmausschnitt bezeugt das Ereignis. 100 Jahre später sind hierzulande mehr als 70 Teams in einer Liga organisiert. Gespielt wird mit Eishockeyschlägern und einem Tennisball. Seit 1994 werden auch Weltmeisterschaften ausgetragen, Männer und Frauen spielen dabei gemeinsam. Bis 2004 dominierten deutsche Teams, danach ging der Titel meist an die Schweiz. ngo
Foto: Jordan Gale / The New York Times / Redux / laif
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Soll der Zufall entscheiden, welche jungen Männer zur Musterung eingeladen werden?
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Spielerin der Einradhockey-Jugend des Baukauer TC beim Training im Juni 2019 in Herne
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Kerstin Buchwieser / FUNKE Foto Services / IMAGO
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