Formel 1 Ross Brawn wird Teamchef bei Honda
Hamburg - Der frühere technische Direktor des Ferrari-Teams, Ross Brawn, wird neuer Teamchef von Honda. Dort löst er Nick Fry ab, der in Zukunft als Geschäftsführer des Teams fungieren wird. Das bestätigte der japanische Rennstall heute. Brawn hatte Ferrari nach Ende der Saison 2006 verlassen und eine Auszeit von einem Jahr genommen. Am 26. November wird er seine neue Arbeitsstelle antreten. Er trägt künftig die volle Verantwortung für das Design, die Herstellung und den Einsatz der Rennautos.
"Seine Erfahrung im Gewinnen von Weltmeisterschaften in der Formel 1 wird entscheidend sein, Honda weiter wettbewerbsfähig zu machen und ich freue mich, dass wir zusammen daran arbeiten werden", sagte Fry. "Honda hat eine große Geschichte in der Formel 1", sagte Brawn, "und die Möglichkeit, dem Team zu helfen, sein Potential auszuschöpfen, bedeutet eine fantastische neue Herausforderung für mich."
Laut der britischen Tageszeitung "The Telegraph" war Brawn bereits im April dieses Jahres von Fry angesprochen worden, ob er sich eine Rückkehr in die Formel 1 im Team Honda vorstellen könne. Brawn hatte jedoch Ferrari versprochen, bei einer möglichen Rückkehr zuerst mit seinem früheren Arbeitgeber zu verhandeln. Diese Gespräche soll er jedoch aufgrund fehlender Perspektiven im Oktober abgebrochen haben. Ein erneutes Engagement als technischer Direktor bei den Italienern war ihm offensichtlich zu wenig. Der 53-Jährige spekulierte dem Vernehmen nach auf den Sportdirektor-Posten und damit die Nachfolge Jean Todts.
Dessen Posten wird jetzt der bisherige Sportchef Stefano Domenicali einnehmen. Der Italiener, der schon zur Führungsebene im Formel-1-Team gehörte, ist damit vom 1. Januar 2008 an für alle sportlichen Bereiche verantwortlich. Todt konzentriert sich künftig auf seine Arbeit als Ferrari-Direktor. Der Franzose hatte die Aufgabe als Sportverantwortlicher nur interimsmäßig ausgeübt.
Der 53-jährige Brawn war erstmals 1978 als Mechaniker im Williams-Team in der Formel 1 engagiert. Nach Stationen bei Arrows und Jaguar kam er 1991 zu Benetton und konnte dort 1994 und 1995 mit Michael Schumacher dessen erste Fahrer-Weltmeistertitel sowie 1995 auch den Konstrukteurstitel feiern. 1996, ein Jahr nach Schumacher, folgte Brawn dem Deutschen zu Ferrari.
Mit der Scuderia wurde er sechs mal in Folge (1999 bis 2004) Konstrukteursweltmeister und war Teil des Teams, mit dem Schumacher fünf Fahrertitel (2000 bis 2004) erringen konnte.
In der abgelaufenen Saison enttäuschte Honda als abgeschlagener Achter in der Konstrukteurswertung. Der Brite Jenson Button holte nur sechs Punkte für das Team. Rubens Barrichello ging leer aus. Toyota und Red Bull Racing sollen sich ebenfalls um die Dienste Brawns bemüht haben.
fsc/Reuters/AP/dpa