Psychischer Druck im Esport »Wegen meiner Existenzängste habe ich den Burn-out beiseitegeschoben«
Geredet wird schon lange darüber: Wie groß ist die psychische Belastung in der Esports-Szene? Lange passierte das aber viel zu beiläufig. Das änderte sich spätestens im vergangenen Frühling , als gleich zwei Starspieler der Counter-Strike-Szene stressbedingt eine Auszeit nehmen mussten.
Lukas »gla1ve« Rossander und Andreas »Xyp9x« Højsleth waren mit dem Team Astralis von Titel zu Titel gerast, jetzt traten beide auf die Notbremse. Erst Monate später waren beide wieder in der Lage, in das Team zurückzukehren. Es sind keine Einzelfälle – und andere schaffen den Weg zurück nicht.
Ihr Beruf verlangt professionellen Esportlerinnen und Esportlern eine Menge ab. In Wettkampf und Training vollbringen sie über viele Stunden kognitive und mentale Höchstleistungen. Dabei sitzen sie viel und bewegen sich oft zu wenig.
Auch neben der Bühne kann der Stress enorm werden. Bereits in jungen Jahren ziehen die Talente in Gaminghäuser mit viel Training und teils wenig Privatsphäre. Sie müssen hart arbeiten, denn der Konkurrenzdruck ist enorm. Nicht viele Spieler können vom Esport leben und täglich drängen neue Talente auf die raren Plätze in den Profiteams. Es ist ein ständiger Kampf, damit die hart erarbeitete Karriere kein frühes Ende nimmt.
Hilfsangebote gibt es, aber die sind teuer
Viele professionelle Organisationen haben das Problem der mentalen Belastung schon länger erkannt. Sie haben für ihre Profis ein Umfeld geschaffen, in dem diese professionelle Hilfe in verschiedenen Lebensbereichen bekommen. Ganze Mitarbeiterstäbe kümmern sich um Themen wie Ernährung, Schlaf, Bewegung und die psychische Betreuung. Aber so ein Angebot ist teuer und längst nicht alle Teams können sich so viele und so qualifizierte Mitarbeiter leisten.
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In unserem Podcast »Game Changer« sprechen wir mit dem ehemaligen »League of Legends«-Profi Maurice »Amazing« Stückenschneider. Der 26-Jährige hat im Esport große Erfolge gefeiert, aber auch viele Tiefpunkte durchlebt, inklusive Burn-out.
Von Mia Stellberg erfahren wir, wie sie als Sportpsychologin jungen Esportlern hilft, mit den Herausforderungen in Wettkampf und Alltag besser zurechtzukommen.
Darüber sprechen wir auch mit Dr. Christopher Grieben, unter dessen Leitung die Sporthochschule Köln regelmäßig Studien zum Trainings- und Gesundheitsverhalten von Gamerinnen und Gamern durchführt. Beide gebe hilfreiche Tipps, was auch Hobbyzocker von den Profis lernen können.