Kapverden bei der Fußball-WM 2026: Warum Vozinha sein altes Leben vermisst - DER SPIEGEL
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Kapverdischer Torwart WM-Held Vozinha wünscht sich sein altes Leben zurück

Bei der WM ließ er Weltstars verzweifeln, nach dem Turnier empfingen ihn Fans im Ausland wie einen Rockstar: Das Leben von Vozinha hat sich in den vergangenen Monaten schlagartig verändert. Offenbar nicht nur zum Guten.
• aus DER SPIEGEL 41/2026
Vozinha bei der WM
Vozinha bei der WM

Vozinha bei der WM

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Brett Davis / IMAGN IMAGES / Reuters

Die Fußball-WM in diesem Jahr war eine der Superlativen. Nie nahmen so viele Teams an einer WM teil, nie gab es so viele Gastgeberländer. Das führte auch dazu, dass kleinere Fußballnationen plötzlich auf der größten Bühne spielten und sich bisher unbekannte Spieler dem Weltfußball vorstellten.

Wie Vozinha, 40. Der Torhüter der Kapverden lieferte in fußballerisch fast biblischem Alter eine starke Leistung nach der anderen ab bei dem Turnier in Mexiko, Kanada und den USA . Unter anderem holten die Kapverden auch dank Vozinha ein Remis gegen den späteren Weltmeister Spanien . Dieses Auftreten machte ihn zum Internetstar: Weniger als 50.000 Follower hatte er auf Instagram vor der WM. Am Finalwochenende stand der Kapverdier dann bei mehr als 29 Millionen. Etwas mehr als zwei Monate nach dem Turnier sind es noch immer stolze 28,4 Millionen.

Diese plötzliche Berühmtheit verschaffte Vozinha, der eigentlich Josimar José Évora Dias heißt, auch einen neuen Job. Bis zur WM hatte er in der zweiten portugiesischen Liga gespielt. Im August präsentierte ihn der chilenische Rekordmeister Colo Colo Santiago de Chile, die Fans empfingen ihn wie einen Rockstar.

DER SPIEGEL 41/2026

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Ruhe und Frieden verloren

Vozinha erlebt aber auch die Schattenseiten des Ruhms, wie er jetzt in einem Interview gesagt hat. »Wenn ich die Wahl zwischen meinem heutigen Leben und meinem früheren hätte, würde ich mich für mein früheres Leben entscheiden«, sagte er in einem Interview der englischen Zeitung »The Observer« . Er habe seine Ruhe und seinen Frieden verloren.

»Wenn ich in ein Restaurant gehe, will ständig jemand ein Foto mit mir machen oder bittet mich um ein Autogramm«, sagte er. »Noch schlimmer: Jemand filmt mich«. Das habe sich in seinem Leben am meisten verändert. »Viele Menschen wollen berühmt sein und in der Öffentlichkeit stehen, aber sie sehen nur die positiven Seiten dieser Realität.«

Seine Mutter erhalte täglich Besuch von Fans. Sein eher zurückhaltender Vater habe dagegen gelernt, Abstand zu halten. Sie müssten lernen, damit umzugehen und Grenzen zu setzen, sagte Vozinha. »Ich bin nicht da, also kann ich ihnen nicht helfen.«

Der fußballerische Aufstieg habe auch potenzielle Werbepartner ins Spiel gebracht. Viele Unternehmen hätten mit ihm zusammenarbeiten wollen, klar sei für den Torwart aber, dass er derzeit nicht mit Tabak-, Alkohol- oder Wettanbietern zusammenarbeiten werde.

Wie Vozinha bei der WM zum Helden wurde und was sein Spitzname Vozinha eigentlich bedeutet, lesen Sie hier .

hba/dpa
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