Panzerminen. Handgranaten. Sturmgewehre. Karabiner. Sprengstoff. Hunderte Waffen. Manche von ihnen sind verstörend arrangiert, als befände man sich in einem Museum. Noch verstörender ist der Fundort: ein versteckter Kellerraum unter einem Mehrfamilienhaus. Mitten in der nordrhein-westfälischen Stadt Remscheid. Viele der Waffen stammen aus dem Zweiten Weltkrieg. Daneben lagen SS-Uniformen und Hakenkreuze. Polizisten fanden dieses Waffenlager bei einem Großeinsatz; dabei entstand dieses Foto. War ein fetischistischer Sammler aufgeflogen? Die Ermittler gehen von Größerem aus, von Schlimmerem. Sie vermuten, der Besitzer sei Teil eines mutmaßlichen Waffenhändlerrings. Als sie das Haus weiter durchsuchten, stießen sie hinter einem Tresor auf eine Geheimtür. Ein weiterer Raum, weitere Waffen. Gewehre mit Zielfernrohr, Schalldämpfer. Maschinenpistolen. Tür für Tür offenbart sich ein neuer Abgrund. chp
Was war diese Woche gut, was war schlecht für die Demokratie?
Arne Bellstorf / DER SPIEGEL
Gut: In München haben mehr als 40 Prozent der wahlberechtigten Bürger darüber abgestimmt, ob sich ihre Stadt für Olympische Spiele bewerben soll, die Mehrheit mit ja. Die Beteiligung lag höher als sonst. Gerade die kommunale Demokratie braucht das Engagement der Bürger.
Schlecht: In Kamerun wurde die Wahl von Paul Biya als Präsident bestätigt. Er ist 92 und regiert seit 43 Jahren. Wechsel ist das Wesen der Demokratie. Wenn Wahlen nicht fair sind, wie mutmaßlich in Kamerun, kann er nicht gelingen.
Rote Linien werden in der Politik immer dann gezogen, wenn jemand Stärke zeigen möchte. Wenn jemand vor dem Überschreiten abstrakter Grenzen warnen möchte. Mal dienen sie als Drohung, mal als Absichtserklärung, mal symbolisieren sie ein »Bis hierher und nicht weiter!«. Nun hat die Metapher aus dem Werkzeugkasten politischer Rhetorik mit der blauen Linie eine kleine Schwester bekommen, von der sich die US-Einwanderungsbehörde Immigration and Custom Enforcement, kurz ICE, eine konkrete Wirkung verspricht. Die Eingreiftruppen sollen illegale Einwanderer aufspüren und verbreiten damit Angst und Schrecken in vielen Städten der USA. Demonstrationen gegen diese Praxis möchte sich die Behörde mit blauen Linien vom Leib halten, dick auf den Bürgersteig gepinselt. Sie sollen eine Demarkationslinie zwischen dem öffentlichen Raum und Einrichtungen des Bundes darstellen. Wer sie überschreitet, riskiert sofortige Verhaftung. Als »Thin Blue Line« ist das Symbol in den USA bereits etabliert und längst von der extremen Rechten vereinnahmt. Dort steht es für eine zupackende Polizei, die eine letzte Verteidigungslinie sei gegen das Abgleiten der Gesellschaft in Gewalt und Chaos. fra
Auf TikTok, in der Kultserie »South Park«, als Torjubel auf dem Fußballfeld und vor allem in Klassenzimmern: Zwei Zahlen sind aktuell überall. 6 und 7. Kinder und Jugendliche schreien »siiiiiix seeeveeennn!«, sobald die Zahlenabfolge 6 7 oder die Zahl 67 auftaucht. Sie heben und senken dabei ihre Arme. Der Internet-Slang frustriert Lehrkräfte – manche so sehr, dass sie versuchen, ihn zu verbieten. Und was bedeutet »6 7«? Das ist der Witz: gar nichts. kim
Aufgezeichnet
Angst vor Vogelgrippe
Drohen Versorgungsengpässe bei Weihnachtsgänsen?
Miriam Wurster / DER SPIEGEL
Landauf, landab
Großstadtglühen: Die beiden größten Städte Deutschlands sind zugleich die Bundesländer mit den höchsten Strompreisen. In Berlin zahlt ein durchschnittlicher Dreipersonenhaushalt 1299 Euro pro Jahr für Strom, in Hamburg sogar 1423 Euro. Das zeigt eine Analyse des Vergleichsportals Verivox. Deutlich günstiger kommen die Menschen etwa in Bremen und Sachsen davon. Hauptgrund für die Unterschiede sind die Netzentgelte. In Hamburg baut die Betreiberfirma Hamburger Energienetze das Stromnetz beispielsweise kräftig aus, um für den Hochlauf von Elektroautos und Wärmepumpen gerüstet zu sein. Solche Investitionen verdient sie im Laufe der Jahre über die Netzentgelte zurück. bem
Das Dorf Shirakawa-go in den japanischen Alpen bereitet sich auf den Winter vor – und das heißt, auf starke Schneefälle. Ihretwegen haben die traditionellen Holzhäuser steile Dächer. Gedeckt sind sie mit Stroh, die Angst vor Bränden ist entsprechend groß. Zu Beginn der Heizperiode wird deshalb eine Löschübung veranstaltet. Die einzigartigen Bauten aus dem 19. Jahrhundert haben sich nur hier im Tal des Sho-Flusses erhalten und gehören zum Unesco-Weltkulturerbe. In den großen Dachräumen wurden früher Seidenraupen aufgezogen. Heute lebt das Dorf vom Tourismus.
Über Atomkraftwerke gibt es immer Streit. Für die einen krachte am Samstag mit den zwei Kühltürmen des AKW Gundremmingen eine Kathedrale des Atomzeitalters zusammen. Die anderen feierten den Abriss als überfälliges Symbol des Atomausstiegs. Pragmatisch sieht die Sache Sprengingenieurin Ulrike Matthes von der Thüringer Sprenggesellschaft. Ihr Team brachte die Türme kontrolliert zu Boden. Vorher kam ein Gerät zum Einsatz, das es in vielen Haushalten gibt. Mit einem Handbohrhammer, Typ Hilti TE70-ATC/AVR, bohrten Arbeiter 850 Löcher in den Beton der Türme. Weitere 950 Löcher trieb eine ferngesteuerte Bohrlafette in die Turmstützen. Industriesprengstoff erledigte den Rest. Rumms. 56.000 Tonnen Stahlbeton sind jetzt nur noch Bauschutt. phb
Eier weniger pro Tag werden derzeit infolge der Vogelgrippe in Deutschland produziert. Bislang mussten hierzulande 180.000 der rund 45 Millionen Legehennen gekeult werden.
Quelle: Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft
Dieses Satellitenbild zeigt den Hurrikan »Melissa«, der am 16. Oktober als Tiefdruckgebiet vor der westafrikanischen Küste geboren wurde und anschließend in Richtung Jamaika weiterzog. Besonders bedrohlich ist, dass er mit dem Tempo eines Spaziergängers unterwegs ist, mit nur etwa vier bis sieben Kilometern pro Stunde. Den Menschen in der Karibik wird er daher voraussichtlich lange zusetzen – und ihnen nicht nur extreme Windböen von bis zu 280 km/h bescheren, sondern auch katastrophale Regenmassen und Überschwemmungen. Experten schätzen, dass pro Quadratmeter mancherorts bis zu 1000 Liter Wasser fallen könnten.
Prozent höher ist die rechnerische Krankheitslast, die auf das Übergewicht Erwachsener zurückgeht. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, die weltweit Daten aus 2023 mit denen aus 2010 vergleicht. Mit Krankheitslast ist der Verlust an gesunden Lebensjahren durch Krankheit oder Tod gemeint.
Wer seine Frau bei den Nordamerikanischen Meisterschaften im Frauentragen im US-Bundesstaat Maine am schnellsten über die rund 254 Meter lange Strecke mit Trocken- und Wasserhindernissen bringt, gewinnt: das Gewicht der Frau in Bier, das Fünffache ihres Gewichts in Bargeld. Zusätzlich qualifiziert er sich für die WM. In Finnland finden seit 1996 internationale Wettkämpfe im »Wife-Carrying« statt, der Sport geht dort auf eine Räuberlegende zurück. Die zu tragende Frau muss mindestens 49 Kilogramm wiegen, sonst gibt es zusätzliche Gewichte. ngo
Die gleichzeitige Nutzung von SPIEGEL+-Inhalten ist auf ein Gerät beschränkt.
Sie können SPIEGEL+ auf diesem Gerät weiterlesen oder sich , um Ihr Abo auf einem anderen Gerät zu nutzen.