Ist eine Katastrophe nur groß genug, erkennt man ihre zerstörerischen Folgen »aus dem All«. Oft zeigen Satellitenbilder Naturkatastrophen, Phänomene, die zu gewaltig sind, um ihre schiere Ausdehnung vor Ort zu begreifen. Aus sicherem Abstand betrachten wir die wild gewordenen Elemente unseres Planeten: Brände in Kalifornien, die Ahrtalflut, das Erdbeben in Myanmar und die Folgen des Hurrikans auf Jamaika. Aber menschliches Blut? Die brutale Einnahme der Stadt Faschir im Sudan zeigt hier eine Rauchsäule in der Nähe des Flughafens an. Das Humanitarian Research Lab an der US-amerikanischen Yale-Universität glaubte auf weiteren Bildern Indizien für Massenmorde zu erkennen, sie vermuteten Ansammlungen von Menschenkörpern und durch Blut verfärbten Sand. Bilder einer wild gewordenen Menschheit. ded
Was war diese Woche gut, was war schlecht für die Demokratie?
Arne Bellstorf / DER SPIEGEL
Gut: Die EU-Kommission erwägt, neue Mitglieder nur noch »auf Bewährung« aufzunehmen. Damit könnte verhindert werden, dass sich zweifelhafte, halb autoritäre Regime in der EU festsetzen.
Schlecht: In Kalifornien haben die Bürger dafür gestimmt, Wahlkreise temporär so umzugestalten, dass die Demokraten Chancen auf fünf zusätzliche Sitze im Kongress in Washington haben. Zwar haben die Republikaner anderswo ähnlich gehandelt, aber dieser Wettkampf mit Landkarte und Bleistift ist einer Demokratie nicht würdig.
Gegenstand der Politik
Foto:
[M] DER SPIEGEL; Fotos; Donald Trump / Truth Social / REUTERS
Der goldene Wasserhahn
Es muss kein Schaden sein, wenn US-Präsidenten ursprünglich einen anderen Beruf ausgeübt haben als den der Politik. Ronald Reagan war Schauspieler, Jimmy Carter Erdnussfarmer und Abraham Lincoln zeitweise Landvermesser. Als Präsident nutzte Lincoln später Räume im ersten Stock des Weißen Hauses, die inzwischen in ein Apartment für hohe Gäste verwandelt wurden. Der gegenwärtige Hausherr hat seinen Namen als Immobilienentwickler gemacht und vielleicht deshalb einen besonders professionellen Blick auf die ehrwürdige Immobilie in Washington. Den Rosengarten hat er bereits zugepflastert, den kompletten Ostflügel abgerissen und das Oval Office mit güldenem Tand ausgestattet. Dabei orientiert sich Donald Trump an der Ästhetik des »Gilded Age«, einer wirtschaftlichen Aufschwungphase der USA vor mehr als 100 Jahren. Im gleichen Stil spendierte er nun dem Badezimmer der Lincoln-Suite neben weißem Marmor auch goldene Wasserhähne – ein Symbol für verschwenderischen Luxus während eines Ausgabenstopps, in dem viele Gehälter nicht ausgezahlt und sogar Lebensmittelhilfen zurückgehalten werden. Schlechte Politik und schlechter Geschmack gehen wohl manchmal wirklich Hand in Hand. FRA
Der Code steht unter Fernsehbildern, in denen Menschen in Schutzanzügen Vogelkadaver einsammeln: Wildvögel sterben am Virus, Tiere in Geflügelmastbetrieben werden zu Hunderttausenden vom Menschen getötet. H5N1 steht für das Virus der Vogelgrippe, für Absperrband und Angst. Angst um die Weihnachtsgans, Angst vor Ausbreitung, Angst vor Mutation. Kraniche sind nicht Ursache, aber die Boten: Wenn die Glücksvögel tot vom Himmel fallen, ist das für viele mehr als eine Seuche. fhu
Aufgezeichnet
Rapper Haftbefehl als Schulstoff
Frau Müller-Reincke ist fest entschlossen, der 9b heute zu zeigen, wer der Babo ist.
Julian Fiebach / DER SPIEGEL
Landauf, landab
Deine Freundin und Helferin: Polizeiuniformen werden mehrheitlich von Männern getragen. In Westdeutschland bis 1978 sogar fast ausschließlich: In jenem Jahr stellte West-Berlin die erste Schutzpolizistin ein. Das letzte Bundesland, Bayern, begann damit 1990. Seitdem steigt deutschlandweit der Frauenanteil im Polizeivollzugsdienst, der Schutz- und Kriminalpolizei umfasst. Spitzenreiter ist Niedersachsen mit rund 37 Prozent. Bayerns Spätstart scheint bis heute nachzuwirken, der Freistaat bildet mit rund 26 Prozent das Schlusslicht. Im öffentlichen Dienst insgesamt sind Frauen übrigens in der Mehrheit. Fast drei von fünf Beschäftigten sind weiblich. bhu
Man nannte sie die »Jackie Kennedy Asiens«: Sirikit, die Königinmutter Thailands, war bekannt für ihr humanitäres Engagement und ihren eleganten Kleidungsstil. Ende Oktober ist sie gestorben. Mit einem Mosaik erinnern Schüler in Bangkok an die Grande Dame der thailändischen Monarchie. Das bewegende Bild hat jedoch einen bitteren Beigeschmack: Kritik am Königshaus steht in Thailand unter Strafe. 2020 demonstrierten Tausende junge Menschen für mehr Demokratie im Land – weitgehend erfolglos. axb
Prozent aller BMW-Autos, die weltweit in den ersten neun Monaten 2025 verkauft wurden, waren vollelektrisch. Der Volkswagen-Konzern kam im selben Zeitraum nur auf 11 Prozent.
Quelle: Unternehmen
Maschine der Woche
Kuckuck, Unesco!
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Jürgen Wiesler / imageBROKER / picture alliance
Als Geburtsstunde der heutigen Schwarzwald-Kuckucksuhr gilt ein Designwettbewerb der Uhrmacherschule in Furtwangen im Jahr 1850 auf der Suche nach Innovation: Damals gewann der Entwurf mit dem Aussehen eines Bahnwärterhäuschens. Ergänzt durch allerlei Schnitzereien und einen Vogel, der stündlich grüßt, wurde aus der Uhr ein Symbol für Fortschritt und den Schwarzwald. Doch heute ist die Kuckucksuhr in die Jahre gekommen, noch rund 150.000 Exemplare werden weltweit jährlich verkauft. Nun will der »Verein für die Schwarzwalduhr« den Niedergang stoppen und die »Cuckoo-Clock« von der Unesco schützen lassen. Die Kuckucksuhr soll künftig wie der Bau der Waldzither, das Goldschlägerhandwerk oder das Gebrauchshundewesen auf der deutschen Liste des immateriellen Kulturerbes stehen. mad
Beim irischen Teamsport Camogie treten Frauen gegeneinander an. Die Spielerinnen nutzen einen als Hurley bezeichneten Holzschläger, um den Ball ins gegnerische Tor oder über die Querlatte zu schlagen, auch Handpässe sind erlaubt. Camogie ist eine Variante des Hurlings, dessen Ursprünge 2000 Jahre zurückreichen. Beide sind von der Unesco als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Mit einer Tradition haben die irischen Spielerinnen allerdings gebrochen: Sie rebellierten erfolgreich gegen das verpflichtende Tragen von »Skorts«, einer Mischung aus Shorts und Rock. ngo
Frau Müller-Reincke ist fest entschlossen, der 9b heute zu zeigen, wer der Babo ist.
Julian Fiebach / DER SPIEGEL
Foto: Sakchai Lalit / AP
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