Erste Coachin im Profifußball der Männer FC Ingolstadt trennt sich von Trainerin Wittmann
Ingolstadt-Trainerin Wittmann beim Ligaspiel gegen den 1. FC Saarbrücken
Foto: Fotostand / Schäfer / IMAGODer FC Ingolstadt 04 hat sich von Trainerin Sabrina Wittmann getrennt. Sie hatte im Mai 2024 als erste Frau eine Profimannschaft im Fußball der Männer übernommen, nach einem enttäuschenden Saisonstart in der 3. Liga ist nun aber Schluss. »Ich hätte sehr gerne weitergemacht und den Weg mit einer Mannschaft voller außergewöhnlicher Charaktere fortgesetzt«, wurde die 35-Jährige in einer Vereinsmitteilung zitiert. »Leider ist das Vertrauen hierfür nicht mehr da und der Verein hat sich für eine andere Lösung entschieden.«
Ingolstadt steht nach sieben Spieltagen nur auf dem 13. Tabellenrang, zuletzt verlor der Club drei von vier Drittligapartien. Noch am Mittwochabend hatte Wittmann mit dem Team im Landespokal das Achtelfinale beim TSV Landsberg gewonnen. Am Morgen danach folgte die Trennung. Wer neuer Cheftrainer wird, soll »zeitnah« kommuniziert werden, hieß es.
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Geschäftsführer Harald Gärtner sprach von »einer intensiven Betrachtung der saisonübergreifenden sportlichen Entwicklung und der Ergebnisse im bisherigen Saisonverlauf der 3. Liga«, die zur Trennung geführt habe. Der FCI halte eine »Neuausrichtung« für nötig. »Auf menschlicher und persönlicher Ebene ist uns dieser Entschluss sehr schwergefallen«, so Gärtner.
»Schwerer Rucksack« zu Beginn von Wittmanns Zeit
Wittmann, die zu Beginn ihrer Profikarriere 2011 selbst zwei Jahre für Ingolstadt aufgelaufen war, hatte das Team im Mai 2024 zunächst als Interims- und dann ab Juni als Cheftrainerin übernommen. Vor ihr hatte es im deutschen Profifußball der Männer noch nie eine Frau als Coachin gegeben. Anfang 2026 bekam Wittmann die DFB-Pro-Lizenz, im März dieses Jahres war ihr Vertrag sogar noch verlängert worden.
Zuvor hatte sie in einem Podcast eingeräumt, wie heftig sie den Druck als Pionierin im deutschen Fußball gespürt habe. Es sei ein »Rucksack« gewesen, sagte sie. »Der war schon ein bisschen schwerer, als ich gedacht hätte, um ehrlich zu sein.« Sie habe damals nicht die erste Frau sein wollen, die dann nach wenigen Wochen wieder entlassen werden würde.
Zuletzt hatte mit Marie-Louise Eta erstmals auch eine Trainerin einen Bundesligaclub gecoacht. Eta war in der vergangenen Saison für die letzten fünf Spieltage Chefin bei Union Berlin. Inzwischen trainiert sie das Frauenteam der Berliner.