Finanzskandal bei britischem Spitzenclub ManCity-Chef wirft Premier League »Verschwörungstheorie« vor
Soriano (rechts) mit Clubchef Khaldoon Al-Mubarak (2023)
Foto: Oli Scarff / AFPDer Geschäftsführer von Manchester City, Ferran Soriano, hat das Verfahren gegen seinen Verein als Ergebnis einer »Verschwörungstheorie der Premier League« bezeichnet. ManCity verfüge über »unwiderlegbare Beweise«, die die eigene Unschuld belegen, sagte Soriano in einer Videobotschaft an die Belegschaft des Clubs. Er sei überzeugt, dass es keinerlei Sanktionen geben werde.
Zuvor hatte die Premier League mitgeteilt, dass eine unabhängige Kommission den Spitzenclub wegen schwerwiegender Verstöße gegen Finanzregeln in nahezu allen Anklagepunkten für schuldig erklärt hat. Auch die Mehrheit der Vorwürfe hinsichtlich mangelnder Kooperation bei den Ermittlungen trifft demnach zu.
Nun drohen heftige Sanktionen: Von einer hohen Geldstrafe bis hin zum Zwangsabstieg oder der Aberkennung einiger Titel ist vieles denkbar. Es ist einer der größten Skandale in der Geschichte des englischen Fußballs. Bis Freitag kann der Verein Berufung einlegen.
Die Untersuchung der Premier League mitangestoßen hatte eine Artikelserie des SPIEGEL vom November 2018 im Rahmen der Football-Leaks-Berichterstattung. Lesen Sie hier die Artikelserie.
Der gesamte Fall basiere »auf einer einzigen falschen Anschuldigung«, sagte Soriano – »der Behauptung, das Privatvermögen des Eigentümers sei auf geheime Weise über Sponsoren aus Abu Dhabi in den Verein geflossen«. Laut ihm sei klar, »dass dies weder möglich war noch tatsächlich stattgefunden hat.« Kontoauszüge, Belege für Geldtransfers, Zeugenaussagen und weitere Unterlagen würden dies »zweifelsfrei belegen«.
Manchester City hatte in einer Stellungnahme angekündigt, die zur Verfügung stehenden Rechtsmittel auszuschöpfen. Der Club sei »sowohl enttäuscht als auch überrascht« und erklärte, »unschuldig hinsichtlich der von der Premier League erhobenen Vorwürfe« zu sein.