Manchester City: Sponsor erwägt rechtliche Schritte gegen die Liga - DER SPIEGEL
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Urteil gegen Premier-League-Club ManCity-Sponsor erwägt rechtliche Schritte gegen die Liga

Im Finanzskandal um Manchester City meldet sich der Hauptsponsor zu Wort. Die Fluggesellschaft will sich Medienberichten zufolge dagegen wehren, selbst in die Nähe eines Fehlverhaltens gerückt zu werden.
Blick auf das Etihad-Stadion, Spielstätte von Manchester City
Blick auf das Etihad-Stadion, Spielstätte von Manchester City

Blick auf das Etihad-Stadion, Spielstätte von Manchester City

Foto: Martin Rickett / PA Wire / dpa

Der Hauptsponsor von Manchester City erwägt im Finanzskandal  um den englischen Spitzenclub laut Medien rechtliche Schritte gegen die Premier League, wie der Sender Sky UK , die britische BBC  und der britische »Guardian«  berichten. Etihad Airways fühlt sich laut Berichten durch die Begründung des Urteils mit beschuldigt, dabei sei das Unternehmen nach eigenen Angaben nicht befragt worden.

ManCity war von einer unabhängigen Kommission in allen Anklagepunkten wegen Verstößen gegen Finanzregeln der Premier League zwischen den Spielzeiten 2009/10 und 2017/18 für schuldig befunden worden.

Die Fluggesellschaft wehrt sich dagegen, durch das Urteil selbst in die Nähe eines Fehlverhaltens gerückt zu werden. Sie weist die entsprechende Darstellung kategorisch zurück. Die Airline will an ihrer langjährigen Partnerschaft mit Manchester City festhalten.

Die Premier League müsse Verantwortung für die Folgen der Art und Weise übernehmen, wie die Ergebnisse dargestellt wurden, hieß es. Man werde juristisch prüfen, welche rechtlichen Möglichkeiten und Rechtsmittel zur Verfügung stehen, um die eigenen Interessen zu schützen.

Ex-Nationalspieler: Ära Abu Dhabi bei ManCity am Ende

Für den ehemaligen englischen Nationalspieler Jamie Carragher ist dagegen beim Club von Hauptanteilseigner Scheich Mansour bin Zayid Al Nahyan aus dem Herrscherhaus von Abu Dhabi eine Zeitenwende unumgänglich. »Für Manchester City ist die Ära Abu Dhabi vorbei«, schrieb der frühere Liverpool-Star in einem Beitrag für den »Daily Telegraph«: »Der Verein kann die Schande seiner Schuld erst dann überwinden und sich davon erholen, wenn die Verantwortlichen einsehen, dass sie ihrer Pflicht nicht nachgekommen sind, und den Verein verkaufen.«

Aufgrund des Ausmaßes des institutionellen Betrugs und auch der mangelnden Kooperationsbereitschaft bei den Ermittlungen seien alle Führungskräfte bei ManCity unhaltbar, meinte Carragher: »Ein weiterer Kampf wird nur das Leid der Fans verlängern, die fälschlicherweise an die Unschuldsbeteuerungen glauben.«

Die Ergebnisse der Kommission beziehen sich auf eine Zeit, in der ManCity dreimal englischer Meister wurde. Die Vorwürfe reichen von falschen Angaben zu Finanzen und Sponsoringeinnahmen bis zu unvollständigen Informationen über Trainer- und Spielergehälter.

Der Club soll seine Einnahmen unter anderem mithilfe von Scheinverträgen mit Sponsoren künstlich erhöht und zugleich seine Kosten gedrückt haben. Dies verstößt gegen die Regeln der englischen Spitzenliga. Die Kommission bezifferte den Effekt des Modells im betroffenen Zeitraum auf mehr als 900 Millionen Pfund (umgerechnet rund 1,05 Milliarden Euro). Die Premier League wirft City zusätzlich mangelnde Kooperation bei der Aufklärung vor.

Club beteuert Unschuld

Ausgelöst worden waren die Ermittlungen durch die Enthüllungen der SPIEGEL-»Football Leaks« . Nach mehrjährigen Ermittlungen hatte die Premier League den Club im Februar 2023 angeklagt.

Abgesehen von einem jetzt schon riesigen Image-Schaden sind die Konsequenzen für den Champions-League-Sieger von 2023 bisher nicht abzusehen. Über die Strafen soll in einer weiteren Anhörung vor der unabhängigen Kommission gesondert entschieden werden.

Sogar der Ausschluss aus der Premier League wäre möglich. Dass ManCity nachträglich Titel aberkannt werden, ist ebenfalls nicht ausgeschlossen. Es gilt jedoch als unwahrscheinlich. Der zehnmalige englische Meister beteuert seine Unschuld. Der Club kann bis Freitag Einspruch einlegen.

Wie Manchester City jahrelang die englische Liga betrogen und belogen hat, lesen Sie hier 

ngo/dpa