Lombardei-Rundfahrt: Radprofis verzögern den Start und protestieren für mehr Sicherheit - DER SPIEGEL
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Lombardei-Rundfahrt Radprofis verzögern den Start und protestieren für mehr Sicherheit

Als es losgehen sollte, stand alles still: Beim Eintagesklassiker in Italien haben die teilnehmenden Radprofis vor dem Start fünf Minuten gestreikt. Dann schnappte sich Remco Evenepoel ein Mikrofon.
Radprofis halten beim Start der Lombardei-Rundfahrt inne: Sorgen vor Unfällen mit Autos
Radprofis halten beim Start der Lombardei-Rundfahrt inne: Sorgen vor Unfällen mit Autos

Radprofis halten beim Start der Lombardei-Rundfahrt inne: Sorgen vor Unfällen mit Autos

Foto: Gian Mattia D’Alberto / LaPresse / IMAGO

Vor dem Start der 120. Lombardei-Rundfahrt haben die Radprofis mit einem öffentlichen Protest bessere Sicherheitsvorkehrungen eingefordert. Das Fahrerfeld hielt an der Startrampe in Bergamo fünf Minuten inne und verzögerte so den Beginn des Eintagesklassikers in Italien.

Der Weltverband UCI, so lautet der Vorwurf der Profis, habe seit dem tragischen Unfalltod des Briten Finlay Tarling im August zu wenig nachgebessert. Immer wieder tauchten seither Kraftfahrzeuge auf den Streckenabschnitten internationaler Rennen auf.

Remco Evenepoel, Teamkollege von Florian Lipowitz beim Team Red-Bull-Bora-hansgrohe, ergriff per Mikrofon das Wort und sprach »nicht nur für die Jungs, die hier sind, sondern für alle im Profiradsport«.

Fahrer äußern Sorgen vor Kollisionen mit Autos

Ziel sei es, »der ganzen Welt zu zeigen, dass wir nicht weiter akzeptieren können, dass Fahrer verletzt werden oder sterben, während sie das tun, was wir am meisten lieben«, sagte Evenepoel: »An die Organisatoren: Bitte stellt sicher, dass wir sicher Rennen fahren können, ohne uns Sorgen über Autos, Motorräder und Ähnliches machen zu müssen.« (Die Szene ist beim Sender Eurosport im Video  zu sehen)

Tarlings tödlicher Unfall hatte Mitte August die Radsportwelt erschüttert, dabei war der 19-Jährige mit einem Auto kollidiert und an den Folgen des Unfalls gestorben.

Nur eine Woche später wäre es bei der Tour of Britain bei den Frauen beinahe zu einem weiteren Unfall mit einem unbeteiligten Fahrzeug gekommen. In den vergangenen Tagen gab es zudem gefährliche Situationen mit einem Lieferwagen und einem Motorrad bei zwei Rennen in Italien.

Finlays Vater Michael Tarling teilte auf der Plattform X  ein schriftliches Statement, das Rennveranstalter und den Weltverband UCI auffordert, für die notwendigen Veränderungen zu sorgen.

Die Nachrichtenagentur Reuters hat die UCI um eine Stellungnahme gebeten, eine Antwort steht noch aus.

ngo/sid/Reuters