Berliner Tristesse: Hertha im Sturzflug - DER SPIEGEL
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Berliner Tristesse Hertha im Sturzflug

Langsam wird es für Hertha BSC brenzlig. Das Team des neuen Coaches Michael Skibbe verlor auch seine dritte Partie in der Rückrunde. Die Berliner sind nur noch wenige Punkte von den Abstiegsrängen entfernt.
Von Clemens Gerlach
Hertha-Coach Skibbe: "Jetzt ist es aber auch an der Zeit, endlich mal zu punkten"
Hertha-Coach Skibbe: "Jetzt ist es aber auch an der Zeit, endlich mal zu punkten"

Hertha-Coach Skibbe: "Jetzt ist es aber auch an der Zeit, endlich mal zu punkten"

Foto: Sebastian Kahnert/ dpa
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Hamburg - An den 29. Oktober vergangenen Jahres erinnern sich die Fans von Hertha BSC gerne. Mit 3:2 Toren siegte ihr Team beim VfL Wolfsburg. Seither hat der Bundesliga-Rückkehrer nicht mehr gewonnen. In neun Partien holte die Hertha vier Punkte. Das ist die Bilanz eines Absteigers. Die Bilanz von Trainer Michael Skibbe, der in der Winterpause Markus Babbel nachfolgte, ist noch trostloser. Drei Spiele, drei Niederlagen. Dabei waren die Gegner nun wirklich nicht furchterregend.

Erst gab es Pleiten gegen die ebenfalls abstiegsgefährdeten Teams aus Nürnberg (0:2 in der Fremde) und Hamburg (1:2 im heimische Olympiastadion), nun folgte das 0:1 gegen den Tabellensiebten Hannover. 96-Stümer Mohammed Abdellaoue traf in der 68. Minute. Von "einem Sonntagsschuss" sprach Skibbe, was wohl als Trost für seine Spieler gedacht war. Motto: Ihr könnt nichts dafür, so ein Tor kassiert man nur alle Jubeljahre.

Nun ja, man kann es auch anders sehen. Hertha BSC ist inzwischen auf Platz 15 abgerutscht. Gewinnt der 1. FC Kaiserslautern am Sonntag sein Heimspiel gegen Köln (17.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE), dann stehen die Berliner auf dem Relegationsplatz. Dass es kurzfristig besser wird, ist eher unwahrscheinlich. Trainer und Teammitglieder stritten sich zuletzt lautstark in der Kabine. Zudem ist der Hertha-Kader nicht besonders gut besetzt, zudem fehlen in Andre Mijatovic, Christian Lell, Christoph Janker und Maik Franz erfahrene Defensivspieler.

Umso ärgerlicher, dass nun auch noch Sebastian Neumann ausfällt. Der U21-Nationalspieler bestritt gegen Hannover seine erste Bundesligabegegnung, machte sich in der Abwehr gar nicht einmal schlecht, flog aber nach 74 Minuten wegen wiederholten Foulspiels mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz.

Skibbes Analyse geriet ein wenig jammerig. "Das war eine unglückliche Niederlage. Wir hatten leider haben wir nicht den Ertrag eingefahren, den wir durch unser Engagement in der ersten Halbzeit verdient gehabt hätten", sagte der 46-Jährige, "da haben wir aggressives Pressing gespielt, viele Bälle gewonnen und auch Torchancen gehabt."

Immerhin ahnt auch Skibbe, dass er sich nicht mehr viele Niederlagen wird leisten können. "Ich habe deutliche Fortschritte gegenüber der Vorwoche gesehen, jetzt ist es aber auch an der Zeit, endlich mal zu punkten."