Hip-Hop hat einen weiten Weg zurückgelegt. 1982 rappte Grandmaster Flash in »The Message« seine berühmt gewordenen Zeilen über das kaputte Leben in der New Yorker Bronx: »Broken glass everywhere«. 43 Jahre später lädt Kai Wegner (CDU), der Regierende Bürgermeister, zum ersten Berliner »HipHop Ball« in das Rote Rathaus. Am 15. November begrüßten Wegner, seine Lebensgefährtin und Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch, die Initiatorin Sajeh Tavassoli und der Unternehmer Quirin Graf Adelmann, der den Ball finanzierte, die 600 Gäste. Bei der Veranstaltung herrschte erkennbar Turnschuhpflicht. Halbwegs bekannte Musiker des Genres wurden nicht gesichtet. Ein Lehrstück in Sachen repressiver Toleranz: Die einzigen Glassplitter, die der Hip-Hop im Jahr 2025 noch produziert, sind zerbrochene Sektgläser. abn
Was war diese Woche gut, was war schlecht für die Demokratie?
Arne Bellstorf / DER SPIEGEL
Gut In der Ukraine scheint der Kampf gegen die Korruption zu funktionieren. Eine Gruppe von Männern, die sich am Stromkonzern Energoatom bereichert hat, ist aufgeflogen. Das Plus wäre größer, gäbe es keine Korruption.
Schlecht Bei einem Leistungstest sind 98 Prozent ein schönes Ergebnis. Bei einer Wahl sind sie meist ein Hinweis auf Fälschung. Die Präsidentin von Tansania Samia Suluhu Hassan lässt behaupten, dass sie mit 98 Prozent wiedergewählt wurde. Die Folge sind Straßenkämpfe, mit Toten.
Gegenstand der Politik
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[M] DER SPIEGEL; Foto: robert6666 / Getty Images
Der Latexhandschuh
Zwar nicht wie ein Dieb in der Nacht, aber doch wie ein ungebetener Gast, schleicht sich derzeit die Musterungspflicht zurück – und hat ihre Handschuhe mitgebracht. Latex, dünn, meistens weiß, gewissermaßen gefühlsecht. Sie sind das Accessoire des Schreckens, wenn es um die wehrmedizinische Begutachtung geht. Inoffizielles Stichwort des Grauens: »Eierkontrollgriff«. Denn bei der ärztlichen Untersuchung zur Feststellung der Diensttauglichkeit geht es nicht nur um die Wehrtauglichkeit von Augen, Ohren oder Herz. Auf der Liste der obligatorischen »Befunderhebungen« stehen auch die Genitalien. Dabei müssen sich die jungen Männer traditionell auf eine intime »Inspektion und Palpation« gefasst machen, also ein medizinisches Betrachten und Befummeln der Testikel. Spätestens hier kommen die Latexhandschuhe zum Einsatz, deren peitschendes Schnappen beim Überziehen nicht wenigen potenziellen Rekruten (»So, dann woll’n wa mal!«) in albtraumhafter Erinnerung geblieben ist. Es sind klinische Deckmäntelchen eines übergriffigen Rituals, das dem künftigen Soldaten schon bei der Musterung einen Teil seiner Freiheit nimmt. Ein Vorgeschmack aufs Leben bei der Truppe. fra
Hieroglyphe unserer Zeit
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[M] DER SPIEGEL; Foto: Manfred Segerer / IMAGO
Roter Rahmen, darauf weiße Buchstaben: Der mysteriöse Aufkleber, an dem deutsche Autofahrer gelegentlich vorbeirauschen, weil er seit 2021 auf französischen Lkw Pflicht ist, ähnelt einem SPIEGEL-Cover. Wer des Französischen unzureichend mächtig ist, übersetzt die Schrift mit »tote Engel«, doch das hieße »anges morts«. Hier steht »angles morts«, also »tote Winkel«, und davor warnt der Sticker: dass der Trucker nicht alles sieht, was um ihn herum passiert. akü
Aufgezeichnet
Kanzleretat: über 12.000 Euro für Visagisten und Friseure
Merz will nach Kritik Staatskasse durch Werbung für Beautyprodukte füllen.
Babyflaute: Von einem Babyboom ist Deutschland derzeit weit entfernt. Die zusammengefasste Geburtenziffer, auch Geburtenrate genannt, sinkt seit Jahren. 2024 lag sie bei 1,35 Kindern pro Frau – damit hat sich der Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren immerhin verlangsamt. Am höchsten ist der Wert noch in Niedersachsen, Schlusslicht ist Berlin. Dass Frauen immer weniger Kinder bekämen, liege unter anderem an zu viel Stress und zu wenig Zeit, sagt die Soziologin Jutta Allmendinger. »Frauen sprechen immer häufiger von einem Vereinbarkeitsversprechen, das nicht gelebt werden kann. Solange sich diese Situation nicht ändert, wird sich die Geburtenziffer nicht erhöhen.« lpa
Die Proteste begannen nach einem Mord. Vor allem junge Mexikaner strömten zu Tausenden vor den Regierungspalast in Mexiko-Stadt, um ein schärferes Vorgehen gegen Drogenbanden zu fordern. »In diesem Land kann man ermordet werden, und nichts passiert«, sagte eine Demonstrantin. Anfang November war ein Bürgermeister erschossen worden, der sich gegen die Kartelle stark gemacht hatte. In vielen Städten gingen Menschen auf die Straße – in der Hauptstadt schleuderten Protestierende auch Steine und Böller auf die Polizisten, die sich mit Schilden schützen mussten. kgp
Wer dem Novembergrau nicht mit dem Flieger entkommen kann, stellt sich die Sonne einfach auf den Schreibtisch. Tageslichtlampen mit viel Blauanteil sollen den Schlaf-wach-Rhythmus stabilisieren und Winterdepressionen vorbeugen. Die Empfehlung: morgens 20 bis 30 Minuten 10.000 Lux ins Gesicht, Lampe anschauen nicht vergessen. Ärztliche Rücksprache wird empfohlen. Die Designs der Modelle reichen von eiförmig bis schneidebrettartig, die Preise von 30 bis 300 Euro. Die kostenlose Alternative: 30 Minuten Mittagsspaziergang – liefert auch bei leicht bewölktem Himmel meist ausreichend Licht und dazu frische Luft und Bewegung.
Nachgezählt
6,4
Milliarden Dollar beträgt der geschätzte Marktwert des wertvollsten Formel-1-Teams Ferrari. Sportlich läuft es zwar nicht mehr. Doch die Vermarktungsmöglichkeiten haben sich auch durch die Streamingdienste verbessert.
Im weißen Schutzanzug steht ein Mitarbeiter einer Insektenbekämpfungsfirma in einem Wald nahe dem elsässischen Hirtzbach, ein schwarzes Netz verhüllt sein Gesicht. Der Mann hat ein Hornissennest im Visier. Das biologische Insektizid, das er dort hineinspritzen wird, soll den Vormarsch einer invasiven Art bremsen: Vespa velutina, die Asiatische Hornisse, breitet sich seit Jahren in Europa aus. Ein Volk kann aus bis zu 2000 Exemplaren bestehen. Ihre Nester erreichen Durchmesser von bis zu einem Meter und hängen meist in Bäumen. Menschen attackiert diese Hornissenart nur, wenn sie sichvon ihnenbedroht fühlt. Eine echte Gefahr ist sie jedoch für einheimische Honigbienen, sie kann ganze Völker auslöschen. jko
Nachgezählt
8083
Menschen stehen gegenwärtig in Deutschland auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Die meisten benötigen eine neue Niere, gefolgt von Leber, Herz, Lunge und Pankreas. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres erhielten bundesweit 2738 Patientinnen und Patienten ein Organ von Verstorbenen.
Quellen: Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), Eurotransplant
Die Macht der Liebe: Drama, Leidenschaften, Skandale – wie ein Gefühl die Welt veränderte
Keine Emotion schenkt größeres Glück, kaum eine kann so verletzen wie die Liebe. Aber haben die Menschen in vergangenen Epochen, in der Steinzeit und im Mittelalter etwa, das Gleiche empfunden? Die aktuelle Ausgabe von SPIEGEL GESCHICHTE erzählt, wie sich die Liebe im Lauf der Zeit veränderte.
Dog-Frisbee, auch Discdogging genannt, wurde in den Siebzigerjahren in den USA erfunden, inzwischen wird jährlich eine Weltmeisterschaft ausgetragen. In der Disziplin Long Distance wirft der Hundebesitzer die Scheibe möglichst weit, der Hund rennt hinterher und muss sie fangen. Beim Freestyle (siehe Foto) zeigen Hund und Mensch eine Kür, bewertet werden die Choreografie, gefangene Würfe und das Zusammenspiel. Es gibt unterschiedliche Wurftechniken, Vor- und Rückhand zum Beispiel, Butterfly oder Overhand Wristflip. 2025 fand die Dog-Frisbee-EM im sächsischen Bobritzsch-Hilbersdorf statt. krä
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