Ironman: Jonathan Pascual kämpft sich trotz Krebserkrankung ins Ziel - DER SPIEGEL
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Jonathan Pascual beim Zieldurchlauf

Jonathan Pascual beim Zieldurchlauf

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Sean M. Haffey / IRONMAN / Getty Images

Triathlet Jonathan Pascual Er ist sterbenskrank und schaffte trotzdem Unglaubliches

Der 50-jährige Jonathan Pascual hat Krebs. Er kämpft gegen die Metastasen, gegen die Schmerzen, gegen das Ende. Das hielt ihn aber nicht davon ab, ein besonderes Ziel zu erreichen: den Ironman auf Hawaii.
• aus DER SPIEGEL 45/2024

Vor zwei Jahren schien die Karriere von Jonathan Pascual zu Ende zu sein: Der Triathlet erhielt eine niederschmetternde Diagnose, Krebs, ohne Aussicht auf Heilung. Pascual wusste, dass er in wenigen Jahren sterben würde. Aber er hatte ein Ziel: noch einmal den Ironman zu bestreiten. »Ich dachte erst, ich sei fertig. Aber dann kam der Gedanke auf: Probier es einfach, du weißt nicht, wozu du noch fähig bist!«

Einen Startplatz hatte er sich dadurch gesichert, dass er bereits die Mindestzahl von zwölf ins Ziel gebrachten Ironman-Rennen geschafft hatte, es waren sogar 15. Und Pascual kämpfte. Gegen die Krankheit, gegen die Zeit. Bestrahlungen und Therapien sollten das Fortschreiten verlangsamen, die Metastasen aufhalten, die sich bereits auf Lunge und Knochen ausgebreitet hatten.

DER SPIEGEL 45/2024

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Inspirieren ließ sich Pascual von der Geschichte von Dick und Rick Hoyt. Das Vater-Sohn-Gespann bestritt trotz Infantiler Zerebralparese, einer Bewegungsstörung von Sohn Rick, gemeinsam mehr als tausend sportliche Wettkämpfe, darunter sechs Ironman-Rennen.

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»Es war das härteste Schwimmen, das ich jemals gemacht habe. Ich dachte, ich schaffe es nicht, aber jetzt geht es mir besser.«

Jonathan Pascual

Beim Ironman 2024 auf Hawaii ging Pascual dann an den Start, trotz chronischer Schmerzen und Atemnot, die ihn vor allem beim Auftakt, dem Schwimmen, beeinträchtigten. Seine Familie unterstützte ihn an der Strecke. Nach zwei Stunden und 20 Minuten müssen die Athleten das Wasser verlassen haben – Pascual schaffte die knapp vier Kilometer gerade einmal zwei Minuten vor dem Cut-off. »Es war das härteste Schwimmen, das ich jemals gemacht habe. Ich dachte, ich schaffe es nicht, aber jetzt geht es mir besser«, sagte er danach.

Nach mehr als 16 Stunden im Ziel

Gut sieben Stunden benötigte er für die folgende Radstrecke von 180 Kilometern, sechseinhalb Stunden für den abschließenden Marathon über 42,195 Kilometer. »Und hier ist er. Der Mann, der sagt: Alles ist möglich. Und der es lebt. Und der es in dieser Nacht erneut beweist: Jonathan Pascual«, rief der Moderator, als er auf die letzten Meter einbog.

Nach 16 Stunden, 12 Minuten und 46 Sekunden überquerte der 50-jährige Kalifornier die Ziellinie. Er schloss die Augen, jubelte. »Das zugrunde liegende Gefühl ist das der Dankbarkeit«, sagte Pascual, als es vollbracht war.

Mit ihm im Ziel feierte Patrick Lange, der viele Stunden zuvor den Triathlon auf Hawaii zum dritten Mal gewonnen hatte. Die Kameras waren schon abgeschaltet, die Streams beendet.

Er war extra zurückgekehrt, um Pascual zu beglückwünschen. Einen Sportler, der gezeigt hatte, dass man selbst dann gewinnen kann, wenn alles verloren scheint.

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