SPIEGEL Chronik 54/2000 - Inhaltsverzeichnis
Zum Inhalt springen

Jahres-Chronik - Der Rückblick

PDF
Vorherige Ausgabe Vorherige Ausgabe
Nr. 54 / 14.12.2000 • Alle Ausgaben •
Nächste Ausgabe Nächste Ausgabe

Hausmitteilung

Januar 2000

Interview Wissenschaft+Technik

Februar 2000

März 2000

Interview Kultur

April 1999

Mai 2000

MAI 2000 »Ein Platz im Pantheon«

That's LIFEMit einer Anfangsinvestition von 96 000 Dollar legte der US-Verleger Henry Luce 1936 den Grundstein für das Magazin »Life«. Die New Yorker Illustrierte setzte rasch völlig neue Qualitätsmaßstäbe im Fotojournalismus und leistete Pionierarbeit in der Tierfotografie und in der Kriegsberichterstattung. Legendär - und von den Militärs gefürchtet - wurden »Life«-Reportagen aus dem Vietnamkrieg. Bilder von Rassenunruhen, Hungerkatastrophen oder Seuchen prägten das kollektive Bewusstsein der Zeitgenossen.»Life«-Reporter waren die Avantgarde, die Lichtgestalten unter den Lichtbildnern - der sozialkritische Virtuose W. Eugene Smith etwa mit seinen dramatischen Schwarzweißbildern. Lennart Nilsson fotografierte erstmals einen menschlichen Embryo. Margaret Bourke-White kam schlagartig zu Weltruhm mit ihrem sarkastischen Kommentar zur amerikanischen Wirtschaftskrise: Outlaws und Arbeitslose, die für Brot Schlange stehen - unter einem Reklameschild für den »American Way«.Zahllose Momentaufnahmen sind noch heute Ikonen der Bildkunst: der übermütige US-Matrose, der das Ende des Weltkriegs mit einer stürmischen Kuss-Attacke besiegelt; verletzte GIs in Vietnam, der sterbende Aidskranke, der Tanz-Magier Fred Astaire, die nackte Marilyn Monroe. In seiner Blüte war »Life« das Kultblatt des Fotorealismus. »Wenn deine Bilder nicht gut sind, dann warst du nicht nah genug dran«, sagte der Kriegsberichterstatter Robert Capa. Der Lehrsatz wurde ihm selbst zum Verhängnis: Capa kam 1954 in Indochina bei einer Minenexplosion ums Leben.Der Niedergang des Magazins begann in den frühen 70er Jahren. Kritiker monierten, der »Life«-Style sei vergilbt, »von der Zeit überholt«. Zuletzt wurden monatlich nur noch 1,5 Millionen Hefte verkauft, früher waren es 7,2 Millionen wöchentlich. Nun entschließt sich der Time-Warner-Konzern, den Klassiker einzustellen. Künftig wird das Blatt nur noch sporadisch zu besonderen Anlässen erscheinen. Ein »Life«-Bewunderer, Starfotograf Helmut Newton, blickt zurück auf das Magazin, das einen »Platz im Pantheon der Fotografie« sicher hat (siehe Seite 146).
2 Min

Juni 2000

Juli 2000

August 2000

September 2000

Oktober 2000

November 2000

Interview Sport

Dezember 2000

Gestorben 2000