Möglicher Mourinho-Wechsel: Ich bin dann mal weg - DER SPIEGEL
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José Mourinho: Porto-Mailand-Madrid?

Foto: KAI PFAFFENBACH/ REUTERS

Möglicher Mourinho-Wechsel Ich bin dann mal weg

Auf dem Gipfel des Triumphs verblüfft Trainer José Mourinho die Fans von Inter Mailand, er verkündet seinen baldigen Wechsel nach Spanien. Das Enfant terrible unter Europas Fußballlehrern will zu Real Madrid.
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Inter Mailand

José Mourinho

Hamburg - Gerade hat er die wichtigste Trophäe im europäischen Club-Fußball gestemmt, mit seinem Club nun auch die Champions League gewonnen - da kündigt er seinen Abschied von an. will den italienischen Meister verlassen und zu Real Madrid wechseln. Das sagte der Trainer im Gespräch mit Sat.1-Moderator Johannes B. Kerner.

Kerner hatte gefragt, ob das Finale in Madrid, das Inter 2:0 (1:0) gegen Bayern gewonnen hatte, sein letztes Spiel als Trainer des Clubs gewesen sei. Darauf nickte der Portugiese lächelnd. Auf die Nachfrage, ob sein künftiger Verein denn Real Madrid heiße, nickte der portugiesische Erfolgscoach des Triple-Gewinners Inter erneut. "Das ist ja was. Manchmal bekommt man solche Nachrichten einfach so serviert", wunderte sich Kerner nach dem Abgang Mourinhos. Und sein ebenfalls sichtlich überraschter Co-Moderator Franz Beckerbauer sagte: "Wir hätten ihn fragen sollen, ob er Ribery mitnimmt."

Im Interview mit dem italienischen Sender RAI sagte Mourinho wenig später: "Ich will der einzige Trainer werden, der mit drei Clubs die Champions League gewinnt." Daher sei es wahrscheinlich, dass er den Verein wechsele.

Da dürften auch die Beschwörungen der Inter-Fans wenig nützen. In Mailand versammelten sich während des Finales rund 100.000 Anhänger des Clubs - und bemühten sich, den wechselwilligen Trainer doch noch von der Erfüllung seines bis 2012 laufenden Vertrages zu überzeugen. "Vorwärts Inter, Vorwärts Mourinho. Bleib bei deiner Nummer eins", skandierten die Tifosi. Sogar in die eigene Tasche würden die Anhänger greifen: "Wir zahlen dein Rückflugticket" stand auf einem Transparent der Anhänger.

"Ich habe verschiedene Möglichkeiten"

Oder überlegt es sich Mourinho doch noch anders? In der Pressekonferenz gab er sich nicht mehr gar so entschlossen. "Ich habe verschiedene Möglichkeiten. Inter ist eine Option, Real ist eine Option. Ich brauche jetzt etwas Zeit, um zu sehen, was man von mir will." Innerhalb der nächsten zwei Tage kündigte Mourinho ein Gespräch mit Real-Präsident Florentino Perez an.

Von dieser Unterredung möchte Mourinho abhängig machen, ob er zum spanischen Nobelclub wechselt oder nicht. "Ich kenne das Projekt Real noch nicht. Ich weiß nicht, was sie genau wollen", sagte der 47-Jährige, "wenn ich Trainer von Madrid werden sollte, dann aus dem Grund, dass das ein Riesenclub ist. Sie wollen das Gleiche wie ich: gewinnen."

Derzeit trainiert Manuel Pellegrini Real. Doch nachdem der Club erneut die spanische Meisterschaft verpasst hat, wird damit gerechnet, dass sich Real von Pellegrini trennen wird.

Seit 2008 steht der exzentrische Mourinho, der sich selbst einmal als "The Special One" bezeichnete, für Inter an der Seitenlinie. In der laufenden Saison gewann er das Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League. Zuvor hatte er als Coach des englischen Erstligisten FC Chelsea zweimal (2005/2006) den nationalen Titel gewonnen. Den FC Porto führte er 2004 zum Triumph in der Champions League.

jok/sid/dpa