Frankreich: Zinédine Zidane »schockiert« seine Nationalspieler – weil er noch immer so überragend kickt - DER SPIEGEL
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Ehemaliger Weltfußballer Frankreichs Trainer Zidane »schockiert« seine Nationalspieler – weil er noch immer so überragend kickt

Er war einer der besten Fußballer überhaupt, jetzt ist Zinédine Zidane Frankreichs Nationalcoach. Und erstaunt seine Spieler. Manu Koné schwärmte von Zidanes Fähigkeiten, seine Technik sei schockierend gut.
Coach Zidane auf dem Trainingsplatz: »Nichts von seinem Können eingebüßt«
Coach Zidane auf dem Trainingsplatz: »Nichts von seinem Können eingebüßt«

Coach Zidane auf dem Trainingsplatz: »Nichts von seinem Können eingebüßt«

Foto: Franck Fife / AFP

Dass Zinédine Zidane ein grandioser Fußballer gewesen ist, weiß in Frankreich jedes Kind. Zidane aber tatsächlich live gegen den Ball treten zu sehen, muss trotzdem ein Ereignis sein. Sogar für diejenigen, die selbst ganz gut kicken können.

Er habe kaum glauben können, was er da sehe, sagte Frankreichs Manu Koné, nachdem sein neuer Nationaltrainer Zidane seine Fußballschuhe schnürte, um am Training teilzunehmen.

Der 54-Jährige, einst der wohl beste Spielmacher im Weltfußball, spielte Pässe und schlug Flanken. Und versetzte seine Fußballer in Staunen.

»Es live mitzuerleben, ist noch besser«

»Was mich in der ersten Trainingswoche schockiert hat, war sein technisches Repertoire. Er hat nichts von seinem Können eingebüßt«, sagte Koné am Dienstag vor dem bevorstehenden Spiel gegen Italien im Stade de France in der Nations League.

»Es live mitzuerleben, ist noch besser, besonders in seinem Alter«, sagte der 25-Jährige weiter. Koné, 2001 geboren, war fünf Jahre alt, als Zidane seine Spielerkarriere beendete. »Dass er diese Technik auch heute noch beherrscht, bedeutet, dass sie zu seiner Zeit unglaublich gewesen sein muss.«

Fußballer Zidane mit dem WM-Pokal

Fußballer Zidane mit dem WM-Pokal

Foto: Achim Scheidemann / dpa

Zidanes zwei Tore im gewonnenen WM-Finale 1998 gegen Brasilien machten ihn über Nacht zum Superstar – während die ganze Nation feierte, wurde sein Gesicht auf den Arc de Triomphe in Paris projiziert. Es folgte die Auszeichnung mit dem Ballon d’Or als Weltfußballer. 2000 führte er die Franzosen zum Titel bei der Europameisterschaft.

»Es ist eine Freude, von Zidane, einer Legende, trainiert zu werden. Er hat mir gesagt, ich solle frei spielen, und mir Selbstvertrauen gegeben«, sagte Koné. »Er war Mittelfeldspieler, daher höre ich als Mittelfeldspieler auf alles, was er sagt, und kann an seiner Seite nur lernen. Er gibt mir viele Ratschläge zu meiner Positionierung und überträgt mir mehr Verantwortung.«

Zidanes letzter Einsatz für Frankreich war im WM-Finale 2006, das mit einer Niederlage im Elfmeterschießen gegen Italien endete. Zidane war damals in der Verlängerung vom Platz gestellt worden, der Grund war sein berüchtigter Kopfstoß gegen den italienischen Verteidiger Marco Materazzi.

Später wurde Zidane Trainer, mit Real Madrid gewann er dreimal die Champions League. Nun beerbte er Didier Deschamps als französischen Nationalcoach. Das Spiel gegen Italien am Freitag wird sein Heimdebüt. Zuvor hatte er die Auswärtspartien in der Türkei und in Belgien jeweils 1:0 gewonnen.

»Man kann ihm zu seiner Karriere nur gratulieren«, sagte Koné. »Das werden wir am Freitag sehen, die Ovationen, die er bekommt.«

mon/AP