Nach Niederlage gegen Jordanien »Vernichtende Pleite« – Südkoreas Presse zählt Klinsmann an
Jürgen Klinsmann bei der Pleite gegen Jordanien
Foto:Thanassis Stavrakis / AP
Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann steht nach dem Halbfinal-Aus von Südkorea gegen Jordanien beim Asien Cup schwer in der Kritik. Nicht nur das überraschende Ausscheiden gegen den Außenseiter beschäftigt die Medien, sondern vor allem die dabei gezeigte schwache Leistung. Der Tenor lautet: Die Pleite sei nur das jüngste Beispiel einer fragwürdigen Taktik und Mannschaftsaufstellung. Gegen das in der Weltrangliste um 64 Plätze schlechter platzierte Jordanien erspielte sich Südkorea trotz Stars wie Son Heung-Min von den Tottenham Hotspur beim 0:2 keine zwingende Chance. Die Zeitung »Ilgan Sports« sprach von einer »vernichtenden Pleite«.
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Die Sportzeitung »Sports Hankook« urteilte, es könne keine andere Entschuldigung als »Mangel an Taktik« geben. Zumal der Auftritt gegen Jordanien nicht die erste durchwachsene Leistung für das mitfavorisierte Südkorea war. Nur eines von fünf Spielen hatte Südkorea in der regulären Spielzeit gewonnen. Vor allem späte Tore bewahrten das Team vor einem früheren Aus.
Auch wie der ehemalige Bundestrainer Klinsmann mit der Niederlage umging, sorgte für Verwunderung in Südkorea. Der 59-Jährige gratulierte nach der Pleite seinem Trainerkollegen Hussein Ammouta nach der Pleite mit einem Lächeln im Gesicht und erntete auch dafür Kritik. »Während die Spieler ihre Enttäuschung und ihr gezwungenes Lächeln zeigten, war Klinsmanns Gesicht von einem Lachen erfüllt«, schrieb etwa »Sports Hankook«: »Es war eine Szene, die äußerst verwirrend war, wenn man bedenkt, dass er der Trainer der koreanischen Nationalmannschaft ist.«
Klinsmann und Jeong Woo-Yeong nach dem Aus
Foto: Molly Darlington / REUTERSDieses Lächeln sei schwer zu verstehen, meinte auch die Zeitung »Ilgan Sports« am Mittwoch. Schon gleich nach dem Spiel wurde Klinsmann darauf angesprochen: Für ihn sei es normal gewesen, dem anderen Coach zu gratulieren, sagte er.
Die Zukunft von Klinsmann als Trainer bei Südkorea scheint ungewiss. Einheimische Kommentatoren fragten einen Tag nach der Niederlage gegen Außenseiter Jordanien, wie es nun mit dem Team weitergehe. »Korea, und speziell Chefcoach Jürgen Klinsmann, müssen eine wichtige Frage beantworten: Was ist soeben passiert?«, schrieb die Zeitung »JoongAng Ilbo«.
Klinsmann will nicht zurücktreten
In Südkorea wird davon ausgegangen, dass der Druck auf Klinsmann weiter wachsen wird. Zweifel hingen über der Zukunft des Nationalteams, so die Zeitung »The Korea Herald«. Einige Fans hätten bereits angesichts der schwankenden Leistungen in den Gruppenspielen den Rücktritt des Trainers gefordert.
Auch dass Klinsmann große Teile seiner Zeit nicht in Südkorea, sondern in den USA verbringt, wurde ihm schon vor dem Turnier vorgeworfen. Eine ähnliche Diskussion gab es auch in Deutschland, als Klinsmann Bundestrainer war.
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Klinsmann, der vergangenes Jahr das Traineramt unter anderem mit dem Ziel angetreten hatte, die Asienmeisterschaft zu gewinnen, äußerte sich nicht direkt über seine Zukunft. Auf die Frage nach dem Spiel über einen möglichen Rücktritt sagte er: »Ich habe nichts geplant.« Er werde jedoch nach der Rückkehr mit dem nationalen Fußballverband über die Leistung reden.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version schrieben wir, auf dem im Artikel eingebauten Foto seien Jürgen Klinsmann und Son Heung-Min zu sehen. Stattdessen handelt es sich um Klinsmann und Jeong Woo-Yeong. Wir haben die Bildunterschrift korrigiert.