Klub-WM 2025: Borussia Dortmund scheidet gegen Real Madrid im Viertelfinale aus - DER SPIEGEL
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BVB scheidet bei Klub-WM aus Tor, Seitfallzieher, Rot, Elfmeter, Glanzparade – alles in der Nachspielzeit

Borussia Dortmund war gegen Real Madrid lange die klar unterlegene Mannschaft. Als das Spiel fast vorbei war, drehten beide Teams richtig auf. Bei den Königlichen wächst die Hoffnung auf den neuen Raúl.
Ramy Bensebaini und Real-Torschütze Gonzalo García
Ramy Bensebaini und Real-Torschütze Gonzalo García

Ramy Bensebaini und Real-Torschütze Gonzalo García

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Angela Weiss / AFP

Die Nachspielzeit rockt: Das Geplänkel der zweiten Hälfte zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund im Viertelfinale der Klub-WM hätte niemanden im mit 76.611 Zuschauern ausverkauften MetLife Stadium eine solche Nachspielzeit erahnen lassen. Joker Maximilian Beier verkürzte mit einem Flachschuss (90.+2) auf 1:2, plötzlich hoffte der lange unterlegene BVB. Als der eingewechselte Kylian Mbappé kurz darauf mit einem sehenswerten Seitfallzieher auf 3:1 erhöhte (90.+4), schien die Hoffnung wieder dahin. Doch Innenverteidiger Dean Huijsen hielt Serhou Guirassy im eigenen Strafraum etwas zu lang am Trikot, es gab Elfmeter und Rot für Huijsen. Guirassy verwandelte kraftvoll (90.+8) zum 2:3. Und eine Chance gab es noch, doch Torhüter Thibaut Courtois parierte den gut platzierten Schuss von Marcel Sabitzer mit einem herausragenden Reflex (90.+10).

Ergebnis: Die Klub-WM geht ohne deutsche Beteiligung zu Ende. Nach der Niederlage des FC Bayern gegen Paris Saint-Germain verlor auch Borussia Dortmund gegen Real Madrid. Die Königlichen stehen nach dem 3:2-(2:0)-Sieg im Halbfinale – und treffen nun am kommenden Mittwoch auf PSG.

Real, Raúl und García: Xabi Alonso ist der neue Trainer von Real Madrid. Als Coach in Leverkusen hatte er gezeigt, dass er eher unbekannte Spieler zu Stars formen kann. In Madrid heißt Alonsos erster Mr. X Gonzalo García. Der 21-Jährige ist gebürtiger Madrilene, spielt seit der Kindheit für Real und reiste nach einer starken Saison in der Reservemannschaft, Castilla genannt, als Ergänzungsspieler zur Klub-WM.

Gonzalo García

Gonzalo García

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David Klein / Sportimage / IMAGO

Garcías Trainer bei Castilla: ein gewisser Raúl, Real-Stürmerlegende. Und mit diesem Raúl vergleicht Alonso seinen Neuling. »Er steht immer richtig, wartet auf seine Chance und arbeitet unermüdlich für die Mannschaft«, sagte Alonso. Gegen den BVB erzielte García schon nach zehn Minuten ein typisches Raúl-Tor. Arda Güler durfte in aller Ruhe flanken, und der Stürmer touchierte den Ball nur minimal, um ihn ins lange Eck zu bugsieren. Minimaler Aufwand, maximaler Ertrag. Mehr war nicht nötig, sehr früh war klar, in welche Richtung sich dieses Viertelfinale entwickeln wird.

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Nur ein Bellingham im Viertelfinale: Vielleicht sind manche Geschichten einfach zu kitschig und werden durch schnöde Unwissenheit verhindert. Jobe Bellingham ist erst seit wenigen Wochen beim BVB, er überzeugte bei der Klub-WM phasenweise, doch im Achtelfinale gegen Monterrey holte er sich die zweite Gelbe Karte des Turniers ab. Von der Sperre – und dem damit ausfallenden Bruderduell mit Jude – erfuhr er erst im Nachhinein. »Es wäre toll für ihn und für unsere Familie gewesen, uns zwei auf dem Platz zu sehen«, sagte Realspieler Jude Bellingham vor dem Spiel. »Aber das gehört zum Fußball dazu.«

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Ein kluger Transfer: Allzu viele große Wechsel hat es in diesem – zugegeben noch im Anfangsstadium befindlichen – Transfersommer noch nicht gegeben. Klar, Florian Wirtz überstrahlt alles, dann sind da noch so Leute wie Matheus Cunha (ja, der Ex-Herthaner), Reals Huijsen oder Tijjani Reinders, die für hoch zweistellige Millionensummen den Klub gewechselt haben. Und der BVB? Gibt während der WM Jamie Gittens zum FC Chelsea ab. Gegen Real stand der 20-Jährige nicht mehr im Kader. Bis zu 65 Millionen Euro können die Dortmunder für Gittens, seit einem halben Jahr nur noch Ergänzungsspieler, der seine Torgefährlichkeit nahezu gänzlich eingebüßt hat, kassieren.

Real hat zwei Garcías, der BVB hat Süle und Bensebaini: Die Dortmunder hatten in der ersten Hälfte mehr Ballbesitz, sie gewannen sogar mehr Zweikämpfe. Viel mehr Positives gab es aus BVB-Sicht nicht zu berichten. Ramy Bensebaini spielte reihenweise höchst gefährliche Fehlpässe ins Mittelfeldzentrum. Karim Adeyemi lief sich im Angriff fest. Serhou Guirassy kam auf 15 Ballberührungen. Am deutlichsten wurde der Unterschied zu Real an diesem Nachmittag bei 30 Grad in New Jersey beim zweiten Treffer: Trent Alexander-Arnold wurde in den Strafraum geschickt und konnte ohne Gegenwehr flach in den Rückraum passen. Als der Engländer an den Ball kam, startete Fran García im Vollsprint, während Niklas Süle nach hinten blickte. Als der Innenverteidiger die Gefahr erkannte, war García schon vorbei und schoss spielend leicht ein (20.).

Ramy Bensebaini

Ramy Bensebaini

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Hannah McKay / REUTERS

Die Nr. 17: Dieses reihte sich ein in die zuletzt gemachten Erfahrungen des BVB mit Real. 2024 trafen die Klubs im Champions-League-Finale aufeinander, da war die Borussia lange die bessere Mannschaft gewesen, die cleveren Madrilenen gewannen jedoch 2:0. In der vergangenen Saison verlor der BVB in der Gruppenphase der Königsklasse 2:5. Nun also das 17. direkte Duell der beiden Vereine, die Gesamtbilanz: neun Real-Siege, fünf Unentschieden und drei BVB-Erfolge.

Zweite Hälfte: BVB-Trainer Niko Kovač dürfte mit der Leistung seiner Mannschaft nicht zufrieden gewesen sein, dafür sprechen seine drei Wechsel zur Pause. Er brachte Felix Nmecha, Maximilian Beier und Yan Couto, und tatsächlich wurde das Spiel der Dortmunder dezent besser. Das lag aber auch daran, dass Real bei diesen Witterungsbedingungen auf Ergebnissicherung spielte und nur das Nötigste tat. Und dann kam die Nachspielzeit.

Die Linienrichter-Lupe: Für den Schmunzler der zweiten Hälfte sorgte Aurélien Tchouaméni. Der Franzose wollte von der rechten Seite flanken, blieb an Bensebaini hängen und so trudelte der Ball ins Seitenaus. Dachte Tchouaméni zumindest, denn hinter ihm stand der Linienrichter und schaute ganz genau hin. Der Ball muss bekanntlich mit vollem Umfang über die Linie, da fehlten jedoch ein paar Millimeter. Tchouaméni nahm den Ball in die Hand, um einzuwerfen. Der eifrige Linienrichter winkte, Schiedsrichter Ramon Abatti pfiff, und es gab Freistoß für den BVB (59.).