Sieg in Wolfsburg: Tuchel wechselt den BVB-Sieg ein
Sieg in Wolfsburg Dortmund jubelt in letzter Sekunde
Borussia Dortmund hat die Niederlage von Bayern München genutzt und den Abstand auf den Tabellenführer verkürzt. Der BVB bezwang in der Nachspielzeit den VfL Wolfsburg 2:1 (1:0). Jetzt steht das Team von Trainer Thomas Tuchel nur noch fünf Punkte hinter dem FC Bayern.
Im DFB-Pokalfinale 2015 hatte der BVB gegen den VfL das Nachsehen, die Neuauflage in der Bundesliga gewinnt er. Dortmund spielte zügig nach vorne. Der achte Saisontreffer von Marco Reus in der 32. Minute war zu diesem Zeitpunkt überfällig. Wolfsburg verschlief den Start, hatte zunächst große Probleme gegen das frühe Stören der Dortmunder und wurde erst Mitte der ersten Hälfte besser.
Die Schlussminuten waren turbulent: Zuerst erzielte Ricardo Rodriguez per Foulelfmeter den Ausgleich (90.+1.), nur zwei Minuten später gelang dem BVB doch noch der Sieg durch einen Treffer vom eingewechselten Shinji Kagawa wenige Sekunden vor dem Abpfiff. Am Ende wäre ein Unentschieden gerecht gewesen. Wolfsburg steht mit 25 Punkten auf Rang fünf.
Dortmund belohnt sich spät
Bereits in der zweiten Minute traf Ilkay Gündogan mit einem sehenswerten Freistoß aus 23 Metern den Querbalken. Nur wenige Sekunden später scheiterte auch Sven Bender freistehend am Fünfmeterraum an der Latte des Wolfsburger Tores. Fortan brachte der BVB die Hintermannschaft des Gegners mit frühem Pressing immer wieder in Verlegenheit und erspielte sich fast im Minutentakt weitere Großchancen.
Wolfsburg hatte großes Glück, dass Dortmund seine vielen Möglichkeiten in der Anfangsphase nicht nutzte. Der Pokalsieger bot zunächst eine indiskutable Leistung. Fehlpässe und ein schlechtes Stellungsspiel bestimmten die Partie des Gastgebers. Den ersten Schussversuch erarbeitete sich das Team von Trainer Dieter Hecking erst in der 28. Minute.
Mit Verlauf der Partie ließ der Druck der Borussia aber nach. Wolfsburg gestaltete stattdessen mehr und André Schürrle hatte mit einem Fernschuss sogar eine nennenswerte Möglichkeit (31.). Ausgerechnet als der VfL in der Partie angekommen schien, fiel das Gegentor. Henrich Mchitarjan nutzte einen leichtfertigen Ballverlust der Wolfsburger vor dem eigenen Strafraum und Reus vollendete die Aktion zur verdienten Führung (32.). Danach war Wolfsburg die aktivere Mannschaft.
Wolfsburg rennt an und hat am Ende Pech
Auch nach dem Seitenwechsel konnte Wolfsburg die Partie offen gestalten. Julian Draxler vergab nach einer feinen Einzelaktion eine gute Chance auf den Ausgleich (56.). Die bis dahin größte Möglichkeit für den Gastgeber hatte Bas Dost, der den Ball freistehend im Strafraum nicht an Torwart Roman Bürki vorbeibrachte. Kurz darauf verpasste Rodriguez aus der Distanz (63.).
Spätestens nach dem 0:1 agierte der VfL druckvoller und selbstbewusster. Dortmunds Trainer Tuchel registrierte das und mahnte seine Spieler von der Seitenlinie wieder zu mehr Tempo und Gegenwehr, doch der BVB blieb weitestgehend harmlos und überließ dem Gegner das Geschehen. In der 73. Minute hatte Dortmund Glück, als Schürrle einen Konter schwach ausspielte und eine weitere Großchance ungenutzt ließ. Nach einem Kopfball von Vierinha klärte zudem Bender knapp vor der Torlinie (81.).
Das Wolfsburger Anrennen wurde kurz vor dem Abpfiff noch belohnt: In der Nachspielzeit verwandelte Rodriguez einen fragwürdigen Foulelfmeter. Der Jubel hielt aber nur kurz, das Spiel war noch nicht vorbei. In der dritten Minute der Nachspielzeit traf Kagawa zum glücklichen Sieg für Dortmund.
VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund 1:2 (0:1)
0:1 Marco Reus (32.)
1:1 Ricardo Rodriguez (90.+1., Foulelfmeter)
1:2 Shinji Kagawa (90.+3.)
Wolfsburg: Benaglio - Vieirinha, Naldo, Klose, Ricardo Rodriguez - Guilavogui (46. Dost), Arnold - Caligiuri (57. Träsch), Draxler - Schürrle, Kruse. - Trainer: Hecking
Dortmund: Bürki - Piszczek, Subotic, Sven Bender, Schmelzer - Gündogan (55. Kagawa), Ginter, Castro (82. Hofmann) - Mchitarjan, Aubameyang (82. Park), Reus. - Trainer: Tuchel
Schiedsrichter: Stieler
Zuschauer: 30.000
Gelbe Karten: Arnold (2), Vieirinha (2), Träsch (2) - Reus, Piszczek