Para-Schwimmen: Josia Topf wehrt sich gegen ungeschützte Kopfwenden im Becken - DER SPIEGEL
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Para-Schwimmer Josia Topf Mit dem Kopf ungeschützt gegen den Beckenrand – weil es so vorgeschrieben ist

Zum Auslösen der Zeit knallt Josia Topf mit dem Kopf gegen das Becken, eine Polsterung der Badekappe oder des Anschlags ist nicht erlaubt. Der Para-Schwimmer möchte das nicht mehr hinnehmen. Nur: Der Weltverband ignoriert das Thema.
Para-Schwimmer Josia Topf
Para-Schwimmer Josia Topf

Para-Schwimmer Josia Topf

Foto:

Ralf Kuckuck / IMAGO

Paralympics-Sieger Josia Topf kämpft weiter um eine Regelanpassung im Schwimmen – bisher vergeblich. Daher sieht er sich aus gesundheitlichen Gründen womöglich zu einem frühzeitigen Ende seiner Laufbahn gezwungen. »Es ist definitiv etwas, was mein Karriereende beschleunigen wird. Da bin ich ehrlich«, sagte der 23-Jährige.

Der ohne Arme auf die Welt gekommene Topf schwimmt derzeit zum Auslösen der Zeit am Ende des Rennens ungeschützt mit dem Kopf gegen die Wand des Beckens.

Josia Topf beim Anschlag – mit dem Kopf

Josia Topf beim Anschlag – mit dem Kopf

Foto: Andrew Couldridge / REUTERS

Anträge auf Polsterung versacken

Eine Polsterung der Badekappe oder des Anschlags ist nicht erlaubt, entsprechende Anträge und Studien werden vom Weltverband World Para Swimming hartnäckig ignoriert. »Wir würden gerne darüber sprechen. Bisher wurden sämtliche Gesprächsangebote abgelehnt«, betonte Topf: »Also wir sind offen für einen ehrlichen und konstruktiven Austausch. Aber leider ist das bei World Para Swimming noch nicht auf offene Ohren gestoßen.«

Bereits 2024 hatte der SPIEGEL zu diesem Thema berichtet und den Verband damals gefragt, welche Argumente für das bisherige Verfahren ganz ohne Kopfschutz sprechen und ob es in Zukunft Verbesserungsmaßnahmen geben wird. World Para Swimming reagierte damals nicht. (Den Text von damals lesen Sie hier .) Mit Topfs erneuter Kritik fragte der SPIEGEL nun noch einmal nach, bisher ohne Rückmeldung vom Verband.

Aus Selbstschutz verzichtet der zweimalige Weltmeister Topf bei nicht ganz so wichtigen Wettkämpfen mittlerweile auf den Anschlag mit dem Kopf. Bei Großereignissen wie der am Montag beginnenden EM im türkischen Kocaeli allerdings nicht, dort geht es um jede Zehntelsekunde. »Das kriege ich, weil es der Saison-Höhepunkt ist, dann auch geregelt, weil ich danach ein oder zwei Wochen Pause machen kann, sodass sich mein Kopf davon einigermaßen erholen kann«, sagte Topf.

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Generell lasse er sich deshalb jährlich von Ärzten untersuchen. »Aktuell stabilisiert sich mein Kopf immer wieder, das sieht erstmal ganz okay aus. Aber ich merke im Vergleich zu den letzten Jahren, dass ich länger brauche, bis mein Kopf sich wieder komplett regeneriert hat«, führte Topf aus: »Deshalb haben wir gesagt, dass ich noch die Saison und wahrscheinlich auch noch bis zu den Spielen gut durchkommen werde. Aber wenn sich das drastisch ändern wird, muss ich die Reißleine ziehen.«

aha/sid