Golf: Ryder Cup in den USA - Europa dominiert und fordert Respekt ein - DER SPIEGEL
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Hitzige Atmosphäre beim Ryder Cup »Seid so respektvoll, uns schlagen zu lassen«

Die Stimmung ist aufgeheizt beim Ryder Cup, Golfstar Rory McIlroy legte sich sogar mit amerikanischen Fans an. Die mussten zusehen, wie Team Europa die USA teils vorführte.
Shane Lowry, im Hintergrund Rory McIlroy: Großartiges Golf in feindseliger Umgebung
Shane Lowry, im Hintergrund Rory McIlroy: Großartiges Golf in feindseliger Umgebung

Shane Lowry, im Hintergrund Rory McIlroy: Großartiges Golf in feindseliger Umgebung

Foto: Brendan McDermid / REUTERS

Team Europa hat der hitzigen Stimmung beim 45. Ryder Cup eindrucksvoll standgehalten und steht im Duell mit den US-Golfern kurz vor einem bemerkenswerten Auswärtssieg. Am zweiten Tag im Bethpage State Park von Long Island bauten die Europäer ihre Führung aus und gehen mit einem 11,5:4,5 in den entscheidenden Sonntag.

Noch zwölf Single-Matches stehen an, die Europa-Auswahl benötigt als Titelverteidiger 14 Punkte für den Sieg. Nie hat ein Team am letzten Tag einen Rückstand von mehr als vier Punkten aufgeholt. Europa muss nur zwei der zwölf Einzelspiele gewinnen und eine Partie teilen, um den Gesamtsieg zu erringen.

Es wäre der elfte bei den vergangenen 15 Ausgaben – ein Triumph im Staat New York wäre zudem der erste Ryder-Cup-Auswärtssieg seit 2012, als die Europäer das »Wunder von Medinah« in Illinois vollbrachten. Entsprechend emotional war das Duell auch am Samstag, das lag auch an der Begleitung durch die für Golfevents ungewöhnlich lautstarken Fans.

»Haltet verdammt noch mal die Klappe!«

Starspieler Rory McIlroy in Richtung einiger Zuschauender

Nicht nur Starspieler Rory McIlroy war durch die Zwischenrufe, darunter auch Beleidigungen, sichtlich genervt. Schon am Freitag hatte der fünfmalige Major-Gewinner sich mit den amerikanischen Fans angelegt, am Samstag empfahl er einigen Zusehenden dann lautstark, »verdammt noch mal die Klappe zu halten«. Eine ablehnende Stimmung sei »erwartbar, so ist das bei einem Auswärts-Ryder-Cup«, sagte der Nordire. »Zwischen den Schlägen sollen sie sagen, was sie wollen, das ist okay. Aber seid so respektvoll, uns schlagen zu lassen, gebt uns dieselbe Chance, die die Amerikaner haben.«

»Übermäßig betrunkene Teilnehmer werden vom Gelände verwiesen«

Ein Sprecher der New York State Police sagte, dass zwei Fans des Platzes verwiesen worden seien. Laut PGA of America seien die Sicherheitsvorkehrungen unter anderem für das Spiel von McIlroy verstärkt worden. Außerdem wurde auf Videotafeln eine Nachricht zum Thema »Verhaltensregeln für Zuschauer« angezeigt. »Anwesende, die Alkohol konsumieren, sollten dies in verantwortungsvoller Weise tun. Übermäßig betrunkene Teilnehmer werden vom Gelände verwiesen«, hieß es dort. Als die Nachricht angezeigt wurde, buhten die Fans.

Ihr eigenes Team buhten die US-Fans trotz der teils desolaten Resultate nicht aus.

US-Kapitän Bradley: »Sie sind in eine feindselige Umgebung gekommen und haben großartiges Golf gespielt«

US-Kapitän Bradley: »Sie sind in eine feindselige Umgebung gekommen und haben großartiges Golf gespielt«

Foto: Paul Childs / REUTERS

»Ich glaube, das ist eine der besten Leistungen einer Auswärtsmannschaft im Sport überhaupt«, sagte US-Kapitän Keegan Bradley über die Europäer, die unglaublich gespielt und sogar noch besser geputtet hätten. »Sie sind in eine feindselige Umgebung gekommen und haben großartiges Golf gespielt.«

Manchmal müsse man als Sportler angesichts solcher Leistungen einfach den Hut ziehen, sagte Bradley.

»Ich hätte nicht mit einem so großen Vorsprung gerechnet«

Selbst die Europäer schienen überrascht von ihrer eigenen Dominanz. »Ich hätte nicht mit einem so großen Vorsprung gerechnet«, sagte Teamkapitän Luke Donald. Er lobte die Schlagkraft und Intensität des Teams, und: die Mentalität. Je hitziger es wurde, desto angespornter seien die Europäer gewesen.

Das zeigte sich am Samstag in den Foursomes, bei denen die Zweierteams mit je einem Ball im Wechsel spielen. Jon Rahm (Spanien) und Tyrrell Hatton (England) besiegten Xander Schauffele und Patrick Cantlay mit 3&2. Robert MacIntyre (Schottland) und Viktor Hovland (Norwegen) setzten sich gegen Scottie Scheffler und Russell Henley 1-up durch, und auch McIlroy und Tommy Fleetwood (England) punkteten durch das 3&2 gegen Collin Morikawa/Harris English. Für die USA gewannen am Vormittag nur der zweimalige US-Open-Sieger Bryson DeChambeau und Cameron Young, die sich gegen das schwedisch-englische Duo Ludvig Åberg/Matt Fitzpatrick mit 4&2 durchsetzten.

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In den Fourballs, einem Teamduell, bei dem jeder Golfer seinen eigenen Ball spielt, legte Europa nach. Die Engländer Justin Rose und Fleetwood gewannen 3&2 gegen Scheffler/DeChambeau; McIlroy und Shane Lowry (Irland) setzten sich 2-up gegen Justin Thomas und Young durch. Hatton und Fitzpatrick jubelten über ein 1-up gegen Sam Burns und Cantlay. Auch hier gelang den US-Amerikanern nur ein Erfolg, J.J. Spaun und Schauffele bezwangen den Österreicher Sepp Straka und Rahm mit 1-up.

mon/sid/AP