Formel 1: Susie Wolff zeigt Weltverband Fia nach eingestellten Ermittlungen wegen Geheimnisverrat an - DER SPIEGEL
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Ermittlungen wegen Geheimnisverrat in der Formel 1 Susie Wolff verklagt Weltverband Fia

Für Susie Wolff ist weiter unklar, wer die Vorwürfe beim Weltverband Fia gegen sie vorbrachte. Nun zieht die Chefin der Nachwuchsrennserie F1 Academy vor Gericht – und erhält dabei Unterstützung von Lewis Hamilton.
Susie Wolff wehrt sich gegen Vorwürfe des Geheimnisverrats
Susie Wolff wehrt sich gegen Vorwürfe des Geheimnisverrats

Susie Wolff wehrt sich gegen Vorwürfe des Geheimnisverrats

Foto: Alessio Morgese / NurPhoto / Getty Images

Nach dem Wirbel um Ermittlungen wegen angeblichen Geheimnisverrats geht die Chefin der weiblichen Formel-1-Nachwuchsserie, Susie Wolff, juristisch gegen den Motorsport-Weltverband Fia vor. Wie die Frau von Mercedes-Teamchef Toto Wolff über soziale Medien mitteilte, hat sie bereits am 4. März Strafanzeige bei französischen Gerichten gestellt wegen der Aussagen der Fia über sie vom vergangenen Dezember.

»Es gibt immer noch keine Transparenz oder Rechenschaft wegen des Verhaltens der Fia und der Mitarbeiter in dieser Angelegenheit«, schrieb die 41-Jährige. »Ich denke, dass es wichtiger denn je ist, aufzustehen, unangemessenes Verhalten anzuprangern und sicherzustellen, dass Menschen zur Rechenschaft gezogen werden.«

Der Motorsport-Weltverband hatte Medienberichte geprüft, denen zufolge einem Formel-1-Teamchef von einem Mitarbeiter des Formel-1-Rechteinhabers vertrauliche Informationen zugespielt worden sein sollen. Hintergrund war der Bericht eines Fachportals über einen angeblichen Interessenkonflikt bei Toto Wolff und seiner Frau, über den sich angeblich andere Formel-1-Funktionäre bei Fia-Präsident Mohammed Ben Sulayem beschwerten.

Wolff berichtet von Frauenfeindlichkeit

Demnach soll Susie Wolff, die als Geschäftsführerin der Formel-1-Akademie beim Formel-1-Vermarkter FOM angestellt ist, Zugang zu vertraulichem Wissen aus der Spitze der Rennserie haben und dies angeblich mit ihrem Mann geteilt haben. Toto Wolff könnte im Gegenzug seine Frau über Gespräche zwischen den Teamchefs in Kenntnis gesetzt haben, sodass diese Informationen wiederum zum Rechteinhaber gelangten. Nur zwei Tage nach der Veröffentlichung der Ermittlungen stellte die Fia sie wieder ein.

Die frühere Rennfahrerin Wolff äußerte damals die Vermutung, dass versuchte Einschüchterung und Frauenfeindlichkeit als Motive hinter den Vorwürfen stecken. Sie berichtete, Opfer von Hass im Netz geworden zu sein. »Ich werde es nicht zulassen, mich einschüchtern zu lassen und beabsichtige, die Sache weiterzuverfolgen, sobald ich herausgefunden habe, wer diese Kampagne angestiftet und die Medien in die Irre geführt hat«, schrieb die Schottin damals.

Seitenhieb von Lewis Hamilton

Rekordweltmeister Lewis Hamilton, seit 2013 und noch bis Jahresende bei Mercedes unter Vertrag, begrüßte den Schritt, den Vorfall zur Anzeige zu bringen. »In einer Welt, in der oft geschwiegen wird, ist es eine großartige Botschaft, dass sie aufsteht«, sagte Hamilton am Rande des Großen Preises von Australien (Sonntag, 5 Uhr MEZ/Sky): »Es gibt immer noch einen echten Mangel an Verantwortlichkeit innerhalb des Sports und der Fia. Dinge passieren hinter verschlossenen Türen, es gibt keine Transparenz, es gibt wirklich keine Rechenschaftspflicht. Wir leben in einer Zeit, in der die Botschaft lautet: Wenn du eine Beschwerde einreichst, wirst du gefeuert.«

Lewis Hamilton fährt seit Langem für Mercedes

Lewis Hamilton fährt seit Langem für Mercedes

Foto: Robert Cianflone / Getty Images

Damit nimmt Hamilton möglicherweise Bezug auf die Affäre rund um Christian Horner und Red Bull. Im Fall Horner hatte dem Briten eine Mitarbeiterin unangemessenes Verhalten vorgeworfen. Nach einer internen Untersuchung war die Beschwerde abgewiesen worden. Danach wurden jedoch anonyme Mails mit pikanten Details an Journalisten und Formel-1-Offizielle versendet, die den 50-Jährigen erneut unter Druck brachten. Die Red-Bull-Mitarbeiterin wurde entlassen, hat aber angeblich mittlerweile Beschwerde beim Motorsport-Weltverband Fia wegen dessen Verhalten eingereicht.

ast/dpa/sid