Deutsche Regierungszentralen waren immer wieder Schauplatz internationaler Verhandlungen. Beim »Berliner Kongress« im Sommer 1878 etwa inszenierte sich Reichskanzler Otto von Bismarck als »ehrlicher Makler«, um den Balkan neu zu ordnen. Und die Kanzlerin Angela Merkel mühte sich 2016 bei einem Treffen mit Wladimir Putin sowie dem ukrainischen und französischen Präsidenten um Frieden im Donbass. Am vergangenen Sonntag wurden die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner von Friedrich Merz im Kanzleramt empfangen, um mit Wolodymyr Selenskyj Bedingungen für Frieden in der Ukraine abzuklopfen. Am Montag kamen unter anderem auch europäische Staats- und Regierungschefsins Kanzleramt. Ob der Gipfel ein Schritt auf dem Weg zum Waffenstillstand ist? Das liegt am russischen Aggressor, der bislang noch jeden Vorschlag abgelehnt hat. sef
Was war diese Woche gut, was war schlecht für die Demokratie?
Gut: Das Amtsgericht Husum hat Strafbefehle gegen fünf Männer und eine Frau erlassen. Sie sollen den damaligen Wirtschaftsminister Robert Habeck vor knapp zwei Jahren gemeinsam mit anderen daran gehindert haben, eine Fähre in Schlüttsiel zu verlassen. Nun folgte die Konsequenz. Die Demokratie wehrt sich.
Schlecht: In Chile hat der Ultrarechte José Antonio Kast die Präsidentenwahl gewonnen – ein Mann, der immer wieder Sympathien für den ehemaligen Militärdiktator Augusto Pinochet bekundet hat.
Aufgezeichnet
Familie Assad lebt in Russland im Luxus
So gut es ihm hier auch geht: Am Silvesterabend überkommt Assad das Heimweh.
Leonard Riegel / DER SPIEGEL
Hieroglyphe unserer Zeit
DER SPIEGEL
Kein einziger Buchstabe soll an die Regierungszeit der Demokraten erinnern: Das US-Außenministerium verwendet ab sofort wieder die Schriftart »Times New Roman«. 2023 war unter dem demokratischen Minister Antony Blinken die »Calibri«-Schrift eingeführt worden, weil diese als leserlicher für Menschen mit Einschränkungen gilt. Schluss damit, verfügte nun dessen Nachfolger, der Republikaner Marco Rubio: Mit »Times New Roman« kehre der Anstand zurück. kuz
Gegenstand der Politik
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Die Chanukkia
Seit 20 Jahren schon wird etwa in Berlin vor dem Brandenburger Tor zum jüdischen Chanukkafest im Winter ein zehn Meter hoher achtarmiger Leuchter entzündet: Acht Tage in Folge jeweils eine weitere Kerze. Damit wird an ein Wunder bei der Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem erinnert, 164 vor Christus. Seit dieser Woche denkt die ganze Welt dabei allerdings auch an einen berühmten australischen Strand. Daran, wie am Bondi Beach durch einen antisemitischen Anschlag 15 Menschen starben, die auf Picknickdecken arglos den Beginn des Lichterfestes begingen. Attentäter zielen häufig auf Feiernde. Als reizte sie vor allem ihre entspannte Freude – und womöglich auch ihre Wehrlosigkeit. Die islamistischen Terroristen vom 7. Oktober überfielen in Israel die Tanzenden eines Festivals. Im Bataclan in Paris traf es vor zehn Jahren Konzertbesucher. Und der Attentäter von Halle feuerte 2019 an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, auf die Tür einer Synagoge, die zum Glück hielt. Die Chanukkia ist jetzt nicht mehr nur ein religiöses, sondern auch ein politisches Symbol geworden. In Sydney projizierten sie sie auf eines der Segel des berühmten Opernhauses. ded
Festschmaus: Gänsebraten, Wildragout, Raclette – die Liste beliebter Weihnachtsessen ist lang. In vielen Familien gehört Karpfen, blau oder gebacken, zum Fest. Die wenigsten werden ihn selbst angeln. Wo kommt der Fisch also her? In Deutschland wird er in großer Menge in Aquakulturbetrieben erzeugt, vor allem in drei Bundesländern. Neun von zehn solcher Karpfen stammten aus Bayern, Sachsen oder Brandenburg, wie das Statistische Bundesamt für das Jahr 2024 festhielt. Insgesamt erzeugten die Betriebe mehr als 4000 Tonnen Karpfen, das ist gut ein Viertel ihrer Gesamtproduktion. Nur ein Fisch war für die Betriebe wichtiger: die Regenbogenforelle. vbt
Pilger in Mexiko tragen Bilder, die die Jungfrau von Guadalupe zeigen. Die Wallfahrt zur Basilika der Jungfrau auf dem Hügel Tepeyac gilt als eine der größten der Welt. Gläubige Katholiken kommen dabei zu einer besonderen Zeremonie zusammen. Die Legende um die Jungfrau geht auf das Jahr 1531 zurück. Der Überlieferung nach soll Maria einem Indigenen nahe Mexiko-Stadt erschienen sein. Sie soll ihn mit dem Bau einer Kirche auf dem Tepeyac beauftragt haben. Die Basilika ist Mexikos katholisches Nationalheiligtum. asa
Prozent der Verbraucher haben im Supermarkt schon mal ein Produkt im Regal liegengelassen, weil sie den Eindruck hatten, es sei verdeckt teurer geworden. Bei solchen Mogelpackungen ist etwa bei gleichem Preis plötzlich weniger drin.
Früher diente die elektrische Lichterkette am Weihnachtsbaum vor allem dazu, Wachsflecken und angekokelte Zweige zu verhindern. Heute setzt sie als Lifestyle-Gadget die Persönlichkeit des Käufers in Szene. Smarte Modelle scannen den Baum per App, choreografieren die LEDs im Takt der Playlist und wechseln Farben nach Stimmung, vom Kerzenflackern bis zum grellen Lichtgewitter, wie auf der Tanzfläche. Die Lichterketten reagieren auf Sprache und Bewegung. Der Christbaum, Sinnbild der Behaglichkeit, wird so zum digitalen Abbild der eigenen Stimmung. Man mag sich das Feuerwerk in mancher Familie an Heiligabend gar nicht vorstellen. Nur eines bleibt beim Alten: das Drama, die 20-Meter-Kette beim Auspacken im nächsten Jahr wieder zu entwirren.
Millionen Kilometer etwa dürfte der Abstand betragen, den der Komet »3I/ATLAS« am Freitag dieser Woche zur Erde haben wird, wenn er ihr am nächsten kommt. Danach verschwindet er für immer im All. Der Komet stammt nicht aus unserem Sonnensystem, sodass er Astronomen bei seinem Besuch mehr über seinen Ursprung verraten könnte.
Apennin-Braunbären leben seit Jahrtausenden in besiedelten Gebieten in Mittelitalien. Die enge Nachbarschaft zu den Menschen dort hat offenbar das Erbgut der Tiere verändert, wie Forschende der Universität Ferrara berichten. Im Vergleich zu Artgenossen in anderen Regionen gibt es in ihrer DNA bestimmte Muster, die mit zurückhaltendem Verhalten in Verbindung gebracht werden. Wahrscheinlich wurden im Laufe der Zeit eher jene Bären getötet, die aggressiv auftraten, so konnten vor allem friedliche Exemplare ihre Gene weitergeben.
Ist das noch ein Rentier – oder schon ein Renntier? Die Bewohner der Wälder Skandinaviens und Sibiriens sind mehr als nur die Zugtiere des Weihnachtsmanns. In freier Wildbahn durchqueren sie eiskalte Flüsse und erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometern pro Stunde. Kein Wunder also, dass Rentierrennen in nördlichen Regionen zu den winterlichen Höhepunkten zählen. In Finnland gibt es sie bereits seit 1932: Rennfahrer lassen sich auf Skiern oder im Schlitten über eine bestimmte Strecke vom Rentier ziehen. jan
So gut es ihm hier auch geht: Am Silvesterabend überkommt Assad das Heimweh.
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