Krise beim VfB Stuttgart feuert Trainer Gross
Hamburg - Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart verzichtet mit sofortiger Wirkung auf die Dienste von Trainer Christian Gross. Der Club bestätigte am Mittwochvormittag entsprechende Medieninformationen. Interimsweise soll der bisherige Co-Trainer Jens Keller die sportliche Verantwortung beim Tabellenschlusslicht übernehmen. Gross war seit dem 6. Dezember 2009 als Nachfolger von Markus Babbel Chefcoach Unter seiner Leitung arbeitete sich der Ex-Meister in der vergangenen Saison aus der Abstiegszone noch auf einen Europa-League-Platz vor.
In dieser Saison hatte der VfB von bislang sieben Spielen sechs verloren. Trotzdem kommt die Trennung zu diesem Zeitpunkt überraschend - am Samstag spielt der VfB gegen den Tabellennachbarn FC Schalke 04. Beobachter waren bisher davon ausgegangen, dass der Verein diese Partie in jedem Fall noch abwarten würde, bevor er reagiert.
Damit trennen sich die Stuttgarter innerhalb von zwei Jahren bereits vom dritten Trainer. Die Nachfolgefrage für Gross ist noch offen: Doch schon in den Vorwochen waren die Namen Christoph Daum und Matthias Sammer ins Gespräch gebracht worden. Beide hatten den VfB bereits in früheren Jahren trainiert. Dass Keller die Mannschaft über einen längeren Zeitpunkt coacht, gilt als unwahrscheinlich.
Erst am Dienstag hatte sich Gross-Vorgänger Markus Babbel kritisch zur Situation beim VfB geäußert und dabei aber vor allem die Spieler in der Pflicht gesehen. "Beim VfB muss sich jeder Spieler mal selbst hinterfragen, ob er alles für seinen Job tut. Es kann doch nicht sein, dass dort jedes Jahr der Trainer ausgewechselt wird", sagte der ehemalige Teamchef des Bundesligisten dem "Berliner Kurier". Babbel trainiert mittlerweile den Zweitliga-Spitzenreiter Hertha BSC Berlin.